Ungarische Grenze nach dem FlüchtlingstsunamiFoto: Christopher Furlong/Getty Images

Live: Grenzschließung in Röszke, Ungarn – Budapest kündigt Lösungsplan der Flüchtlingskrise an

Epoch Times14. September 2015 Aktualisiert: 14. September 2015 18:22
Ungarn macht Ernst und geht in der Flüchtlingskrise seinen eigenen Weg. Heute Nacht um 0.00 Uhr wird die Grenze nach Serbien geschlossen.

Auch der bisher offen gebliebene Durchgang über die Gleise der Bahnstrecke Serbien-Ungarn wurde heute am späten Nachmittag geschlossen. Die Flüchtlingslager in Röszke wurden geräumt und tausende Menschen per Bus und Bahn an die österreichische Grenze gebracht, von wo aus sie zu Fuß an die Grenzübergänge gelangen können. Die Flüchtlingswelle verlässt Ungarn in Richtung Österreich. Zsuzsanna Zsohar von Migration Aid berichtete der österreichischen Nachrichtenagentur APA: "Die Polizei hat alle drei Lager in Röszke geräumt und die Menschen mit Bussen und Sonderzügen an die österreichische Grenze transportiert." 

Kurz vorher erreichte die Flüchtlingswelle nach Ungarn Rekordzahlen. Am Samstag meldete die ungarische Polizei 4.330 neue Flüchtlinge. Dieser bisherige Rekord wurde am Sonntag noch einmal überboten, als 5.809 weitere Flüchtlinge die Grenze aus Richtung Serbien passierten.

"Kein Grundrecht auf ein besseres Leben" (Viktor Orban)

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban erklärte die Haltung der ungarischen Regierung in einem "Bild"-Interview. Der Grund, warum viele Flüchtlinge nach Europa kämen sei nicht, "weil sie Sicherheit suchen, sondern sie wollen ein besseres Leben als in den Lagern." Damit erteilt er all jenen Wirtschaftsflüchtlingen eine Absage, die nicht direkt vor dem Krieg geflohen sind: "Es gibt kein Grundrecht auf ein besseres Leben, nur ein Recht auf Sicherheit und Menschenwürde."

Ungarn hat 3.800 Soldaten an die Grenze zu Serbien geschickt. Der 175 km lange neue Grenzzaun steht. Der neue ungarische Verteidigungsminister Istvan Simicsko sagte am Freitag bereits im ungarischen TV2: "An der Grenze brauchen wir eine verstärkte Verteidigung, der Zaun reicht nicht."

Die ungarische Lösung

Der ungarische Regierungschef schlägt eine eigene Lösung der Flüchtlingskrise vor, die er beim nächsten Treffen den Regierungschefs der EU vorlegen werde. Durch massive Finanzhilfen an die syrischen Nachbarstaaten Türkei, Libanon und Jordanien und Syrien sollen die Flüchtlingsströme zum Versiegen gebracht werden. Dabei nannte er im Fall Syrien eine konkrete Zahl von 3 Milliarden Euro. Woher kommt das Geld? Die RP-Online zitiert Orban dazu: "Ich schlage vor, dass jedes Land ein Prozent zusätzlich in den Haushalt der EU einzahlt. Zugleich senken wir die Ausgaben für andere Zwecke generell um ein Prozent." Und wenn das nicht reicht? "Stocken wir die Hilfen auf – so lange, bis der Flüchtlingsstrom versiegt."

Live aus Röszke, die Grenzschließung am 14.09.2015



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