Auf dem Deck der "Ocean Viking" sprach ein italienischer Arzt mit den Migranten und Flüchtlingen.Foto: SHAHZAD ABDUL/AFP über Getty Images

Mittelmeer: Migranten und Flüchtlinge sollen von „Ocean Viking“ auf italienisches Quarantäne-Schiff

Epoch Times5. Juli 2020 Aktualisiert: 5. Juli 2020 13:46
Die 180 Migranten und Flüchtlinge an Bord der "Ocean Viking wurden am Wochenende auf SARS-CoV-2 getestet und sollen voraussichtlich am Montag auf das  italienische Quarantäne-Schiff "Moby Zaza" wechseln, wie es aus dem italienischen Innenministerium hieß.

Nach Angaben des Innenministeriums in Rom entsandten die Behörden der Stadt Pozzallo auf Sizilien am Samstag ein medizinisches Team auf die „Ocean Viking“, um die Mittelmeer-Migranten und Flüchtlinge auf ihren Allgemeinzustand sowie eine Corona-Infektion zu untersuchen.

Die Situation werde im Hinblick auf den für Montag geplanten Transfer auf die ‚Moby Zaza‘ „genau beobachtet“, hieß es aus Ministeriumskreisen. Das Quarantäne-Schiff liegt derzeit vor der sizilianischen Hafenstadt Porto Empedocle vor Anker.

Bei der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung auf der „Ocean Viking“ seien „keine besonderen Gesundheitsprobleme“ festgestellt worden. Auch die angespannte Lage an Bord habe sich gebessert.

Aggressivität verzögert die Anlandung

Ein von der italienischen Regierung entsandter Arzt versuchte nach Angaben eines AFP-Reporters, die Menschen an Bord zu beruhigen. „Wir wissen, dass es langwierig ist, aber das Coronavirus verlangsamt die Dinge in Italien, also haben Sie Geduld“, sagte der Arzt. „Wenn Sie sich weiterhin aggressiv verhalten, wird es den Ausschiffungsprozess verzögern“, warnte er in seinem weißen Schutzanzug.

Mehr Druck hingegen baute Nicholas Romaniuk auf: „Wir müssen jetzt an Land gehen“, forderte der Mitarbeiter der Hilfsorganisation SOS Méditerranée im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP auf der „Ocean Viking“. „Und wir müssen es tun, bevor jemand stirbt“, sagte Romaniuk, der die Rettungsaktion an Bord koordiniert.

„Wir werden mit 180 Menschen in schwerer seelischer Not auf See alleingelassen“, erklärte auch die Geschäftsführerin von SOS Méditerranée Deutschland, Verena Papke.

Nach Angaben von SOS Méditerranée hatten die Behörden in Italien und Malta in den vergangenen Tagen alle Anfragen nach einem Anlegen in einem ihrer Häfen abgelehnt. Die Flüchtlingshelfer hatten die Migranten nach eigenen Angaben zwischen dem 25. und 30. Juni aus dem Meer gerettet. Unter ihnen sind demnach 25 Minderjährige sowie eine schwangere Frau. (afp)


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