Dieses Foto von der Schlepperbande in Aktion veröffentlichten Italiens Finanzermittler.Foto: Guardia di Finanza

Italien: Schlepperbande verschiffte Migranten per „Luxustaxi“ – auch Terroristen?

Von 11. Juni 2017 Aktualisiert: 13. Juni 2017 10:42
Sizilianische Ermittler haben Schlepper enttarnt, die per Schnellboot Menschen nach Italien schleusten. Darunter möglicherweise auch Terroristen.

Die Staatsanwaltschaft von Palermo hat eine Bande geschnappt, die Komplett-Arrangements zur illegalen Einreise nach Europa verkaufte: Mit Schnellbooten brachten die Schlepper maximal 14 Personen je Fahrt von Tunesien nach Sizilien. Auch Unterkünfte und Weiterreisen wurden von ihnen organisiert. Italienische Medien beschrieben dies als „Luxustaxi“. Pro Person kostete der Trip 3.000 Euro.

Bei einer Razzia wurden nun fünfzehn mutmaßliche Banden-Mitglieder festgenommen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Darunter auch der Chef, ein 28 Jahre alter Tunesier und seine Partnerin, eine 55-jährige Italienerin. Die wichtigsten Figuren der Gruppe waren alles Nordafrikaner, so die Staatsanwaltschaft. Es wurden zwei Schnellboote und zehn Autos sichergestellt, auch ein Zentner Zigaretten war dabei.

Italiens Finanzpolizei hatte zunächst Telefongespräche der Mitglieder abgehört und ihre Aktivitäten genau dokumentiert, bevor sie zuschlug. Die Operation hieß „Scorpion Fish“.

Verdächtige Gespräche

Der Oberstaatsanwalt von Palermo, Francesco Lo Voi äußerte nach der Razzia vor Medien, dass auch Dschihadisten den Dienst der Bande genutzt haben könnten, um nach Europa einzureisen. Abgehörte Telefonate hätten darauf hingewiesen. Ein Passagier hoffte, er möge nicht „wegen Terrorismus“ wieder nach Tunesien zurückgebracht werden. In einem anderen Telefonat sagte die Italienerin zum mutmaßlichen Bandenchef: „Ich schwöre auf Mohammed, der mein Leben ist“, als dieser ihre Loyalität bezweifelte. Auch über die „gerechte Causa“ sei gesprochen worden.

Der Oberstaatsanwalt spricht von einer „Bedrohung für die nationale Sicherheit“. Man werde weiter ermitteln.

Kooperation von Mafia und Terroristen?

In Italien wurde durch den Fall wieder Aufmerksamkeit auf die Frage gelenkt, inwiefern die Mafia mit Islamisten kooperiert. Eine weitverbreitete Ansicht in der italienischen Bevölkerung lautet: „Die Mafia arbeitet mit den Islamisten zusammen, weshalb es in Italien bisher keine größeren Anschläge gab.“ Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet diese These und verweist sie gleichzeitig in das Reich der unbelegten Spekulationen.

Mafia verdient dick an Asylindustrie

Im Mai war ein Millionengeschäft der Mafia mit einem italienischen Asylheim aufgeflogen, welches Ermittler „die Spitze des Eisbergs“ nannten. Auch eine katholische Organisation war darin verwickelt. Dass die Mafia an der Migrationskrise dick verdient beschrieb Beppe Grillo, der Begründer der „Fünf-Sterne-Bewegung“, bereits 2015 auf seinem Blog. Die Mafia könne in der Asylindustrie viel mehr Geld als mit Drogen verdienen, so Grillo.

Jeder in Italien ankommende Migrant hat das Recht auf 1.050 Euro Lebensunterhalt im Monat. Davon geht ein Prozentsatz an die Mafia. Abgehörten Gesprächen zufolge ist dies ein Betrag zwischen ein bis zwei Euro täglich. Für die Mafia sind die Migranten eine Einkommensquelle. Sie sind mehr wert als Drogen. Eine Schiffsladung Afrikaner ist mehr wert als eine Schiffsladung Kokain.“  (Beppe Grillo)

Mehr dazu:

Grillo: „Migranten sind mehr wert als Drogen“

Soros in Italien: Geheimtreffen mit Ministerpräsidenten

Italienischer Staatsanwalt: NGOs arbeiten bei der Rettung von Flüchtlingen mit libyschen Schleppern zusammen

 


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion