Merkel warnt vor Streit in der EU über Umgang mit Türkei

Epoch Times5. September 2017 Aktualisiert: 5. September 2017 13:00
Die EU-Staaten sollten beim Thema EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei Vorsicht walten lassen, meinte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie sollten sich außerdem nicht "vor den Augen des Präsidenten Erdogan öffentlich zerstreiten", ergänzte sie.

Die Bundeskanzlerin mahnt in der Debatte über ein Ende der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zur Vorsicht. Angela Merkel (CDU) warnte am Dienstag im Bundestag vor einem offenen Konflikt zwischen den EU-Staaten bei dem Thema. „Nichts wäre erstaunlicher, als wenn wir uns in Europa über die Frage des zukünftigen Umgangs mit der Türkei vor den Augen des Präsidenten Erdogan öffentlich zerstreiten“, sagte sie.

Die Kanzlerin kündigte an, beim nächsten regulären EU-Gipfel im Oktober mit den anderen Mitgliedstaaten über die zukünftigen Beziehungen zur Türkei zu beraten – „eingeschlossen auch die Frage, dass wir die Verhandlungen suspendieren oder beenden“.

Eine solche Frage müsste die EU im Konsens entscheiden. Es handele sich um einen „Vorgang, der natürlich entschieden, aber auch wohl bedacht durchgeführt werden sollte“, betonte Merkel.

Die Kanzlerin verwies auf die „strategische“ und „große“ Bedeutung der Beziehungen zur Türkei. Sie mahnte, auch die regierungskritischen Bürger der Türkei sowie die türkischstämmigen Bürger in Deutschland nicht aus dem Blick zu verlieren. „Wir dürfen sie nicht vor den Kopf stoßen“, sagte Merkel.

Merkel im TV-Duell: Klar gegen EU-Beitritt der Türkei

Die Kanzlerin hatte sich im TV-Duell mit ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz am Sonntagabend klar gegen einen EU-Beitritt der Türkei ausgesprochen und angekündigt, sie werde mit ihren EU-Kollegen über einen möglichen Abbruch der Beitrittsgespräche sprechen.

Zuvor hatte auch Schulz in der Sendung überraschend den Abbruch der Verhandlungen gefordert und damit eine langjährige SPD-Position verändert. (afp)

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