Polen: PiS-Politiker Szewczak verlangt 800 Milliarden Euro an Reparationszahlungen

Epoch Times7. April 2019 Aktualisiert: 7. April 2019 18:26
Polen betrachtet die Reparationszahlungen von Deutschland nach dem 2. Weltkrieg als nicht abgeschlossen. Nun erklärte der PiS-Abgeordnete Janusz Szewczak, dass Deutschland als Reparationen für die Schäden 800 Milliarden Euro an Polen zu zahlen habe.

Seit dem Amtsantritt der polnischen Regierung im Jahr 2015 ist das Verhältnis zu Deutschland schwieriger geworden. Der polnische Präsident Andrzej Duda betrachtet die Reparationszahlungen von Deutschland nach dem 2. Weltkrieg als nicht abgeschlossen. Er verwies dabei auf Gutachten im Auftrag des verstorbenen polnischen Staatschefs Lech Kaczynski, die belegten, „dass die angerichteten Kriegsschäden in Polen nie ausgeglichen wurden“.

Nun erklärt der PiS-Abgeordnete Janusz Szewczak (65), dass Deutschland als Reparationen für die Schäden im 2. Weltkrieg 800 Milliarden Euro an Polen zu zahlen habe, wie die „Bild“ schreibt.

Für ihn sei es eine Schande, so die Online-Plattform wPolityce.pl, dass in den vergangenen 30 Jahren „das Thema der Folgen der Ausrottung polnischer Bürger und die Entwertung der polnischen Wirtschaft durch Deutsche vernachlässigt wurde.“

Individuelle Entschädigungen in Höhe von 440 Milliarden Euro gefordert

Im März 2018 sprach der Vorsitzende des vom Parlament eingesetzten Ausschusses für die Reparationsforderungen, Arkadiusz Mularczyk, von 440 Milliarden Euro. Diese Summe stünden den polnischen Opfern Hitler-Deutschlands nach Angaben aus Warschau für individuelle Entschädigungen zu.

Er verwies auf eine Studie aus dem Jahr 1990 wonach es in Polen „13,32 Millionen direkte Opfer von Nazi-Deutschland“ gab.

Auch das EU-Parlament wird nun als „geeignetes Forum“ betrachtet, „um das Thema der Reparationen zu internationalisieren“. Damit soll Druck auf die Bundesregierung ausgeübt werden, wie Abgeordnete der PiS laut Angaben der „Bild“ erklärten.

Polen verzichtete 1953 auf weitere Zahlungen

Der Vorsitzende der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jaroslaw Kaczynski, warf Deutschland vor, sich seiner Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg zu entziehen.

Regierungssprecher Steffen Seibert verwies darauf, dass Polen 1953 „verbindlich und mit Wirkung für ganz Deutschland“ auf weitere Reparationszahlungen verzichtet und dies in späteren Jahren mehrfach bestätigt habe.

Die polnische Regierung stellt die Gültigkeit der Erklärung von 1953 in Frage und argumentiert, die damalige Führung in Warschau habe auf sowjetischen Druck hin gehandelt. (ks)

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