Tödliche Refugee-Tragödie: Mörder von Lauren M. bekommt lebenslänglich

Epoch Times16. Juni 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 21:37
Am 24. Januar 2016 ermordete der 24-jähriger Asylbewerber Abdou I. aus Gambia die US-amerikanische Studentin Lauren M. (25) in ihrer Wiener Wohnung. Er soll das Au-pair-Mädchen mit einem Kissen erstickt haben. Am Mittwoch nun wurde er in der österreichischen Hauptstadt von einem Gericht wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Der Vorsitzende Richter erklärte: "In diesem Fall ist nur die Höchststrafe tat- und schuldangemessen." 

Wie die "Krone" jetzt herausfand, war der Mann polizeilich kein Unbekannter. Bereits 2014, im Jahr seiner Ankunft in Europa, soll er in Deutschland eine Minderjährige sexuell missbraucht haben.

Abdou I. alias "Pascal" flüchtete im Frühjahr 2014 nach Europa. Er stellte in Italien einen Asylantrag, danach in der Schweiz, in Deutschland und auch in Österreich, berichtet "OE24" über die Hintergründe. Germanistikstudentin Lauren M. arbeitete ehrenamtlich als Flüchtlingshelferin, gab Asylbewerbern Deutschunterricht. So lernte sie auch den Gambier Abdou I. kennen.

"Trotz massiver Unterstützung der Refugee-Helfer­szene, zu der auch Germanistikstudentin und Au-pair-Girl Lauren M. aus Colorado zählte, wurde der Gambier vergangenen Dezember nach Rom abgeschoben", so das Blatt. Die Rückführung aus einem Wiener Asylquartier geschah nach der Dublin-III-Verordnung. Das war am 11. Dezember 2015.

Rückkehr nach Wien

Der Gambier will nach eigenen Aussagen dann nie wieder nach Wien zurückgekehrt sein, die darauf folgenden Ereignisse dort hätten nichts mit ihm zu tun gehabt.

"OE24" schreibt: "Laut Anklage soll der Flüchtling als Illegaler am 18. Dezember am Westbahnhof auf Lauren M. getroffen sein. Die Studentin gewährte dem obdachlosen Flüchtling aus Mitleid Unterkunft in ihrer Einzimmerwohnung und ging mit ihm zur Asylberatung."

Das Blatt präzisierte in einem weiteren Artikel, dass der Gambier sieben Tage nach seiner Abschiebung nach Italien wieder in Wien aufgetaucht sei und Lauren M. angerufen habe. Die Studentin habe ihn dann vom Hauptbahnhof abholte und in ihre Wohnung gebracht.

Lauren & Abdou

Lauren M. soll eine lebenslustige junge Studentin gewesen sein. Sie arbeitete vor einigen Jahren als Au-pair-Mädchen bei einer Rechtsanwaltsfamilie in Wien, ging dann in die USA zurück, um die Schule abzuschließen. Später kehrte sie nach Wien zurück, zum Studium. Zur Finanzierung des Studiums arbeitete sie wieder als Kindermädchen für die Familie des Rechtsanwalts. Dieser hatte ihr auch die Wohnung besorgt.

In diesem Haus in der Wiedner Hauptstraße in Wien lebte die amerikanische Germanistik-Studentin Lauren M. in einer Einzimmerwohnung, zusammen mit Abdou I. aus Gambia.In diesem Haus in der Wiedner Hauptstraße in Wien lebte die amerikanische Germanistik-Studentin Lauren M. in einer Einzimmerwohnung, zusammen mit Abdou I. aus Gambia.Foto: Youtube/Screenshot

Ihr bester Freund, ein schwedischer Student, der sie an der Uni Wien kennengelernt hatte, beschrieb sie als selbstlose, hilfsbereite Person, die dem obdachlosen Flüchtling aus Mitleid Unterkunft gewährte, berichtet die "Tiroler Tageszeitung" (TT). Weiter berichtete die Zeitung, dass ihm Lauren dabei helfen wollte, eine dauerhafte Wohnung zu finden. Dies alles bestritt der Afrikaner vor Gericht jedoch.

