Wiener Massendemos pro Erdogan: Hofer und Kurz besorgt

Epoch Times18. Juli 2016 Aktualisiert: 18. Juli 2016 16:48
Österreichs Außenminister Kurz und FPÖ-Präsidentschaftskandidat Hofer zeigen sich besorgt über die Wiener Demos für Erdogan: In der Nacht des Putschversuchs in der Türkei waren Tausende Türken in Wien und andernorts auf die Straße gegangen, um ihre Solidarität mit dem türkischen Staatschef zu zeigen.

Am Samstag protestierten Tausende Türken auf den Straßen Wiens gegen den Putschversuch in der Türkei.

Die Pro-Erdogan-Demonstrationen in Österreich werden von FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer und Integrations- und Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) kritisch gesehen.

Hofer teilte auf Facebook mit, er mache sich „Sorgen“ über Ereignisse vor der türkischen Botschaft in Wien. Kurz meinte zur „Kronen Zeitung“, als Integrationsminister erwarte er „von Menschen, die bei uns leben, dass sie ihrem neuen Heimatland gegenüber loyal sind“.

Bei den Demonstrationen sei es auch zu Ausschreitungen gegen türkische Kurden gekommen, beklagte Hofer. Zudem sei der Wolfsgruß gezeigt worden, das Erkennungszeichen der rechtsextremen türkischen „Grauen Wölfe“, die auch für Terrorismus und Mord verantwortlich seien.

„Österreich ist nicht der Ort, um türkische Politik auf den Straßen – noch dazu nicht frei von Gewalt – auszutragen“, betonte der FPÖ-Mann.

Durch die „völlig falsche Zuwanderungspolitik“ werde Österreich „leichtfertig an Radikale“ verschenkt. „Es darf auch nicht sein, dass österreichische Staatsbürger, die für den Islamischen Staat in die Schlacht ziehen, wieder ins Land zurückkehren dürfen“, sagte der Präsidentschaftskandidat mit Blick auf etwa 80 IS-Rückkehrer in Österreich.

Kurz geht auf Distanz zu Erdogan-Anhängern

Auch der österreichische Außenminister ging auf Distanz zu den Pro-Erdogan-Demonstrationen. Kurz habe sich schon früher gegen Pro-Erdogan Aktionen in Wien ausgesprochen. So habe der ÖVP-Mann eine Wahlkampfveranstaltung Erdogans in Wien „massiv“ kritisiert, berichtet die Kronen-Zeitung.

Auf die Frage, ob demonstrierende Erdogan-Anhänger in Österreich Platz hätten, antwortete Kurz: „In Österreich gilt die Demonstrationsfreiheit, und das ist gut so, aber gleichzeitig erwarte ich mir als Integrationsminister von Menschen, die bei uns leben, dass sie ihrem neuen Heimatland gegenüber loyal sind und es aus Respekt unterlassen, politische Konflikte nach Österreich zu importieren.“

In der Putsch-Nacht auf Samstag versammelten sich rund 4.000 Menschen aus Solidarität mit dem türkischen Staatsführer auf den Straßen Wiens. Auch am Samstag fand eine weitere Kundgebung mit rund 1.200 Teilnehmern statt.

Zudem versammelten sich auch in anderen Bundesländern der Alpenrepublik mehrere Hundert Demonstranten in Solidarität mit dem Erdogan-Regime. (so)

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