Wladimir Putin auf einer Gedenkfeier zum Ende des Zweiten Weltkriegs.Foto: MAXIM SHEMETOV/AFP via Getty Images

Streit zwischen Warschau und Moskau – Historiker: Putin wird Polen weiter attackieren

Epoch Times22. Januar 2020 Aktualisiert: 22. Januar 2020 14:31
Der Streit zwischen Russland und Polen über den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wird nach Einschätzung eines polnischen Historikers noch monatelang weitergehen.

Im Streit zwischen Warschau und Moskau über die Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs rechnet der polnische Historiker Piotr Maciej Majewski mit weiteren Attacken von Kremlchef Wladimir Putin. „Das wird noch kulminieren, wenn in Moskau im Mai die Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs begangen werden“, sagte der Historiker vor dem Holocaust-Gedenken in Jerusalem am Donnerstag.

In den kommenden Monaten werde Putin wahrscheinlich noch mehr Vorwürfe gegen Polen erheben, die sich auf die Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs beziehen.

Polnischer Präsident sagt Teilnahme an  Gedenkveranstaltung ab

Der tiefgreifende Geschichtsstreit zwischen Warschau und Moskau hat nun zur Absage des polnischen Präsidenten Andrzej Duda an der Teilnahme der Jerusalemer Gedenkveranstaltung – zum 75. Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrations- und Vernichtungslagers in Auschwitz – geführt. Der von Duda angeführte Grund: Er darf keine Ansprache halten – anders als sein russischer Kollege Putin.

Zum Welt-Holocaust-Forum in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem werden die Staats- und Regierungschefs von mehr als 30 Ländern erwartet, unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Duda dagegen sagte ab. Ihm die Möglichkeit zu verweigern, die polnischen Holocaust-Opfer zu ehren, komme einer „Verzerrung der historischen Wahrheit“ gleich, kritisierte der Präsident.

Stattdessen darf unter anderem Putin das Wort ergreifen. Der russische Präsident hatte Polen unlängst vorgeworfen, vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs mit Hitler kooperiert zu haben und Mitschuld an dem Krieg zu tragen, was in Polen große Empörung auslöste. Dann kündigte der Kremlchef an, Russland wolle seine Archive aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs öffnen, um Geschichtsfälschern „das Maul zu stopfen“.

Historiker Majewski erwartet von diesem Schritt keine Enthüllungen. Arbeiten polnischer Historiker hätten längst gezeigt, dass es etwa unter den Soldaten der polnischen Heimatarmee AK, die gegen die deutschen Besatzer kämpfte, auch Antisemiten gegeben habe.

Majewski betonte aber auch, dass die Vertreter von Polens nationalkonservativer Regierungspartei PiS Putin eine Steilvorlage geliefert hätten. „Die polnische Erinnerungspolitik in den vergangenen fünf Jahren unter der PiS bestand darin, auf die nationalistische und hurrapatriotische Pauke zu hauen.“ Hätte sich Warschau bemüht, die Geschichte ehrlich darzustellen, wäre Polen jetzt nicht in dieser Form Putins Attacken ausgesetzt, so der Historiker.

Kritik an israelischer Haltung

Die israelische Regierung versuchte unterdessen, ihre Haltung als Neutralität im außenpolitischen Konflikt zwischen Polen und Russland darzustellen. In diesen wolle Israel nicht hineingezogen werden, hieß es aus Regierungskreisen. Diese Sichtweise teilen aber keineswegs alle: Die linke israelische Zeitung „Haaretz“ kritisierte, die Haltung Israels könne auch als „stillschweigende Unterstützung“ für Putins Geschichtspolitik ausgelegt werden.

Das polnische Außenministerium forderte am Dienstag Putin auf, „die Erinnerung an die Opfer des Holocaust nicht für politische Zwecke zu nutzen“. Zudem veröffentlichte das Ministerium ein historisches Dokument der polnischen Exilregierung in London aus dem Jahr 1942. Darin warnte die Exilregierung unter Verweis auf Berichte polnischer Widerstandskämpfer erstmals vor einer „massiven Vernichtung der Juden im von den Deutschen besetzten Polen“.

Einige Beobachter sehen im Rederecht für Putin in Jerusalem auch ein Zeichen für eine Annäherung Israels an Moskau. Das Forum in Yad Vashem wird unter anderem von Wjatscheslaw Mosche Kantor organisiert, einem Kreml-nahen russischen Milliardär. Zudem setzt Netanjahu demnach bei der anstehenden Parlamentswahl am 2. März auf die Stimmen der aus Russland eingewanderten Israelis. (so/dpa/afp)

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.
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