Lauren M. hatte mit dem jungen Analphabeten, Sohn eines gambischen Bauers, ein Verhältnis. Doch da gibt es auch eine dunkle Seite: Es habe sich um eine "Drogen-für-Sex-Beziehung" gehandelt, nach dem Motto: "Ich gebe ihr Drogen , sie schläft mit mir", sagte Abdou I., nannte es "eine gute Beziehung". 

Für die Staatsanwältin war Lauren M. eine junge Frau, die mit Sex eher offen umging und sich nicht auf Abdou I. beschränken wollte. "Ihre sexuelle Offenheit war ihm ein Dorn im Auge", so Staatsanwältin Christina Schnabl.

Samstag, 23. Januar – Die Party vor dem Mord

Polizei und Zeugen berichten einheitlich von einer kleinen Party bei Lauren M., am 23. Januar, dem Abend vor ihrem Tod. Anfangs soll auch Abdou I. teilgenommen haben, ehe er, laut "TT" in die Disco ging. Weiterhin waren drei afghanische Asylbewerber anwesend, die bis zum Morgen blieben. Alle hatten in der kleinen Wohnung auf einer Matratze übernachtet.

Einem von ihnen, einem 15-Jährigen, der im September 2015 nach Wien gekommen war, gab Lauren Deutschunterricht. Der Jugendliche soll inzwischen die Schule besuchen und bei seinem Zeugenauftritt vor Gericht die drei Berufsrichter mit erstklassigen Sprachkenntnissen überrascht haben. 

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"Er erzählte in flüssigem Deutsch, er habe im Verlauf der Nacht mit der Studentin Sex im Badezimmer gehabt und sich danach zu ihr auf die Matratze gelegt. Am nächsten Tag habe er sich gegen 11.00 Uhr verabschiedet, weil er lernen musste. Danach habe er mehrfach versucht, die 25-Jährige telefonisch zu erreichen. Sie habe nicht mehr abgehoben. Er habe über Facebook Kontakt zu anderen Freunden der US-Amerikanerin aufgenommen, sie überall gesucht, auch an ihrer Wohnung. Die Tür sei aber versperrt gewesen. Schließlich habe er eine Abgängigkeitsanzeige erstattet", berichtet "TT" weiter.

Das Kindermädchen galt als gebildet, sehr sozial und zuverlässig. Als sie am Dienstag, 26. Januar, das Kind der Rechtsanwaltsfamilie nicht vom Kindergarten abholte und auch auch nicht erreichbar war, veranlasste ihr Arbeitgeber ebenfalls eine Abgängigkeitsanzeige. Am Abend wurde sie dann gefunden.

Gewissheit: Sie ist tot.

Am 26. Januar ließ die Polizei dann die Tür zu der Einzimmerwohnung in der Wiedner Hauptstraße in Wien öffnen. Der junge Afghane (15) wartete zusammen mit Laurens bestem Freund, dem schwedischen Studenten, vor dem Haus.

"Die Beamten hätten ihnen schließlich mitgeteilt, dass sie tot sei, berichtete der Jugendliche dem Schwurgericht, wobei er sich Tränen aus den Augenwinkeln wischte", so "TT".

Doch was war in der Zeit dazwischen geschehen? Die Ermittler versuchten den Tathergang zu rekonstruieren, da Abdou, der Gambier sogar bestritt, überhaupt in Wien gewesen zu sein. Er sei in Italien gewesen, was Freunde wüssten, die er aber nur vom Vornamen her kennt.

Rekonstruktion der Tat

Abdou I. soll am frühenSonntagmorgen des 24. Januar gegen 4 Uhr von dem Disco-Besuch in die zur Zeit gemeinsame Wohnung gekommen sein.

