Norwegen und das Gesetz für Kinderrechte: Die Entmachtung der Eltern

Epoch Times2. Dezember 2019 Aktualisiert: 2. Dezember 2019 11:29
Sieben Prozent aller minderjährigen Kinder in Norwegen wachsen nicht bei ihren leiblichen Eltern auf. Stillen außerhalb der vorgeschriebenen Zeiten und ein fehlendes Kinderzimmer sind beispielsweise ein Indiz für Kindeswohlgefährdung.

Kinderrechte – sinnvoll oder Unsinn? Die einen finden es eine gute Sache, Kinderrechte per Gesetz zu festigen. Andere verwehren sich dagegen: Den Kindern würden ohnehin die im Grundgesetz verankerten Rechte zustehen, eine Änderung sei überflüssig. Ein Blick über unsere Landesgrenze zeigt, wohin die Einführung von Kinderrechten in Deutschland führen kann.

Was in Deutschland auf dem Vormarsch ist, wurde in Norwegen schon längst umgesetzt. Bereits im März 1987 wurden dort die rechtlichen Voraussetzungen zur Etablierung einer Ombudsperson für Kinder geschaffen.

„Nach eigener Darstellung hat die Ombudsperson seitdem für Kinder in Norwegen kontinuierlich an der Weiterentwicklung nationaler und internationaler Rechtsvorschriften mitgewirkt, um das Wohlergehen von Kindern zu verbessern“, heißt es in einem Bericht der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages.

Aufstand gegen norwegische Behörde

Seit einer Gesetznovelle im Jahr 2000 wird in Norwegen generell ein größerer Fokus auf präventive Maßnahmen gesetzt, berichtet „Heise“. Kinder sollen vor möglichem Missbrauch geschützt werden.

Dabei richtet sich der Verdacht generell gegen die Eltern. Kritiker werfen der Behörde – die auf Norwegisch „Barnevernet“ heißt – vor, dass sie schon bei geringstem Verdacht Eltern das Sorgerecht entzieht und die Kinder zur Adoption freigibt. Mit einem offenen Bericht wandten sich vor zwei Jahren 170 Anwälte, Psychologen und Sozialpädagogen gegen die Praktiken der Behörde.

Anfang November haben Politiker von drei norwegischen Oppositionsparteien den Minister für Kinder und Familien Kjell I. Ropstod zum Handeln aufgefordert. Sie warfen ihm vor, dass er die „ernsthaften Herausforderungen, die im Bereich des Kindeswohls bestehen, nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit“ sehen würde.

Von einer kollektiven Hetze gegen die Behörde und die Adoptiveltern hingegen sprach die Jura-Professorin Elisabeth Gording Stand.

Der Menschengerichtshof in Straßburg bewertete in einem Fall den Kindesentzug und die Adoption als Menschenrechtsverletzung. Betroffene und Kritiker verlangten daraufhin die Rückgabe des Kindes an die leiblichen Eltern. Vor kurzem wäre ein solcher Fall undenkbar gewesen, sagte Marius Reikeras, bekannter norwegischer Aktivist gegen Barnevernet. Während in anderen skandinavischen Ländern der Kindesentzug nur zeitweise sei, hätte man in Norwegen bis vor Kurzem keine Chance gehabt, sein Kind zurückzubekommen.

Kindesentzug im großen Stil

Aktuell befinden sich in Norwegen 70.000 Kinder in der Obhut der Kinderschutzbehörden, mithin sieben Prozent aller minderjährigen Kinder. Die Gründe sind vielfältig, schreibt der „Deutschlandkurier“.

So gibt es in Norwegen die Regel, dass Kinder nur am Wochenende Süßes essen dürfen. Sollte ein Kind Karies haben, so wird mutmaßlich angenommen, dass gegen diese Regel verstoßen oder das Kind vernachlässigt wurde. Kindesentzug.

Ein Kind ohne eigenes Zimmer hat zu wenig Privatsphäre – ein direkter Verstoß gegen das vom Staat definierte Kindeswohl. Kindesentzug.

„Auch wer sein Kind nach traditionellen Musterrollen erzieht, macht sich verdächtig“, heißt es im „Deutschlandkurier“. Ein Kind gelte als „Es“ bis es selbst weiß, ob es männlich oder weiblich sein wolle.

Fürsorge gegen die Regeln

Wenn Kinder im Bett ihrer Eltern schlafen: Kindesentzug, so geschehen im Fall eines indischen Geowissenschaftlers und seiner Frau. Die Kinder im Alter von einem und drei Jahren hatten nicht nur verbotenerweise im Bett der Eltern geschlafen, sondern laut Behörde zu wenig Spielsachen. Zudem hatte die Mutter ihr Kind gestillt als es Hunger hatte, statt sich an die vorgegebenen Zeiten zu halten. Einer anderen Mutter wurde ihr Kind entzogen, weil sie mit 18 Monaten noch gestillt hat.

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Im Sommer 2017 flüchtete eine Norwegerin wegen Menschenrechtsverletzungen nach Polen und beantragte dort Asyl. Sie hatte Angst, die norwegische Behörde würde ihr das Kind wegnehmen. Polen nahm die Schutzsuchende auf.

Seit 2016 läuft in Oslo das Pilotprojekt „Kindergehirnschutz“. Kindern füllen Fragebögen aus, in denen sie Auskunft geben müssen, ob Eltern schnell wütend werden, Alkohol trinken oder sich das Kind von ihnen bedroht fühlen würde. Die Kinder werden in Seminaren darauf geschult, dass sie ihre Eltern bei Problemen im Kindergarten melden können.

„Barnevernet“ würde darauf sorgen, dass es den Kindern wieder gut gehe. Kein Wunder, dass die Zahl der gemeldeten Eltern in Oslo sprunghaft gestiegen ist. Die Behörde wertet das als Erfolg. (sua)

Eine Buchempfehlung vom Verlag der Epoch Times

Eine stabile Gesellschaft beruht auf stabilen Familien – denn Eltern vermitteln ihren Kindern traditionelle Tugenden wie Dankbarkeit, Geduld, Ausdauer und vieles mehr. Wer die Familien zerstört, zerstört die Gesellschaft. Die hübschen Begriffe „Freiheit“, „Befreiung“ und „Liebe“ fördern jedoch untergründig die völlige Aufgabe der persönlichen moralischen Verantwortung. In den 60er Jahren hieß es „Make love, not war.“

Ein von der amerikanischen „Heritage Foundation” veröffentlichter Bericht zeigt anhand detaillierter statistischer Daten, dass die von Feministinnen so stark befürwortete Wohlfahrtspolitik in der Realität die Zahl der Ein-Mutter-Haushalten fördert. Das geht bis zur Bestrafung von Paaren, die heiraten, da sie weniger Sozialleistungen erhalten. Die Regierung hat den Vater durch die Sozialhilfe ersetzt.

Die Sozialpolitik hat Familien, die in Armut leben, nicht geholfen. Stattdessen hat sie einfach die ständig wachsende Zahl von Alleinerziehenden gefördert. Da die Kinder aus solchen Haushalten selbst armutsgefährdet sind, kommt es zu einem Teufelskreis der zunehmenden Abhängigkeit von staatlichen Beihilfen. Hier weitere Informationen und Leseproben.

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