Sea-Watch-Skandal: Italien enthüllt gemeinsame Machenschaften von Schleppern und NGO-Schiffen

Epoch Times20. Juli 2019 Aktualisiert: 23. Juli 2019 14:48
Eine geheimnisvolle Facebookgruppe. Jubel auf Schlepperschiffen. Die Fakten sind erdrückend. Ein 21-jähriger Libyer sprach vor der Kamera über die enge Zusammenarbeit von Schleppern und NGO-Schiffen wie der Sea-Watch. Ein Journalist legt nach.

Dass es Erkenntnisse der italienischen Justiz darüber gibt, dass libysche Schleuser und NGOs miteinander in Kontakt stünden, hatte Italiens Innenminister Salvini zuvor in der TV-Show „La quarta Repubblica“ vom 8. Juli angekündigt. Nun enthüllte er vor einer Woche in der Talkshow „Quarta Republica“ auf Rete 4, dass sich die Beweise für eine Absprache zwischen Schleppern und NGOs bestätigt haben. Internationalen Medien berichtet darüber, beispielsweise „Free West Media“ oder das italienischen Portal „liberoquotidiano.it“.

In einem fünfminütigen Film wurden Migranten an Bord eines Schleppers gezeigt, die vor ihrer Rettung schrien und tanzten. Sie riefen zu Hause an und teilten Verwandten mit, dass sie schon bald in Europa sein würden. Dieses Gebaren stehe laut „Free West Media“ in krassem Kontrast zu anderen Sea Watch-Dokumentationen, beispielsweise der von ARD Panorama. Auch auf Facebook würden schon lange Videos kursieren, die die realen Umstände aufzeigen würden.

Auf dem Film enthüllt ein 21-jähriger Libyer, der vor einigen Wochen nach Italien gekommen war, das Vorgehen der Schlepper:

Auf einer Geheimgruppe auf Facebook würden die Überfahrten von Libyen nach Italien organisiert. Diese kosten 1.600 Euro. Als der Libyer den Schlepper, der sich Lukman Zauari nennt, fragte, ob die Überfahrt sicher sei, beantwortete er diese mit „Ja“. Er arbeite viel mit Schiffen, die Menschen aus dem Mittelmeer retten. Davon gebe es viele. Auf Nachfrage sagte der Libyer über den Kontaktmann:

Ja, ja, er sagte, er habe Kontakt zu vielen Schiffen von Seenotrettern. Sea-Watch und viele andere, an deren Namen ich mich nicht erinnere.“

Er sagte, die Orte, an denen Schiffe wie die Sea-Watch warten würden, seien bekannt. Wenn etwas passieren würde, bekäme die Sea-Watch eine Meldung. Auf seinem Handy zeigte er die vielen Telefonnummern von verschiedenen Organisationen. „Ungefähr vier oder fünf Nummern. Einschließlich eines von Sea-Watch“, erinnert sich der Libyer.

Die libysche Mafia würde bezahlt werden, damit die Boote nicht angehalten werden.

Journalist liefert Beweise

Ein italienischer Journalist machte den Test: Er gab sich als marokkanischer Migrant aus, der nach Italien will. Er nahm Kontakt auf zu Lukman Zauari. Das Gespräch wurde über den verschlüsselten Chatservice Viber geführt.

„Die Überfahrt kostet 1.600 Euro“, sagte der Schlepper.

Als der Journalist ausführt, dass er sich große Sorgen wegen der Überfahrt mache, sagte Lukman:

„Ich bin ein seriöser und professioneller Mann. […] Wir sind mit Sea-Watch in Kontakt.“

Der Journalist fragt dann: „Sie haben also Kontakt zu ihnen, und wenn etwas passiert, rufen Sie sie an, um uns zu retten?“

Lukman antwortet: „Ja, ja, ich bin in Kontakt mit ihnen.“

Lukman bot an, den getarnten Reporter nach Zuara zu bringen. Dort läge die Open Arms, ein weiteres NGO-Schiff.

Tatsache sei laut „Free West Media“, dass dieser Menschenhandel in hohem Grad von den NGOs abhänge, indem es auf die mit GPS aufgezeichneten Aufenthaltsorte zurückgreifen würde.

Inzwischen hat Carola Rackete nicht nur Italien, sondern auch Sea-Watch verlassen. Ihr Anwalt Alessandro Gamberini sagte laut „Focus“ nach ihrer Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft am Donnerstag im sizilianischen Agrigent, dass sie „nicht mehr Mitglied der derzeitigen Besatzung der Sea-Watch“ sei. Sie hätte andere Aufgaben zu erledigen. Vorerst führt ihr Weg nach Deutschland. (sua)

 

 

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