WEF in Davos: Joe Biden und Von der Leyen halten Ansprache – „Europas Uneinigkeit reparieren“-Runde diskutiert

Epoch Times17. Januar 2017 Aktualisiert: 18. Januar 2017 11:20
Das Weltwirtschaftsforum in Davos startet in den zweiten Tag: Bis zum Freitag diskutieren etwa 3000 Spitzenpolitiker, Wirtschaftsbosse und Wissenschaftler in dem Schweizer Wintersportort über Antworten auf politische, soziale und wirtschaftliche Probleme. Auch Hollywoodstars sind in Davos mit dabei.

Chinas Staatschef Xi Jinping hat das 47. Weltwirtschaftsforum gemeinsam mit Bundespräsidentin Doris Leuthard am Dienstag eröffnet. Bis zum Freitag diskutieren etwa 3000 Spitzenpolitiker, Wirtschaftsbosse und Wissenschaftler in dem Schweizer Wintersportort über Antworten auf politische, soziale und wirtschaftliche Probleme. Auch Hollywoodstars sind in Davos mit dabei.

+++ 18. Januar 2017 +++

Im schweizerischen Davos startet am Mittwoch der zweite Tag des Weltwirtschaftsforums. Der scheidende US-Vizepräsident Joe Biden wird heute eine Ansprache halten – so auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Mit ihrer niederländischen Amtskollegin und anderen geht von der Leyen auf die Frage ein: „Steht die Transatlantische Allianz an einem Wendepunkt?“

Zudem findet noch eine Diskussionsrunde unter dem Titel: „Europas Uneinigkeit reparieren“ statt – daran wird unter anderen Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici teilnehmen.

+++ John Kerry über Diplomatie in unstabilen Zeiten +++ 

+++ Trump Berater Scaramucci: „Wir wollen keinen Handelskrieg +++

Der Investor und Berater des designierten US-Präsidenten Anthony Scaramucci sagte am Rande des WEF: Trumps Kommunikationsstil würden vielen im Raum nicht gefallen – „ich möchte Euch beruhigen: Er ist ein sehr mitfühlender Mann,“ schreibt „Spiegel-Online“.

Scaramucci wurde vom Skeptiker zum Trump-Unterstützer. Wie es dazu kam? Die Zusammenarbeit mit Trump, habe mit einem Handschlag begonnen, so Scaramucci – eine Abmachung zwischen dem Präsidentschaftskandidaten und ihm. Wenn er sich als Kandidat durchsetze, dann werde er den Investor in sein Team holen, lautete die Vereinbarung. Scaramucci begründet seinen Sinneswandel in Bezug auf Trump mit der eigenen Biografie – und Trumps Verbundenheit mit seiner Wählerschaft.

Der designierte US-Präsident sei der „am wenigsten rassistische Mensch, den ich kenne“, meint Scaramucci weiter. Zudem sagte er laut „Spiegel“, dass Trump einen „großen Respekt für Angela Merkel und Präsident Putin“ habe. Trump habe eine besondere Fähigkeit, internationale Politiker zusammenzubringen.

Scaramucci sagte auch, die USA wolle keinen Handelskrieg. Die USA habe ihren Partnern in den Handelsabkommen umfangreichere Einfuhren erlaubt, als diese umgekehrt gewährten. Dies habe zwar weltweit zu Entwicklung und Wohlstand geführt, doch auch den Abstieg des amerikanischen Mittelstandes bewirkt. Deshalb brauche es nun neue Abkommen. „Alles, was wir verlangen, ist mehr Symmetrie.“

+++ Diskussion mit Matt Damon und Gary White +++

Chinas Staatschef Xi Jinping hat das Weltwirtschaftsforum gemeinsam mit Bundespräsidentin Doris Leuthard eröffnet: Er sagte der Wohlstand nähme weltweit zwar zu, dennoch gebe es große globale Herausforderungen. Die Schere zwischen arm und reich nehme zu, Terrorismus bedrohe die Welt. „Diese Faktoren schaffen Unsicherheit in der Welt“, so Xi.

