Österreich: Gescheiteter Ex-Kanzler will Posten bei der EU in Brüssel

Epoch Times10. Mai 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 2:21
Offenbar strebt Werner Faymann nach seinem Scheitern als österreichischer Kanzler einen Posten bei der EU in Brüssel an.

Der österreichische Kanzler Werner Faymann ist zurückgetreten und hinterlässt eine zerrüttete Republik. Faymann hatte nach heftigem innerparteilichen Gegenwind am Montag seinen Posten geräumt. Der Schwenk der SPÖ hin zu einer restriktiveren Flüchtlings- und Asylpolitik war in der Partei höchst umstritten. 

Doch was nun? 

In Österreich wird darüber diskutiert und spekuliert wer Faymanns Platz einnimmt. Am 17. Mai werde der Parteivorstand dazu einen Vorschlag machen, sagte Interims-Parteichef-Michael Häupl. Als mögliche Kandidaten werden der Bahn-Manager Christian Kern (50), der Medien-Manager Gerhard Zeiler (60) sowie die ehemalige Siemens-Managerin Brigitte Ederer genannt. Zugleich steht die Möglichkeit von vorgezogenen Neuwahlen im Raum. Das will vor allem die aufstrebende rechtspopulistische FPÖ. Alle anderen Parteien stemmen sich dagegen. Regulärer Termin der nächsten Nationalratswahlen wäre 2018. 

Und was macht Werner Faymann? 

Offenbar wünscht sich der österreichische Ex-Bundeskanzler einen Job bei der EU in Brüssel.  

In einem Interview mit der Zeitung "Österreich" sagte Faymann nach seinem Rücktritt: "Jetzt werd ich mich mal zwei, drei Monate von all dem Stress erholen und gar nichts machen. Nachdenken. Neue Ziele überlegen. Und dann werde ich überlegen, ob ich etwas im Rahmen der EU in Brüssel mache. Angebote dafür hat es in der Vergangenheit genug gegeben – mal schauen, ob mich da was reizt. Lust, auf europäischer Ebene politisch aktiv zu werden, hätte ich schon".

Die österreichische Zeitung "Die Presse" wünschte Faymann in einem Leitartikel alles Gute bei der Suche nach einer neuen Tätigkeit. "Es wäre einer gut entwickelten Demokratie würdig, könnte die Republik ehemalige Spitzenrepräsentanten nicht versorgen, aber für das Land richtig einsetzen. Für Faymann sollte sich eine Aufgabe auf EU-Ebene finden lassen."

Doch viele Österreicher sehen das anders und kommentierten den Artikel mit heftiger Kritik. Sie wollen nicht das der Ex-Kanzler nach seinem Scheitern in Österreich nach Brüssel geht um dort versorgt zu werden. 

Werner Faymann war in der EU zuletzt der Staatschef, der hinter der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am zweitlängsten im Amt war. Faymann wurde am 2. Dezember 2008 Bundeskanzler und damit sieben Jahre und fünf Monate im Amt. Merkel ist seit 22. November 2005 deutsche Kanzlerin, das sind zehn Jahre und sechs Monate. (so) 

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