Hinter dieser Tür wurde die 25-jährige junge Frau ermordet.Hinter dieser Tür wurde die 25-jährige junge Frau ermordet.Foto: Youtube/Screenshot

Da er einen Schlüssel hatte, öffnete er die Tür und fand Lauren M. in den Armen des jungen Afghanen neben den anderen auf der Matratze wieder.

"Das hat das Fass zum Überlaufen gebracht", ist sich die Staatsanwältin sicher. Der Gambier wartete, bis die drei Flüchtlinge gegangen waren. Dann machte er sich offenbar über die schlafende Frau her.

Den DNA-Spuren zufolge hatte Lauren M. nach dem 15-Jährigen auch sexuellen Kontakt mit dem Gambier.

Die Leiche der jungen Frau wurde spärlich bekleidet auf dem Bauch liegend auf der Matratze aufgefunden. Gerichtsmediziner Daniele Risser, der ein "klassisches Tötungsdelikt" erkennt, glaubt, dass die Situation für "ein Überraschungsmoment" spreche. Der Kopf der Frau sei "kraftvoll über einen längeren Zeitraum ins Bettzeug hineingedrückt worden", zitiert "TT" den Arzt.

Vor Gericht wurde er gefragt, wie lange das Verlegen der Atemwege gedauert haben müsse, sagte er: "An die zehn Minuten."

Anschließend floh der Afrikaner mit dem Handy des Opfers in die Schweiz, was Einlog-Daten beweisen, berichtet "OE24".

Laut der Rufdatenüberwachung war zuvor Abdous "Handy und das Smartphone der Getöteten Stunden nach der Bluttat jeweils gleichzeitig an den unterschiedlichsten Sendebereichen in Wien geortet" worden, so "OE24".

Ein internationaler Haftbefehl wegen Mordverdachts wird ausgeschrieben. Knapp zwei Wochen nach der Tat können ihn die Beamten mit seinem Handy anpeilen. Der Gambier war in einem Flüchtlingslager im Kanton Bern, in der Schweiz, untergetaucht, hatte sich unter Asylbewerber gemischt. Dort wurde er am 4. Februar verhaftet.

Vor Gericht

https://youtube.com/watch?v=a2JC9auBKXw

Er sei Dealer gewesen und sie Kundin. Sie habe das Kokain mit Sex bezahlt. Richter Ulrich Nachtlberger ist fassungslos: "Es gibt keine Hinweise auf Drogen, und Sie stellen das Mädchen als Junkie dar", zitiert die "Krone".

Er holt den Gambier zum Richtertisch, zeigt ihm die Fotos der Toten. Abdou I. schaut kaum hin, sagt, dass die Abgebildete "nicht mehr so schön" sei. "Weil sie tot ist. Und tagelang in der Wohnung liegt."

"Sie ist eine gute Frau", bemerkt der Angeklagte, "gewesen", der Richter darauf.

"Dass das Mädchen gestorben ist, tut mir leid. Sie war ein guter Freund zu mir", sagte der Gambier vor Gericht. "Ich habe sie nicht getötet, warum hätte ich sollen?"

Der Richter glaubt ihm nicht, hält ihm vor, dass seine DNA am Körper der Frau ist, sein Sperma, sein Handy und ihres seien zusammen geortet worden. Dann gibt es noch den Zeugen, der Mann aus jener Nacht, in dessen Armen sie lag.

Er leugnet. "Ein Irrtum." Für DNA-Spezialistin Christina Stein eher nicht, die Quote: eins zu 8 Milliarden. Und theoretisch? "Das müsste ein eineiiger Zwilling sein."

So sahen es auch die Geschworenen. Sie glaubten Abdou I. nicht. Einstimmig. Sie denken, dass der Gambier die amerikanische Studentin in ihrer Wohnung in der Wiedner Hauptstraße in Wien vorsätzlich zu Tode gebracht hat – "Lebenslang", das Urteil.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.(sm)