Vor Frankreich-Wahl: Terror-Duo in Marseille festgenommen – Sprengstoff, Granate, MPi und noch mehr Waffen sowie IS-Flagge

Epoch Times19. April 2017 Aktualisiert: 19. April 2017 19:46
Nach der Festnahme von zwei mutmaßlich islamistischen Terroristen haben Ermittler bei einer Razzia in Marseille drei Kilo des Sprengstoffs TATP und zahlreiche Waffen gefunden.

Wenige Tage vor der französischen Präsidentschaftswahl wurden zwei reichlich bewaffnete Terror-Verdächtige festgenommen.

Bei den zwei Verdächtigen, die wegen der Planung eines Anschlags im südfranzösischen Marseille verhaftet wurden, sind nach Angaben der Ermittler auch mehrere Kilogramm Sprengstoff sowie eine Flagge der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gefunden worden.

Sprengstoff, Handgranate, MPi und Co.

Die beiden jungen Männer hätten drei Kilogramm Sprengstoff vom Typ TATP gehabt sowie eine Granate, eine Maschinenpistole und mehrere weitere Waffen, Munition und eine IS-Flagge, sagte der Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz in Paris.

Der 22-jährige Clément B. und der 29-jährige Mahiedine M. hätten eine „gewaltsame Aktion“ auf französischem Territorium geplant, die „unmittelbar“ bevorgestanden habe, führte Molins aus. Es sei aber unklar, an welchem Tag genau und auf welches Ziel oder welche Ziele der Anschlag verübt werden sollte. Molins charakterisierte die beiden Verdächtigen als „ebenso misstrauisch wie entschlossen“.

Anschlagsziel offenbar Präsidentschafts-Kandidaten

Die Verdächtigen, die beide die französische Staatsbürgerschaft haben, waren am Dienstag in Marseille gefasst worden. Ihr Anschlagsziel war womöglich ein Präsidentschaftskandidat oder eine Wahlkampfveranstaltung. Mindestens einige der elf Präsidentschaftskandidaten waren bereits vergangene Woche gewarnt worden. Die rechtspopulistische Kandidatin Marine Le Pen und das Umfeld von Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron bestätigten der Nachrichtenagentur AFP, ihren Sicherheitsdiensten seien am vergangenen Donnerstag Fotos der beiden Verdächtigen übergeben worden.

Die „Frankfurter Rundschau“ berichtete, dass die Ermittler auf eine Fotomontage stießen, die einen Zeitungsartikel des konservativen Kandidaten Fillon, ein Foto eines der Terrorverdächtigen udn einem Schnellfeuergewehr verband.

Die Festnahmen fünf Tage vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am kommenden Sonntag schürten neue Sorgen vor Anschlägen. Die Wahl findet deshalb unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt. Gleiches gilt für die Wahlkampfveranstaltungen. Bei den beiden Wahlrunden am 23. April und 7. Mai werden landesweit mehr als 50.000 Polizisten und Soldaten im Einsatz sein. (afp/sm)

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