Skandal: Ungarische Stadt als Kulturhauptstadt abgelehnt wegen „Propagandafilm des weißen, christlichen Europas …“

Von 24. February 2018 Aktualisiert: 25. Februar 2018 8:51
Als Kulturhauptstadt 2023 abgelehnt: Im Bewerbungsfilm von Székesfehérvár gäbe es zu viele weiße Menschen, zu viele Kirchen - und zu wenig Migranten und Arme. Dazu erklärte der Bürgermeister: "Wir fühlten uns eher wie vor dem Erschießungskommando unserer Kultur".

Ungarn bewarb sich neben anderen Städten auch mit seiner neuntgrößten Stadt Székesfehérvár als „Kulturhauptstadt Europas 2023“. Jedoch wurde diese „angeblich in einem EU-Vorauswahlverfahren abgelehnt, da das Präsentationsvideo der Stadt zu viele lächelnde, tanzende und weiße Menschen zeigt.“ Wie der Bürgermeister der 100.000 Einwohner großen Stadt erklärt, zeige der Film der EU zufolge zu viele Kirchen und nicht genug Migranten“,  berichtete „RT Deutsch“.

Demnach habe Ungarn ein kurzes Video über die Stadt eingereicht, das „junge Paare, Mütter, Babys, Sportler, Volkstänzer und ältere Personen, die Schach spielen“ zeigt –  der EU-Kulturausschuss habe jedoch den Eindruck gehabt, es seien “ zu viele fröhliche weiße Menschen und nicht genug Zuwanderer gezeigt“ worden, wie der Bürgermeister der Stadt, András Cser-Palkovics, erklärte. (Quelle: „RT Deutsch“)

Unsere Epoch Times Ungarn-Spezialistin fragte nach, was geschehen war und was gesagt wurde. So gratulierte der Bürgermeister zuerst einmal den drei ungarischen Städten, die nach der ersten Vorstellung beim EU-Kulturausschuss weitergekommen sind:

„Ich möchte allen drei Städten [Debrecen, Győr, Veszprém] gratulieren und festhalten, dass, egal welche Stadt den Wettbewerb zur Kulturhauptstadt 2023 gewinnt, alle hätten es verdient. Ich bin mir sicher, dass jede von ihnen die Nation, die Kultur und die Werte der Nation mit Stolz repräsentieren werden“, beginnt András Cser-Palkovics, Bürgermeister von Székesfehérvár auf der Webseite der Stadt.

„Das ist der Propagandafilm des weißen, christlichen Europas …“

„Ich denke aber, dass es wichtig ist zu erwähnen, an was für einer Anhörung die Städte teilgenommen haben“, schreibt der Bürgermeister weiter. Und:

„Diese sogenannte ‚Fachausschuss‘-Sitzung war alles andere, nur nicht fachmäßig, sondern eine Sitzung, die sich mit tagespolitischen und ideologischen Fragen auseinandergesetzt hat. Heute hat es der Vorsitzende des Ausschusses so formuliert, dass er sich wie bei einer Kultur-Olympiade gefühlt hat.“ Doch:

Wir fühlten uns eher wie vor dem Erschießungskommando unserer Kultur.“

Denn: „Wir haben unseren Kurzfilm „Tele Élettel“ [Voll mit Leben] gezeigt und einer der ‚Experten‘ sagte dazu: ‚das ist der Propagandafilm des weißen, christlichen Europas, alle sind weiß, happy und sie tanzen auf der Straße‘.“

Video: Székesfehérvár – Tele Élettel!

Der Bürgermeister von Fehérvár fügte noch hinzu: „Die Experten haben die Armen und die Migranten [im Film] vermisst, sie fanden, dass zu viele Kreuze und Kirchen zu sehen waren, bzw. dass wir auf diese zu viel Wert gelegt haben. 

Ein Mitglied des Ausschusses – ein belgischer Politiker – bemängelte, dass wir die Identität der Bewerbung auf den griechischen, römischen und christlich-jüdischen Kulturkreis gründeten.

Meiner Meinung nach zeigen diese paar Sätze schon ganz gut, was gestern unter dem Deckmantel ‚Experten-Anhörung‘ passiert ist.

Bezüglich der Bewerbungen wurde fast nichts gesagt, nichts über die Nachhaltigkeit, die Finanzierung, sie haben sich nicht mit dem Programm oder Investitionen beschäftigt, sie haben uns nur mit tagespolitischen und ideologischen Punkten angeklagt.

Und das nur, weil wir unsere kulturelle Werte mit Stolz tragen. Das Kreuz ist nicht nur ein religiöser Wert, sondern auch ein kultureller; es gibt uns die Vielfältigkeit, auf die wir in Europa stolz sind.

Die Anhörung war nicht europäisch, weder in ihrem Stil noch in ihrem Inhalt und es ging dabei nicht um die Vielfältigkeit, wie es am Anfang hieß.“

Sein Fazit: „Wir lieben unsere Stadt mit unseren Kirchen und Kreuzen. Wir lieben, dass sie sicher und ruhig ist und dass die Menschen hier ihre eigene Werte demokratisch wählen können.“

Übersetzung: Szilvia Akbar

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