Überraschung in Andalusien: Konservativ-katholische Partei zieht ins Regionalparlament ein – Sozialisten erleiden Wahldebakel

Epoch Times3. December 2018 Aktualisiert: 3. Dezember 2018 8:30
Die spanische konservativ-katholische Partei Vox ist bei der Regionalwahl in Andalusien erstmals ins Parlament eingezogen.

Die konservativ-katholische spanische Partei Vox ist bei der Regionalwahl in Andalusien erstmals ins Parlament eingezogen. Die Partei holte bei dem Urnengang am Sonntag nach Auszählung fast aller Stimmen zwölf der 109 Sitze. Die seit Jahrzehnten in Andalusien regierenden Sozialisten von Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez erlitten ein Wahldebakel.

Vox holte deutlich mehr Stimmen als erwartet: Umfragen hatten der 2013 gegründeten Partei, die gegen illegale Einwanderung und eine Unabhängigkeit Kataloniens kämpft, höchstens fünf Sitze vorhergesagt.

„Die Andalusier haben Geschichte geschrieben“, sagte der nationale Parteichef Santiago Abascal am Wahlabend und sprach von einem „Triumph“. Die Wähler hätten sich in der südspanischen Region 36 Jahre sozialistischer Regierung entledigt. Die französische Politikerin Marine Le Pen gratulierte auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter ihren „Freunden von Vox“.

Der Vorsitzende der Linkspartei Podemos, Pablo Iglesias, rief dagegen eine „antifaschistische Warnung“ aus. Alle linken Parteien müssten sich mobilisieren, um „Freiheit, soziale Gerechtigkeit, Brüderlichkeit und letztlich die Demokratie“ zu verteidigen.

Rein mathematisch hat Vox zusammen mit den Konservativen, die 26 Sitze erhielten, und der Mitte-Rechts-Partei Ciudadanos, die auf 21 Sitze kam, eine Mehrheit im Regionalparlament in Andalusien. Eine solches Dreier-Bündnis, das bislang von keiner der Parteien ausgeschlossen wurde, wäre eine Premiere in Spanien.

Die Sozialistische Arbeiterpartei Spaniens (PSOE) des spanischen Regierungschefs Sánchez erlitt eine schwere Schlappe: Sie rutschte von 47 auf 33 Sitze im Regionalparlament ab und käme auch zusammen mit anderen Linksparteien nicht auf eine Mehrheit.

Die Wahl in Andalusien galt als Stimmungstest für den seit rund einem halben Jahr in Madrid regierenden Sanchéz. Sie bildete den Auftakt zu einer Reihe von Wahlen, die von Kommunal- und Regionalwahlen bis zur Europawahl im Mai gehen.

Andalusien ist mit 8,4 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Region Spaniens. Seit 1982 regieren dort ununterbrochen die Sozialisten. Regionalpräsidentin Susana Díaz hatte vorgezogene Neuwahlen ausgerufen, nachdem die Sozialisten die Unterstützung von Ciudadanos verloren hatten. (afp/so)

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