Studie bestätigt: Europäer mehrheitlich gegen EU-Flüchtlingspolitik – Imageverlust europaweit

Epoch Times8. Juni 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 20:15
Eine Studie des Washingtoner Meinungsforschungsinstituts PEW Research Centers bestätigte, dass die Flüchtlingspolitik der EU in ganz Europa als negativ beurteilt werde. Dies färbe sich auch auf das Image der EU in fast allen Mitgliedsländern ab.

Obwohl die Zahl der EU-Befürworter immer noch etwas größer sei als die der Skeptiker, wünschten viele eine Rückübertragung von Kompetenzen an die nationalen Regierungen. In allen Ländern war dies ein mehrheitliches Thema. Im Schnitt forderten dies 42 Prozent der Europäer. Lediglich 19 Prozent wollten im Umkehrfall mehr Kompetenzen an die EU abtreten. Rund ein Viertel der Europäer (27 Prozent) will die Machtverteilung so belassen, wie sie ist.

Allerdings erhielt eine Rückübertragung der Rechte an die Regierungen in den Ländern Griechenland (68 Prozent) und Großbritannien (65 Prozent) gar eine Zweidrittelmehrheit. In Deutschland ist knapp ein Drittel (29 Prozent) zufrieden, wie es ist. 26 Prozent würden mehr Macht nach Brüssel verschieben und 43 Prozent lieber von dort zurückholen.

Keine gute EU-Flüchtlingspolitik

Allgemein schlecht schneidet die EU-Flüchtlingspolitik ab. In allen untersuchten Ländern lagen die Befürworter bei unter einem Drittel. Spitzenreiter gegen die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union ist Griechenland. Hier waren 94 Prozent unzufrieden mit dem Umgang der EU mit der Flüchtlingskrise, gefolgt von Schweden (88 Prozent) und Italien (77 Prozent).

Am wenigsten unzufrieden zeigten sich die Niederländer (63 Prozent) und die Deutschen (67 Prozent) im europäischen Vergleich. Doch auch hier lagen die Werte weit über denen der Zufriedenen.

Interessanterweise liegt Deutschland, dass "in absoluten Zahlen die umfangreichste Zuwanderung verkraften muss" nahezu am Ende des Rankings, so das Blatt. Allerdings hätten sich die Deutschen inzwischen deutlich von der ‚Refugee Welcome"-Euphorie verabschiedet. Nur noch rund jeder Vierte (26 Prozent) gibt sich als Befürworter der EU-Flüchtlingspolitik aus.

Auf die Frage: "Sind Sie zufrieden mit dem Umgang der EU mit der Flüchtlingskrise?" antworteten:

Land in % NEIN JA
Griechenland 94 5
Schweden 88 10
Italien 77 17
Spanien 75 21
Ungarn 72 24
Polen 71 19
Großbritannien 70 22
Frankreich 70 26
Deutschland 67 26
Niederlande 63 31

EU-Wirtschaftspolitik kritisiert

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wirtschaftspolitik der EU. Hierin eingeschlossen sind zentrale Fragen der Finanz- und Sparpolitik. Hier zeigen sich die Griechen wieder als Spitzenreiter der Enttäuschten. Nach einigem Abstand folgen die Mittelmeerländer. Die Deutschen und die Polen sind am zufriedensten und die einzigen Länder, mit mehr Ja- als Nein-Stimmen.

Auf die Frage: "Sind Sie zufrieden mit dem Umgang der EU in europäischen Wirtschaftsfragen?" antworteten:

Land in % NEIN JA
Griechenland 94 6
Italien 68 22
Frankreich 66 27
Spanien 65 28
Schweden 59 34
Großbritannien 55 28
Niederlande 49 42
Ungarn 48 38
Deutschland 38 47
Polen 33 47

Genereller Image-Verlust der EU

Tendenziell verlor die EU seit Beginn der Befragungen im Jahr 2004 an Zustimmung. Selbst die Währungskrise 2013 verzeichnete keinen solchen Image-Verlust der EU wie er heute zu sehen ist. 

In Deutschland fanden 2004 mehr als die Hälfte, nämlich 58 Prozent der befragten Bürger, die EU gut. In den folgenden Jahren stieg diese Zahl weiter an – 2007 auf 69 Prozent und 2012 auf 70 Prozent.

Selbst die oben erwähnte Währungskrise von 2013 schadete der Beliebtheit der EU kaum, hier sank der Wert auf gerade einmal 65 Prozent, um im Folgejahr wieder auf 68 Prozent zu steigen. Daran änderte auch Berlins Milliardenbürgschaft für die Griechenland-Rettungspakete nichts.

Aktuell sackte die EU-Beliebtheit allerdings auf 50 Prozent ab, die Zahl der Skeptiker lag nahezu gleichauf bei 48 Prozent.

Rasant war die Talfahrt in Frankreich von ehemals 69 Prozent Befürwortern in 2004 auf aktuelle 38 Prozent. Erstaunlicherweise verhielt sich Brexit-Kandidat Großbritannien relativ stabil. Hier sank die Zustimmung im gleichen Zeitraum lediglich von 54 Prozent auf 44 Prozent.

Brexit – UK raus aus der EU?

Ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU hielten die meisten für falsch. Allen voran wünschten sich die Schweden mit 89 Prozent, dass der Inselstaat in der EU verbliebe, gefolgt von den Niederländern (75 Prozent) und den Deutschen (74 Prozent). Am "egalsten" war es den Italienern.

Hier fanden 57 Prozent ein Ausscheiden des Königkreichs eher schlecht, 23 Prozent gut. Am meisten Befürworter für einen Brexit fanden sich in Frankreich mit 32 Prozent. Ihnen standen aber gut doppelt so viele Frnazosen gegenüber (62 Prozent), die das nicht so gut fanden. 

Die PEW-Studie fand vom 4. April bis zum 12. Mai in zehn EU-Ländern statt. Diese sollen laut PEW-Angaben rund 80 Prozent der EU-Bevölkerung stellen und 82 Prozent des Bruttoinlandproduktes ausmachen. Es wurden 10.491 Personen befragt.

(Quelle: "Welt")(sm)

[PEW-Studie, Original, englisch]

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