Todesschuss zu Ostern in Wien: „Wollte mit Waffe nur auf den Kopf schlagen“ – Kosovo-Österreicher bestreitet Tötungsabsicht

Von 16. April 2017 Aktualisiert: 19. April 2017 10:42
Ein Streit, ein Schuss, ein Toter - Das Osterfest fand in Wien-Brigittenau auf blutige Weise statt. Doch alles soll nur ein Unfall gewesen sein, so der Todesschütze.

„Ich war’s nehmt mich fest!“

Mit diesen Worten betritt ein aus dem Kosovo stammender Österreicher eine Polizeistation in der Nähe des Tatorts Jägerstraße 6 in Wien-Brigittenau: „Ich habe die Scheiße da gerade gemacht“, so der 27-jährige Angestellte über einen kurz zuvor gefallenen tödlichen Schuss.

Osternachmittag – ein Schuss, ein Toter

 

Alles fing mit einem lautstarken Streit mehrerer Männer am Ostersonntag gegen 15 Uhr vor der Jägerstraße 6 an. Plötzlich fiel ein Schuss. Kurz darauf fanden Passanten einen Mann, tot auf dem Gehsteig liegen.

Allem Anschein nach wurde das Opfer durch einen Kopfschuss regelrecht hingerichtet. Der Tatort wurde abgesperrt, die Leiche von der Polizei mit einer gelben Plane abgedeckt und die Spurensicherung nahm ihre Arbeit auf. Die Tatwaffe wurde nicht gefunden.

Alles deutete auf eine Abrechnung unter Gangstern hin. Doch die Geschehnisse änderten die Richtung und offenbarten eine völlig neue Sichtweise.

Kurz nach dem Vorfall meldete sich ein an der Auseinandersetzung Beteiligter bei der Polizei. Es war der 27-Jährige.

Was war geschehen?

Die beiden Männer hatten sich im Cafe „Blanco“ in der Jägerstraße 14 getroffen. Laut einem Stammgast des Lokals verlief das Gespräch zwischen den beiden freundschaftlich und ohne Streit ab, ehe sie das Lokal verließen. Doch auf der Straße kam es dann plötzlich zu einer Auseinandersetzung. Der berichtenden „Krone“ zufolge soll es möglicherweise um eine mit beiden bekannte Frau gegangen sein.

Das spätere Opfer, ein 26-jähriger Angestellter aus Österreich mit bosnischen Wurzeln, soll dem 27-Jährigen einen Faustschlag ins Gesicht versetzt haben, worauf dieser ein Pfefferspray zog, um den Angriff abzuwehren, verfehlte dabei aber sein Ziel.

Der 27-Jährige, der als Türsteher in einer von Tschetschenen frequentierten Diskothek arbeitet, hatte beruflich bedingt, eine Pistole Kaliber 7,62 Millimeter dabei:

Er hat mir ins Gesicht geschlagen. Ich wollte ihm mit der Waffe auf den Kopf schlagen, und plötzlich kam ein Schuss.“

(Kosovo-Österreicher, 27)

Täter stellt sich bei Polizei

Nach der Tat deponierte der 27-Jährige die Waffe in einem von ihm abgestellten PKW, den er sich ausgeliehen hatte und ging zur Polizei.

Diese nahm den Mann mit Verletzungsspuren im Gesicht in Gewahrsam. Da er über starke Kopfschmerzen klagte, rief man zudem den Rettungsdienst.

Die Ermittler nahmen Proben von seiner Kleidung und der Schusshand. Die Ergebnisse werden in einigen Tagen erwartet. Die Polizei geht derzeit aber davon aus, dass die Geschichte so stimmt.

Die vernommenen Zeugen konnten nichts zum Inhalt des Streitgesprächs sagen: „Sie sagen durch die Bank nur, sie haben einen Streit gehört“, so Polizeisprecher Patrick Maierhofer zur „Kronenzeitung“.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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