Der ehemalige FPÖ-Chef und Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian StracheFoto: GEORG HOCHMUTH/AFP/Getty Images

Strache lehnt Vorsitz der „Allianz für Österreich“ ab – Was wusste Böhmermann von DAÖ?

Von 16. Dezember 2019 Aktualisiert: 16. Dezember 2019 18:37
Wird es eine Rückkehr des ehemaligen Vizekanzlers Heinz-Christian Strache nach seinem FPÖ-Ausschluss geben? Welche Rolle spielt die neu gegründete Partei DAÖ dabei? Mit den Initialien DAÖ provozierte bereits Jan Böhmermann in seiner Anti-Österreich-Ausstellung.

Die politische Zukunft des ehemaligen FPÖ-Vorsitzenden und ehemaligen Vizekanzlers von Österreich galt durch das „Ibiza“-Video als zerstört. Am Freitag endete seine FPÖ-Mitgliedschaft mit einem Parteiausschluss. Laut dem Wiener Landesparteiobmann und Vizebürgermeister, Dominik Nepp, sei das Kapitel Strache für die FPÖ nun endgültig abgeschlossen, der Ausschluss per Beschluss wegen „parteischädigendem Verhalten“ sei einstimmig gewesen.

Doch am Donnerstag bereits hatten drei FPÖ-Abgeordnete in Wien die Partei „Die Allianz für Österreich“ (DAÖ) samt Parlamentsklub gegründet. Es wurde spekuliert, dass Heinz-Christian Strache damit zur Politik zurückkehren und in den Wahlkampf 2020 um die Wiener Gemeinderatswahlen einsteigen würde. Ein Treffen von Strache mit dem Milliardär Frank Stronach im November hatte ohnehin die Gerüchteküche entfacht.

„Die Allianz für Österreich“ und HC Strache

DAÖ-Initiator und Wirtschaftsverbandschef Karl Baron dementierte zwar jegliche Absprachen mit dem Ex-Vizekanzler im Vorfeld, machte aber gleichzeitig deutlich: „Ich bin mit HC Strache seit Jahrzehnten befreundet, das wird sich auch nicht so schnell ändern.“ Für die DAÖ-Partei wäre Strache „das ideale Zugpferd“, um die FPÖ bei der Wahl zu überholen. Schließlich gab es Gespräche mit dem Wunschkandidaten, weshalb sich Baron auch „zuversichtlich“ zeigte.

Doch Heinz-Christian Strache lehnte dennoch ab. Als Strache am Sonntag bei seiner Frau auf der Tierschutz-Charity-Veranstaltung „Pfötchenpunsch“ auf dem Weihnachtsmarkt am Alten AKH in Wien war, sagte er gegenüber Journalisten:

Nein, den Vorsitz der DAÖ kann ich mir nicht vorstellen zu übernehmen.“

(Heinz-Christian Strache, ex-Vizekanzler von Österreich)

Es müsse ein anderes, nachhaltigeres Projekt sein, so Strache, der sagte, dass er jetzt die Zeit als Parteifreier genieße und dann werde man weitersehen. Seine Frau hatte sich demnach noch nicht mit der DAÖ-Frage beschäftigt. Gespräche dazu habe es auch nicht gegeben. Da auch sie aus der FPÖ ausgeschlossen wurde, gilt sie derzeit als „wilde“ Abgeordnete im Nationalrat, womit sie sich auch wohlfühle.

Der ebenfalls anwesende DAÖ-Begründer Karl Baron sagte der Presse, dass das dann eben jemand anderes führen werde. Wichtig sei nur, dass er [Strache, Anm. d. Red.] Teil des Teams und Spitzenkandidat werde, berichtete die „Krone“.

Jan Böhmermann: Undurchsichtiger Medien-Narr

Bereits „OE24“ erinnerte daran, dass Jan Böhmermann „bekanntlich auch vor dem Auftauchen des Ibiza-Videos im Mai eine seltsame Rolle“ gespielt habe, indem er schon Tage zuvor Andeutungen machte, dass er wohl „in die ganze Aktion eingeweiht gewesen sein“ dürfte.

Als Jan Böhmermann kurz zuvor seine „Kunst“-Ausstellung „Deuscthland Asnchluss Österreich“ im Mai 2019 n Graz feierte, hatte diese die gleichen Initialen, wie die neue Partei „Die Allianz für Österreich“: DAÖ. Dies fand unter anderem Armin Wolf, stellvertretender Chefredakteur beim ORF-TV interessant:

ZDF-Satiriker Jan Böhmermann zeigt sich gern als unbedarfter Hofnarr des öffentlich-rechtlichen ZDF. Doch welche Rolle spielt Jan Böhmermann wirklich?

Apropos „Ibiza“-Video: Obwohl das Video als „zivilgesellschaftliches Projekt“ bezeichnet wurde, stellten sich schließlich kriminelle Hintermänner als Drahtzieher heraus. Es ging um Rache, Sex und Kokain, getarnt als „Kampf gegen rechts“.

Die deutschen Medien „Spiegel“ und „Süddeutsche“ griffen bei dem Video zu, veröffentlichten es und die Regierung in Österreich zerbrach. „In Österreich wollte niemand das Video kaufen“, sagte ein Ermittler gegenüber „OE24“, weil man gewusst habe, dass die Gruppe ein Hehler-Problem habe.

(sm)



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