Der österreichische Innenminister Herbert Kickl (FPÖ).Foto: GEORG HOCHMUTH/AFP/Getty Images

Nach Frauenmordserie: Österreichischer Innenminister richtet Arbeitsgruppe ein

Epoch Times17. Januar 2019 Aktualisiert: 17. Januar 2019 16:55
Innerhalb von wenigen Tagen wurden in Österreich vier Frauen ermordet. Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) gab nun die Einrichtung einer Arbeitsgruppe bekannt, die sich speziell mit Mordfällen an Frauen auseinandersetzt.

Nach vier Frauenmorden in den vergangenen acht Tagen in Österreich richtet der österreichische Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) eine eigene Arbeitsgruppe ein. Sie soll die bisherigen Mordfälle genau untersuchen.

„Die Morde an Frauen in den vergangenen Tagen und Wochen haben gezeigt, dass wir akuten Handlungsbedarf in diesem Bereich haben. Daher habe ich den Auftrag gegeben, eine Screening-Gruppe einzurichten“, wird Innenminister Herbert Kickl in einer Pressemitteilung seines Ministeriums zitiert.

Die Gruppe soll Mordfälle, die sich seit 1. Januar 2018 ereignet haben und als Beziehungstat eingestuft werden, aufrollen, screenen und analysieren. Im Fokus stehen dabei die Vorgeschichte des Täters, die Opfer-Täter-Beziehung und Opfer-Täter-Charakteristika. Außerdem soll ermittelt werden, ob es Kommunikationsmängel zwischen verschiedenen Stellen gäbe, die behoben werden müssten. Dadurch solle ein präventiver Ansatz erzielt werden, wodurch künftige Gewalttaten verhindert werden können, so Innenminister Kickl.

Radikalisierung in Haftanstalten wird untersucht

Eine weitere Aufgabe der Arbeitsgruppe sei, ob es eine bessere Vernetzung von Prävention und Repression bedarf, beispielsweise zwischen Opferschutzeinrichtungen und Haftanstalten, heißt es in der Mitteilung weiter. „Wenn sich beispielsweise jemand in der Haft radikalisiert, dann muss das an die zuständigen Stellen weitergeleitet werden“, so Kickl.

Die Vorfälle in den vergangenen Wochen hätten laut Österreichs Innenminister auch gezeigt, dass die Verwendung von Hieb- und Stichwaffen ein großes Problem darstellt. Daher solle festgestellt werden, welche Tätergruppen diese Tatmittel besonders häufig verwenden.

Die Arbeitsgruppe wird sich aus Expertinnen und Experten aus den Bereichen Polizei, Innenministerium, Justiz, Profiling/Psychologie, Opferschutz und einer interdisziplinären Forschungsstelle für modernes Law Enforcement, zusammensetzen.

Zudem kündigte das Innenministerium an, dass die neue Arbeitsgruppe auch mit internationalen Einrichtungen Kontakt aufnehmen wird. Der Direktor des österreichischen Bundeskriminalamtes, General Franz Lang, wird die Gruppe leiten.

Österreich: Hoher Frauenanteil bei Mordopfern

In Österreich ist bei Tötungsdelikten ein hoher Frauenanteil auffällig. So waren im Jahr 2018 (bis November) von insgesamt 70 Mordopfern 41 Opfer weiblich. 2017 waren von 62 Mordopfern, 36 weiblich. 2016 gab es bei 49 Mordopfern 28 weibliche Opfer, berichtet das österreichische Nachrichtenmagazin „News“. (er)



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