Schweden nach Mord an Flüchtlingshelferin: Gemeinderat verbietet Trauerfeier

Epoch Times3. Februar 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 15:36
Die Ermordung einer Mölndaler Flüchtlingshelferin (22) durch einen 15-jährigen unbegleiteten Minderjährigen aus Somalia, versetzte ganz Schweden in einen Schockzustand. Der Täter wurde inzwischen in eine psychiatrische Klinik in Göteborg gebracht. Als Kollegen der Betreiberfirma in einer anderen schwedischen Stadt eine Gedenkfeier abhalten wollen, wird dies vom Gemeinderat verboten, da es gegen die kommunalen Richtlinien verstoße.

Örnsköldsvik ist fast 900 Kilometer entfernt von Mölndal und liegt an der Nordost-Küste Schwedens. Hier waren die Mitarbeiter einer ähnlichen Unterkunft derselben Betreiberfirma HBV tief bewegt vom tragischen Schicksal der jungen Kollegin aus Mölndal.

"Was in Mölndal passierte, könnte auch hier geschehen. Es ist so schlimm", sagte Sozialarbeiter Carl Lindahl dem schwedischen Fernsehen SVT.

Skandalös: Gemeinderat verbietet Trauerfeier

Lindahl selbst ist seit Dezember krank geschrieben, Burnout. Aus seiner Sicht ist Überbelegung der Hintergrund des Problems. Er habe dreieinhalb Jahre in Häusern für unbegleitete Minderjährige gearbeitet. Die Einrichtungen im ganzen Land seien "unzumutbar überfüllt", zitiert die "Dailymail".

Mit seiner Kollegin Maggie Eriksson wollte er zu Ehren der ermordeten Kollegin eine Trauerfeier organisieren. Doch der Gemeinderat sagte "Nein".

Es wurde verboten, dafür Gemeinderäume zu benutzen. Auch die Flagge wollte man nicht auf Halbmast setzen. Es würde gegen die kommunalen Richtlinien verstoßen, so SVT.

"Es ist erschreckend, dass die Gemeinde auf diese Weise zu verhindern versucht, um die ermordeten Kollegin zu trauern", so Maggie Eriksson. Für Carl Lindahl ist das als gläubiger Christ eine Gewissensfrage.

Was nicht verboten werden konnte, war ein gemeinsamer Gottesdienst von Mitarbeitern und Flüchtlingskindern im Gedenken an Alexandra Mezher am Sonntag in der Kirche im Ort [VIDEO]. Die Besucher konnten mit ihren Unterschriften ihre Unterstützung für die Angehörigen der ermordeten Kollegin demonstrieren.

Eine grauenvolle Tat in Mölndal

Am Montagmorgen, den 25. Januar um 7.46 Uhr erhielt die Polizei in Mölndal/Schweden einen aufgeregten Anruf. Der Anrufer nannte einen Namen und die Worte "Messer", "kämpfen" und "verletzt", schrieb das schwedische "Aftonbladet".

Als die Beamten bei dem Heim ankommen, halten zwei jugendliche Heimbewohner einen 15-jährigen Somalier fest. Ein Mädchen liegt schwerverletzt am Boden, überall gibt es Blut.

Offenbar wollte der somalische Jugendliche einen anderen Heimbewohner im Zuge einer Schlägerei töten, worauf die Flüchtlingshelferin einschritt. Dabei erlitt sie selbst einen Stich in den Oberschenkel und in den Rücken durch den jungen Afrikaner. Stunden später starb Alexandra Mezher (22) an ihren Verletzungen.

Der Täter wurde in eine psychiatrische Klinik in Göteborg gebracht.

Ihre Cousine sagte im schwedischen "Expressen": "Es ist so schrecklich. Sie war eine Person, die Gutes tun wollte, die gut sein wollte. Und dann wird sie ermordet, als sie ihren Job macht."

Alexandras beste Freundin, Lejla Filipovic, wünscht sich: "Sie soll nicht nur ein anonymes Opfer sein. Wir wollen, dass die Menschen sich an sie als ein Mädchen mit einem Namen erinnern."

Skrupellose (?) Asylgeschäfte

Die Stadt Mölndal (38.000 Einwohner) wurde im Jahr 2014 mit umgerechnet 22,6 Millionen Englischen Pfund (knapp 30 Mio. Euro) für die Bereitstellung von Wohnraum für unbegleitete Minderjährige bezahlt, schreibt "Dailymail". Das war mehr staatliche Finanzierung pro Kopf, als in jeder anderen Stadt in Schweden.

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Die private Betreiberfirma des Asylheims, in dem die junge Frau starb, die HVB Living Nordic, wird von der lokalen Behörde für die Unterbringung und Betreuung der zehn jugendlichen Migranten bezahlt. HVB-Firmenchef Patrick Sjögren (46) war Geschäftsführer einer Online-Poker-Webseite. Diese ging 2012 bankrott, als herauskam, dass sie Gelder der Spieler benutzte, um Verluste zu decken.

Sjörgens Firma muss sich nun den Fragen stellen, warum die junge Frau des nachts alleine mit fast einem Dutzend traumatisierter Jugendlicher arbeiten musste.

Ein Therapeut warnte bereits im Dezember 2014 davor, dass "etwas Ernstes hier passieren wird". Auch nach dem Mord sagte ein Mitarbeiter, der anonym bleiben will, dass es schon früher Beschwerden über die Arbeit allein in der Nacht gegeben habe.

Am Tage sind die Helfer mindestens zu zweit unterwegs, der Sicherheit wegen. (sm)

Siehe auch:

Schweden im Schockzustand nach Mord an Flüchtlingshelferin – "Sie war mein Engel", so die Mutter