„Zerfall Europas“ stoppen: Varoufakis will Demokratisierung der EU-Institutionen

Epoch Times10. Februar 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 5:22
Am Dienstag stellte der griechische Ex-Finanzminister in Berlin eine europaweite politische Bewegung - "Demokratie in Europa Bewegung 2025" - vor. Alle "demokratischen Kräfte" könnten sich daran beteiligen. Darüber hinaus warnte Yanis Varoufakis vor einem neuen Nationalismus in Europa.

Der frühere griechische Finanzminister Yanis Varoufakis hat am Dienstag im Berliner Theater Volksbühne offiziell den Start seiner neuen europaweiten politischen Bewegung "Demokratie in Europa Bewegung 2025" (DiEM25) eingeläutet. Diese soll eine Alternative zum vorherrschenden Autoritarismus und den Sparmaßnahmen in der EU werden.

Der linke Ökonom will unter dem Dach des Netzwerkes verschiedene Protestbewegungen zusammenführen. DiEM25 sei keine politische Partei, sondern eine Bewegung zur Errichtung "einer dritten Alternative" zwischen dem "Kokon der Nationalstaaten" und den "undemokratischen Strukturen" der heutigen Europäischen Institutionen, berichtet "RT".  

Neben Varoufakis waren auch der Gründer der polnischen Bewegung ‚Krytyka Polityczna Sławomir Sierakowski,‘ der portugiesische Präsidentschaftskandidat für die Linke Marisa Matias und der internationale Vertreter der italienischen Gewerkschaft "Fiom Cgil Nazionale", Valentina Orazzini, dabei.

Varoufakis warnte auch vor einem neuen Nationalismus in Europa und von einer Situation wie in den 1930-iger Jahren.

"Die Europäische Union erlebt eine Desintegration und sie erlebt sie ziemlich schnell. Es ist keine Lösung zu den Nationalstaaten zurückzukehren und neue Mauern zu bauen. Es ist keine Lösung aus Deutschland, Frankreich, Griechenland und allen andern Ländern Festungen zu machen. Diese Mauern zeigen nur unsere Unsicherheit und unsere Fehler," zitiert die Kronen-Zeitung den Ex-Minister.  

Die EU-Institutionen hätten in den vergangenen Monaten versagt, sagt Varoufakis. Jedes EU-Land sei auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Der Grieche sieht die Lösung in einer Demokratisierung der europäischen Institutionen, sowie in mehr Transparenz. 

"Wir wollen die Europäer an einen metaphorischen Tisch setzen. Diskutieren wie heute Abend. Als Europäer müssen wir gemeinsam die Probleme besprechen und gemeinsame Lösungen für diese Probleme finden," sagt der Ökonom während des Meetings am Dienstag. 

Er fügte hinzu, dass es nicht darum ginge eine neue Partei zu gründen, sondern darum eine grenzüberschreitende Bewegung ins Leben zu rufen, an der sich alle "demokratischen Kräften" beteiligen könnten – Linke, Grüne, Sozialisten und Liberale. 

Eine solche "Paneuropäische-Bewegung" möge utopisch klingen, so Varoufakis, müsse aber jetzt angegangen werden. (so)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN