Polizeieinsatz in Österreich.Foto: Hans Punz/Archiv/dpa

Österreich: 800 Polizisten bei Großeinsatz – 14 mutmaßliche IS-Anhänger aus Bosnien, Mazedonien, Bulgarien, Syrien festgenommen

Epoch Times26. Januar 2017 Aktualisiert: 26. Januar 2017 18:28
Bei einem Großeinsatz in Österreich wurden 14 mutmaßliche IS-Anhänger festgenommen: Die Verdächtigen stammen nach Justizangaben aus Bosnien, Mazedonien, Bulgarien und Syrien; zudem seien drei Österreicher mit Migrationshintergrund darunter.

Bei einem umfangreichen Anti-Terror-Einsatz hat die österreichische Polizei 14 mutmaßliche Gefolgsleute der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) festgenommen. An den lange vorbereiteten Razzien in Graz und Wien seien rund 800 Polizisten beteiligt gewesen, teilte die Grazer Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Berichten zufolge sollen die Festgenommenen versucht haben, ein schlagkräftiges Dschihadisten-Netzwerk in Österreich aufzubauen.

Die Verdächtigen stammen nach Justizangaben aus Bosnien, Mazedonien, Bulgarien und Syrien; zudem seien drei Österreicher mit Migrationshintergrund darunter. Drei der Festgenommenen seien Frauen, bei mindestens zwei von ihnen handle es sich um die Ehefrauen anderer Festgenommener.

Welche Erkenntnisse zu dem Zugriff geführt haben, wollte die Staatsanwaltschaft unter Verweis auf laufende Ermittlungen zunächst nicht mitteilen. Österreichische Medien berichteten unter Berufung auf Justizkreise, dass die Ermittler nicht von einem unmittelbar bevorstehenden Anschlag ausgingen.

Nach Informationen der „Kronen Zeitung“ sollen die Verdächtigen versucht haben, das Dschihadisten-Netzwerk des gebürtigen Bosniers Mirsad Omerovic weiterzuführen, der im vergangenen Juli wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung in Österreich zu 20 Jahren Haft verurteilt worden war.

Das Straflandesgericht Graz hatte Omerovic, der unter dem Namen „Ebu Tejma“ auftrat, für schuldig befunden, einer terroristischen Vereinigung angehört und andere zu Terrorakten angestiftet zu haben. Die Anklage hatte ihn als Schlüssel-Figur der IS-Propaganda in Österreich eingestuft. Ihm wurde zur Last gelegt, dutzende junger Männer für den gewaltsamen Dschihad rekrutiert zu haben. Mehrere von ihnen hätten sich dem Kampf des IS in Syrien angeschlossen.

Mit dem Fall des 17-Jährigen, der am Freitag unter Terrorverdacht in Wien festgenommen worden war, hatten die neuerlichen Razzien nach offiziellen Angaben nichts zu tun. Es gebe keinerlei Verbindungen zwischen dem 17-Jährigen und den nun Festgenommenen, sagte der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl. Der Fall des Jugendlichen hatte auch in Deutschland für Aufsehen gesorgt, weil einen Tag nach dem Zugriff in Wien ein mutmaßlicher Komplize im nordrhein-westfälischen Neuss festgenommen worden war.

Das österreichische Innenministerium schätzt die Zahl der Dschihad-Anhänger, die nach Syrien oder Irak ausgereist sind oder ausreisen wollten, auf rund 300. Die meisten von ihnen sollen bosnischer oder tschetschenischer Herkunft sein. Rund 40 von ihnen sollen in Syrien oder dem Irak ums Leben gekommen sein, etwa 90 seien aus den Konfliktgebieten nach Österreich zurückgekehrt. (afp)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion