Dieses Bild aus Calais wurde von der tschechischen Facebook-Seite "Welcome to Reality" gepostet.Foto: Screenshot Facebook

„Maschinengewehre gegen Flüchtlinge“: So will britischer Politiker Eurotunnel verteidigen

Epoch Times5. August 2015 Aktualisiert: 5. August 2015 17:06
„Maschinengewehre gegen Flüchtlingsansturm“, mit dieser Forderung hat es ein britischer Politiker einen Medien-Aufschrei provoziert. Doch auch LKW-Fahrer rufen nach einem "Militäreinsatz am Eurotunnel".

Am 30. Juli postete Steve Uncles, Demokrat aus der Grafschaft Kent folgenden Vorschlag auf Facebook:

„Der einzige kostengünstige Weg, illegale Einwanderer zu stoppen, die versuchen, durch den Kanaltunnel zu stürmen, ist, zum Maschinengewehr zu greifen und ein paar Leute auszuschalten – das würde es [den Migrantenansturm] sehr schnell stoppen und dieser Taktik ein sofortiges Ende bereiten. Wer hat in unserer politisch korrekten Gesellschaft den Mumm, das zu machen?“

Sein Facebook-Post wurde von den Medien mit Entsetzen aufgenommen und führte zu einer Reihe von Artikeln.

Die Situation am Eurotunnel im französischen Calais ist seit Monaten ein Problem und hat sich in den vergangenen Wochen dramatisch zugespitzt. Jede Nacht versuchen hunderte Migranten in den Tunnel und illegal nach Großbritannien zu gelangen. Dazu klettern sie über die meterhohen, mit Stacheldraht gesicherten Zäune, verstecken sich heimlich in LKWs und versuchen mit allen Mitteln, Züge zu entern. In Calais kommt es deshalb immer wieder zu Kämpfen mit der Polizei und stundenlangen Verzögerungen im Betriebsablauf.

The only cost effective way to stop illegal immigrants trying to storm through the Channel Tunnel is to set up a machine…

Posted by Steve Uncles – English Democrats on Mittwoch, 29. Juli 2015

Uncles präzisierte seine kontroverse Aussage gegenüber Newsshopper: „Wenn Zäune die Leute nicht abschrecken, dann müssen andere Maßnahmen her, um sie zu stoppen.“ Normalerweise werde erstmal ein Warnschuss abgegeben. Ein Grenzschützer, der bewaffnet ist, sollte auch die Option zu schießen haben, so Uncles. Er stellt sich demnächst als Polizeichef der Grafschaft Kent zur Wahl, jener Grafschaft, die am britischen Ende des Eurotunnels liegt. Das Motto seiner Partei ist „England kommt an erster Stelle“ … Bisher versucht die französische Polizei, Migranten mit Schlagstöcken und Pfefferspray zu stoppen.

(Alle Bilder von der tschechischen Facebook-Seite "Welcome to Reality")

LKW-Fahrer fordern Militäreinsatz

Der Vorschlag den Eurotunnel mit Scharfschützen zu verteidigen, mag überspitzt klingen, hätte aber sofort Befürworter: Der britische Transport-Verband RHA ruft nach einem Ende der „Anarchie“ in Calais und fordert per Online-Petition einen französischen Militäreinsatz am Eurotunnel. „Die Kosten für das Transportgewerbe sind massiv", zitierte der Focus den RHA-Präsidenten Richard Burnett. Für die LKW-Fahrer gebe es teils „gewaltättige Drohungen und Beeinträchtigungen" durch die Migranten. Falls ein Fahrer mit einem blinden Passagier an Bord auf der britischen Seite ankommt, muss er 5.000 Pfund Strafe zahlen, ein Betrag, der bei kleineren Speditionen existenzgefährdend ist.

Jede Nacht versuchen Migranten in den Eurotunnel zu gelangen. Am Montag gab es einen Ansturm von 1700 Personen, am 27. Juli waren es 2.200 Leute auf einmal, die versuchten die Umzäunung zu überwinden. Insgesamt hat es in den letzten zwölf Monaten 39.000 Versuche gegeben, den Ärmelkanal illegal zu überqueren. Bei den Fluchtversuchen gibt es immer wieder tödliche Unfälle, seit Anfang Juni kamen zehn Menschen ums Leben. Am Eurotunnel in Calais befindet sich seit Jahren ein illegales Migranten-Camp. Es hat bereits die Dimension einer kleinen Stadt. Wie das Portal pi-news berichtete, ist das Camp aus vielerlei Gründen ein politischer Zankapfel zwischen Großbritannien und Frankreich.

Camerons Maßnahmen in UK

Am Montag verkündigte die britische Regierung eine Reihe neuer, strenger Maßnahmen, die illegale Einwanderer abschrecken sollen: Ab sofort können Hauseigentümer Mieter, deren Asylanträge abgelehnt wurden, ohne richterlichen Beschluss aus ihren Wohnungen werfen. Auch kann, wer Zimmer an illegale Einwanderer vermietet, mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden. Migranten ohne Aufenthaltserlaubnis droht bei Entdeckung eine Lohnpfändung. (rf)



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