Marine Le Pen: „EU ist ein großes Verhängnis, ein antidemokratisches Monster“

Epoch Times6. November 2015 Aktualisiert: 6. November 2015 13:52
In einem Interview mit dem Spiegel-Online rechnet die Chefin der französischen Partei Front National mit der EU ab. Sie nennt die Europäische Gemeinschaft ein "antidemokratisches Monster".

Die Partei von Marine Le Pen, Front National, ging bei den Europawahlen in Frankreich mit 25 Prozent als klarer Sieger hervor. Die rechtspopulistische Partei hat nicht zuletzt wegen der Flüchtlingskrise kräftig an Stimmen zugelegt. In einem Interview mit Spiegel-Online, erklärt Le Pen was sie sich für die Zukunft Frankreichs wünscht und was sie über die Europäische Union denkt.  

Die französische Politikerin hält die EU für ein großes Übel. Le Pen sagt, sie würde Frankreich wieder zum Nationalstaat zurückführen. "Die EU ist ein großes Verhängnis, ein antidemokratisches Monster", so Le Pen. "Ich will verhindern, dass es fetter wird, weiteratmet."

Die EU habe den Mitgliedsländern die staatliche Souveränität genommen und durch den Euro wurden die Länder in eine nicht zu lösende Krise gestürzt. Deshalb sieht Le Pen den Weg in eine sichere Zukunft darin, aus dem Euro auszutreten und zum Nationalstaat zurückzuführen.

In den frühen Sechzigerjahren, so die Politikerin, waren die Franzosen unbestreitbar in einer besseren Lage. "Ich schaue nicht in den Rückspiegel. Aber warum mussten wir seither ein Ende des sozialen Fortschritts erleben?", sagt sie im "Spiegel"-Interview auf die Frage des Reporters, ob sie sich die Sechzigerjahre zurückwünsche.  

Wiedereinführung des Franc und Einwanderungsstopp

Die Gründung des Euro würde laut Le Pen nur Deutschland nutzen. "Er ist von Deutschland und für Deutschland geschaffen worden". Frankreich hätte mit dem Franc wirtschaftspolitisch mehr Luft. Weil es seine Währung dann abwerten könne.

Für ihr Land wünscht sich Le Pen einen "intelligenten Protektionismus" inklusive der Wiedereinführung von Zöllen. Außerdem fordert sie einen Einwanderungsstopp. "Wir haben Millionen Arbeitslose und können uns keine Einwanderung mehr leisten. Wo sollen wir diese Leute unterbringen. Das kann nicht funktionieren."  

Prozess wegen Anstachelung zum Rassenhass

Im Oktober wurde Le Pen der Prozess gemacht. Damals sagte die Parteichefin, sie sehe sich als Opfer einer "regelrechten Verfolgung" durch die linksliberale Justizministerin Christiane Taubira. 

"Ich habe gegen kein Gesetz verstoßen", zitierte die "Junge Freiheit" die Politikerin. In einem Prozess wurde ihr "Anstachelung zum Rassenhass, Gewalt und Diskriminierung" vorgeworfen. Sie hatte im Jahr 2010 auf öffentlichen Plätzen betende Moslems mit der NS-Besatzung während des zweiten Weltkrieges verglichen.

Sie sagte demnach: "Gewiss, es gibt keine Panzer und keine Soldaten, aber es handelt sich dennoch um eine Besatzung." Eine Organisation gegen Rassismus zeigte die Politikerin daraufhin an.

Das Prozessurteil wird für den 15. Dezember erwartet. Im Fall einer Verurteilung drohen Le Pen bis zu einem Jahr Haft und 45.000 Euro Geldstrafe. 

Ans Aufgeben denk Le Pen deshalb aber lange nicht. Sie hat große Ziele: In 2017 will sie bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich antreten. (so) 

  

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