Flüchtlingsstrom ungebrochen – italienischer Anwalt warnt: Viele Kriminelle unter den Neuankömmlingen

Epoch Times27. Mai 2020 Aktualisiert: 27. Mai 2020 18:18
Die Corona-Pandemie trägt offenbar nichts zur Eindämmung der Migrationskrise bei. Während Frontex vor einer neuen Welle von Migranten und Flüchtlingen in der Türkei und in Griechenland warnt, ist diese in Italien bereits angekommen.

Die Europäische Grenzschutzagentur Frontex erwartet nach einer internen Einschätzung einen neuen Zustrom von Migranten an die Grenze zwischen der Türkei und Griechenland.

Das berichtete die Tageszeitung „Die Welt“ Anfang Mai unter Berufung auf einen internen und vertraulichen Situationsbericht aus dem sogenannten Frontex Situation Centre. In dem Bericht werde davon ausgegangen, dass nach Aufhebung der Einschränkungen wegen der Coronakrise in den Provinzen Canakkale, Istanbul und Izmir „massive Bewegungen von Migranten in Richtung der griechisch-türkischen Grenze“ erwartet werden könnten.

Ende Februar und Anfang März hatten tausende Migranten mit der Zustimmung Ankaras die türkisch-griechische Grenze belagert und versucht, die europäische Außengrenze zu stürmen.

„Die Pandemie hat niemanden aufgehalten“

Unterdessen zeigt sich in Italien, dass die Corona-Pandemie nicht zur Eindämmung des Flüchtlingsstroms beigetragen hat. Ganz im Gegenteil: Die Zahl der neu ankommenden Migranten hat sich in Italien verdreifacht. Lampedusa und Sizilien sind offenbar am meisten betroffen.

„Die Pandemie hat niemanden aufgehalten, weil viele dieser Migranten vor größeren Problemen flüchten. Das Risiko der Pandemie nehmen sie relativ problemlos an“, sagte Luigi Patronaggio, Chef der Staatsanwaltschaft in Agrigent, gegenüber der „Tagesschau“.

Zudem hätten seine Ermittler und er den Eindruck, dass sich eine neue Migrationsroute geöffnet habe. Die meisten Asylsuchenden kämen derzeit nicht aus Libyen, sondern aus Tunesien nach Italien, so der sizilianische Anwalt. „Aus Libyen und aus Ägypten werden Migranten gezielt nach Tunesien gebracht.“

Grund dieses Umstandes: Nicht länger würden Milizen in Libyen, sondern kriminelle Organisationen in Tunesien die Überfahrten nach Europa organisieren und zwar hocheffektiv. Tausende Menschen würden in kürzester Zeit verschifft, so Patronaggio.

Diese Schlepper verwendeten auch neue Methoden. Sie beförderten die Migranten nicht mehr auf Schlauchbooten, denen irgendwann die Luft ausgeht, sondern auf Fischerbooten und zwar direkt an die Küste Siziliens. „Aus Tunesien legen Fischerboote ab, die kaum auffallen zwischen allen anderen, die auf dem Mittelmeer unterwegs sind“, sagte er. Deshalb seien diese Boote von Frontex und der Küstenwache schwer zu identifizieren.

Viele Neuankömmlinge haben Vorstrafen

Die Migranten, die dann irgendwo an Land gebracht werden, versuchten sich auf eigene Faust durchzuschlagen aber werden oftmals von der Polizei aufgegriffen und festgenommen.

Bei der Überprüfung ihrer Daten lasse sich eine besorgniserregende Tendenz erkennen, so der Anwalt: Zwischen 20 und 30 Prozent der neu ankommenden Tunesier hätten Vorstrafen. Viele von ihnen seien wegen Drogenhandel und Eigentumsdelikten schon einmal verhaftet worden.

Um die Lage zu verbessern, fordert Patronaggio von Europa mehr Unterstützung in den Heimatländern dieser Menschen. Neben einer Verbesserung der Lebensgrundlage könne Europa beispielsweise reguläre Einwanderungswege schaffen, um bessere Kontrollen zu ermöglichen, wodurch den kriminellen Organisationen die Geschäftsgrundlage entzogen werde. (so/dpa)

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