Türkei: Oppositionskandidat Imamoglu sieht EU-Beitrittschance – Europa soll sich keinen Sorgen machen

Epoch Times7. Juni 2019 Aktualisiert: 7. Juni 2019 9:52

Der Istanbuler Oppositionskandidat Ekrem Imamoglu hat sich gegen einen Abbruch des EU-Beitrittsprozesses der Türkei ausgesprochen.

„Die EU-Beitrittsgespräche sollten fortgesetzt werden“, sagte Imamoglu gegenüber „Welt“. Europa und die Türkei hätten „Beziehungen auf so vielen Ebenen“.

„Wir müssen das Europa nur wieder spüren lassen“, bekräftigte der Politiker der Republikanischen Volkspartei (CHP). In dieser Hinsicht habe die derzeitige Führung der Türkei schwere Fehler gemacht.

Weber gegen EU-Mitgliedschaft der Türkei

Der EVP-Spitzenkandidat bei der Europawahl, Manfred Weber (CSU), hatte sich im Wahlkampf gegen eine EU-Mitgliedschaft der Türkei ausgesprochen. Er denke nicht, dass die Türkei Mitglied der EU werden könne, sagte er im April.

Die Europäische Volkspartei (EVP) stellt trotz Verlusten nach der EU-Wahl weiterhin die größte Fraktion im EU-Parlament. Ob Weber tatsächlich EU-Kommissionspräsident wird, ist jedoch noch unklar.

Imamoglu versuchte Bedenken zu zerstreuen, die Türkei habe sich zu weit von europäischen Werten entfernt. „Europa sollte sich keine Sorgen um die Türkei machen.

Imamoglu: Türkei mit Demokratie verbunden

Dies ist kein nahöstliches Land“, sagte er. Die Türkei habe ihre Verbundenheit mit der Demokratie unter Beweis gestellt. Wenn er die Wiederholung der Bürgermeisterwahl am 23. Juni gewinne, werde dies „einen großen Schub Richtung Demokratie auslösen“.

Der CHP-Politiker hatte die Bürgermeisterwahl mit 14.000 Stimmen Vorsprung vor dem Kandidaten der islamisch-konservativen AKP, Ex-Ministerpräsident Binali Yildirim, gewonnen.

Auch nach der teilweisen Neuauszählung der Stimmen blieb es bei dem Vorsprung, so dass Imamoglu Mitte April offiziell in sein Amt als Bürgermeister eingeführt wurde.

Nach massiver Kritik von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan an „Unregelmäßigkeiten“ im Wahlablauf ordnete die Wahlkommission Anfang Mai jedoch Neuwahlen an. (afp)

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