Pädophilen-Skandal: Die Geheimdienste MI5 und M16 deckten Kinderschänder in der Regierung

Epoch Times24. Juli 2015 Aktualisiert: 1. November 2017 8:24
Der Missbrauchs-Skandal im britischen Westminster zieht sich in die höchsten Ränge der Regierung. Der Geheimdienst vertuschte die Tatsachen und vernichtete die Beweise.

Im Pädophilen-Skandal um Großbritanniens Elite-Politiker sind neue Beweise ans Tageslicht gekommen. Wie die britische Zeitung „Times“ berichtet, vertuschte der britische Geheimdienst MI5 jahrelang bewusst die Tatsache, dass einige ranghohe Amtsträger in der Regierung von Margaret Thatcher Kinderschänder waren.

Das Ziel des M15 war es, die politische Diskreditierung des Kabinetts zu verhindern. Zu diesem Ergebnis kamen Experten die Dokumente analysierten, welche im Depot des Sekretariats der britischen Regierung unlängst aufgetaucht sind.

In den Unterlagen befand sich ein Schreiben von 1986 in dem der damalige MI5-Chef, Sir Anthony Duff, dem Sekretär des Kabinetts, Sir Robert Armstrong, mitteilte, dass einige Amtsträger in der Thatcher-Regierung verdächtig sind sexuelle Beziehungen zu Minderjährigen zu pflegen.

Laut „Times“ schrieb Duff in der Mitteilung: „Im Moment ist die Gefahr einer politischen Diskreditierung der Regierung wesentlich höher als die Gefahr für die Sicherheit.“

Unter den Verdächtigen die mit minderjährigen sexuellen Kontakt gehabt hatten, gehörten der Sekretär des Parlaments, Sir Peter Morrison, Innenminister Leon Brittan, der Diplomat Peter Hayman und Minister William van Straubenzee.

Missbrauchzeuge identifiziert Geheimdienstchef

Im Westminster Pädophilen-Skandal wurden schon mehrere hohe Persönlichkeiten aus der Politik beschuldigt Kinder geschändet und sogar ermordet zu haben. So berichtete die britische Zeitung Sunday People Ende vergangenen Jahres, dass ein anonymer Zeuge bei Scotland-Yard aussagte, er sei in den frühen achtziger Jahren im Raum gewesen, als ein Tory-Abgeordneter einen zwölf Jahre alten Jungen während einer Sex-Orgie im Dolphin Square Apartment erwürgte.

Der Zeuge mit dem Pseudonym „Nick“, sagte weiters, dass er eineinhalb Jahre später einen weiteren Mord gesehen habe, der von „mächtigen Männern“ durchgeführt wurde. Die Polizei stufte Nicks Zeugenaussage als „glaubwürdig und wahr“ ein.

Nick der heute zwischen 40 und 50 Jahre alt ist, war auch ein Opfer der „brutalen“ Vergewaltigungen dieser mächtigen Männer. Unter den Kinderschändern, die auch noch einen dritten Jungen in Nicks Beisein getötet hatten, war auch ein ehemaliger Minister im Kabinett Margret Thatchers.

Einer der Männer die Nick anhand von Fotos identifizierte, war der frühere Botschafter und MI6-Geheimdienstchef Sir Peter Hayman. In den achtziger Jahren wurde kinderpornographisches Material in seiner Wohnung gefunden. Hayman war auch Mitglied im „Paedophile Information Exchange“, einer Kontaktbörse für Kinderschänder. Trotz dieser Tatsachen wurde Hayman nie angeklagt.

Missbrauchsopfer und Zeugen haben Angst

Die Ermittlungen rund um den Pädophilen-Treff im Dolphin Square Apartment und dem „Elm Guest House“, in dem Politiker Kinder aus dem nahe gelegenen Kinderheim missbrauchten, erweisen sich für die Beamten als äußerst schwierig.

Nur wenige der mutmasslichen Missbrauchsopfer und Zeugen wollen eine Aussage machen.

„Ich habe keinen Zeugen, der willens oder in der Lage ist, Informationen über die Prominenten im Elm Guest House bereitzustellen“, sagte der Ermittler Steve Rodhouse, berichtet die „FAZ“.

Dies liegt an dem politischen Hintergrund der Täter. Bei dem mittlerweile verstorbenen BBC-Reporter Jimmy Savile war die Lage anders, in seinem Fall hatten sich Hunderte Zeugen gemeldet.

Staatliche Institutionen schützen die Täter

Die Täter werden von staatlichen Institutionen gedeckt. Das Innenministerium musste eingestehen, dass mehr als hundert Akten, die entsprechende Hinweise enthalten hatten, verschwunden sind. Wie die „FAZ“ berichtet, wurden sie „vermutlich vernichtet, verloren oder sind unauffindbar“.

Der Abgeordnete Geoffrey Dickens hatte in den achtziger Jahren ein Dossier mit Aussagen von Opfern und Namen der Täter zusammengetragen. In 1983 übergab er die Unterlagen seinem Parteifreund Leon Brittan. Danach verschwand das Dossier. Es wurden keine Ermittlungen eingeleitet und es gab auch keinen „politischen Sturm“ den sich Dickens erhoffte.

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Erst Jahrzehnte später wurden einige Täter überführt. Der liberaldemokratische Abgeordnete Cyril Smith, war einer davon. Wie die „FAZ“ berichtet, wurden im Herbst 2012, zwei Jahre nach Smiths Tod, Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft aufgenommen. Einen Anstoß dazu gab ein Enthüllungsbuch des Labour-Abgeordneten Simon Danczuk.

In den siebziger Jahren war Cyril Smith einer der bekanntesten Politiker. Es gab aber noch viele mächtige Männer die Ende der siebziger bis Mitte der achtziger Jahre im „Elm Guest House“ verkehrt haben sollen. Es wurde mehrfach berichtet, dass in diesem Gästehaus kleine Jungs aus einem benachbarten Heim missbraucht wurden. Sogar von verschwundenen Kindern war die Rede.

Anfang der achtziger Jahre wurden die ersten Ermittlungen im Fall „Elm Guest House“ eingeleitet. Dabei wurde nur die Betreiberin festgenommen. Die Gäste aus den elitären Kreisen wurden nicht verhört. Die Betreiberin wurde nach ihrer Verhaftung nur wenig später tot aufgefunden. (so)