Chinas Präsident Xi warnt vor Handelskriegen und Protektionismus

Xi Jinping hat mit scharfen Worten vor globalen Handelskriegen und Protektionismus gewarnt. Wenige Tage vor dem Amtsantritt von Donald Trump als US-Präsident sagte Xi, die Welt müsse „an der Entwicklung des Freihandels festhalten“ sowie „Nein sagen zum Protektionismus“. „Niemand wird als Sieger aus einem Handelskrieg hervorgehen“, sagte er vor politischen und wirtschaftlichen Führungspersönlichkeiten.

„Es bringt nichts, die Globalisierung für die Probleme in der Welt verantwortlich zu machen“, sagte Xi mit Bezug auf Arbeitslosigkeit, Migrationsbewegungen und die Finanzkrise des Jahres 2008. Die Weltwirtschaft sei ein Ozean, dem niemand entrinnen könne. Es sei schlicht unmöglich, „den Austausch von Kapital, Technologien, Gütern und Arbeitern zu stoppen“. China werde seine Türen offenhalten.

Trump hatte wiederholt China vorgeworfen, mit seiner Handelspolitik zu massiven Jobverlusten in den USA beigetragen zu haben. So kündigte er im Wahlkampf mehrfach an, Importe aus China mit einem Einfuhrzoll in Höhe von 45 Prozent zu belegen. Trump ist außerdem ein erklärter Gegner des Freihandelsabkommens für den Pazifikraum (TPP) und drohte Autobauern mit Strafzöllen, sollten sie in den USA Autos verkaufen wollen, die nicht dort gefertigt wurden.

Xi verglich nun das Streben nach Protektionismus damit, „sich in einem dunklen Raum einzuschließen“. „Wind und Regen bleiben vielleicht draußen, Licht und Luft aber auch“, sagte der chinesische Präsident.

Gleichwohl gestand Xi ein, dass die Globalisierung zweischneidig sei und „neue Probleme schafft“. Er plädierte daher für eine integrativere und nachhaltigere Ordnung, die Globalisierung müsse wieder „ins Gleichgewicht gebracht“ werden. So seien die derzeitigen globalen Institutionen „unzureichend“ und nicht „repräsentativ“ genug, sagte Xi.

China beschwert sich immer wieder über zu wenig diplomatisches Gewicht etwa beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank gemessen an seiner wirtschaftlichen Größe. Seitens der USA und der EU wird aber auch Peking immer wieder vorgeworfen, mit Dumpingpreisen, protektionistischen Maßnahmen und Restriktionen für ausländische Firmen die eigene Wirtschaft zu stärken und zu schützen.

+++ Livestream: Das Weltwirtschaftsforum in Davos beginnt +++ 

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Vor dem Hintergrund von Globalisierungsängsten und Sorgen um die Zukunft des Freihandels startete heute das Weltwirtschaftsforum (WEF) im schweizerischen Davos.

Mit einer Rede eröffnet der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping die 47. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Bis zum Freitag diskutieren etwa 3000 Spitzenpolitiker, Wirtschaftsbosse und Wissenschaftler in dem Schweizer Wintersportort über Antworten auf politische, soziale und wirtschaftliche Probleme. Kernthema ist die Zukunft von Freihandel und Globalisierung. Auch Hollywoodstars sind in Davos mit dabei.

Das Wirtschaftsforum unter dem Motto „Responsive and Responsible Leadership“ (anpassungsfähige und verantwortungsvolle Führung) beginnt nur wenige Tage vor der Amtsübernahme des neuen US-Präsidenten Donald Trump in Washington am Freitag.

Aus dem Umfeld des Republikaners wird der frühere Hedgefonds-Manager Anthony Scaramucci in Davos erwartet.

Weiters sind dabei der Chinese Jack Ma, Gründer und CEO des Internetriesen Alibaba, Österreichs Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP), der scheidende US-Vizepräsiden Joe Biden, die britische Premierministerin Theresa May, der neue UNO-Generalsekretär Antonio Guterres, IWF-Chefin Christine Lagarde, Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg, Starkoch Jamie Oliver und viele mehr.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bleibt dem Treffen das zweite Jahr in Folge fern. Für den Schutz der Teilnehmer in dem abgeschotteten Ort sind auch bis zu 5000 Soldaten im Einsatz.

Am Samstag fand eine Demonstration gegen das Treffen statt.

(dpa/afp/so)