Viele Juden wählten Hofer, sagt der Präsident der europäischen Rabbiner

Epoch Times6. Juni 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 3:54
Der Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz, Pinchas Goldschmidt, glaubt, dass nicht wenige Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft bei den österreichischen Präsidentenwahlen für den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer gestimmt haben. Die rechtspopulistischen Parteien sprächen die echten Sorgen der Menschen an.

"Ich nehme an, dass höchstwahrscheinlich ein nicht unwesentlicher Teil der (jüdischen) Gemeinschaft hier für Hofer bei der Präsidentenwahl gestimmt hat", sagte der Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz, Pinchas Goldschmidt, am Dienstag der Nachrichtenagentur "Reuters" in Wien.

Auch die französischen Juden würden die Anti-Einwanderungspolitik der Nationalen Front vor den Präsidenten- und Parlamentswahlen im kommenden Jahr verstärkt unterstützen.

Angst vor dem Islam

"Als Gott die Intelligenz verteilte, stellte sich nicht jeder an", zitiert der "Standard" den Vorsitzenden der Rabbiner.

Diese Parteien kämen mit einer populistischen Botschaft zu den Juden und würden sagen: "Wir werden sie vor den Muslimen retten." Diese Propaganda sei effektiv, so Goldschmidt.

"Nicht nur die FPÖ in Österreich", auch in Frankreich die "Front National" und auch "Wilders in Holland, sie alle scheinen zu wollen, dass wir Juden sagen, dass sie akzeptabel sind", so der Moskauer Oberrabbiner in Wien.

Die Bedrohung durch islamistische Terroristen müsse ernst genommen werden und die rechtspopulistischen Parteien sprächen die echten Sorgen der Menschen an, so Goldschmidt, der auch meint: "Wenn die etablierten Parteien Europas diese Fragen nicht lösen, werden sie verlieren."

"Gemäßigter Muslim" natürlicher Verbündeter

Der Geistliche, der in Wien an einem Treffen der Europäischen Rabbinerkonferenz teilnahm, forderte die Gründung einer europäischen Anti-Terror-Einheit, die Verbesserung des Grenzschutzes als auch eine bessere Integration der Flüchtlinge.

Goldschmidt verurteilte auch die, wie er sagte, Tendenz der rechtsextremen Parteien, alle Muslime mit den Islamisten in einen Topf zu werfen. "Der gemäßigte Muslim ist unser natürlicher Verbündeter. Sie sind nämlich genauso Opfer des radikalen Islamismus wie wir Jude".  Es sei der Populismus, die Verallgemeinerung, die gefährlich und zerstörerisch sei, so Rabbi Goldschmidt zu "Reuters". (sm)

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