Symbolbild.Foto: Lauren DeCicca/Getty Images & Istockphoto & Comp.ET

Whistleblower über Chinas Corona-Geschäfte – Weltweite Maskenkäufe im Schatten des Schweigens

Von 17. September 2020 Aktualisiert: 17. September 2020 14:09
Anfang des Jahres wurde China nicht nur zum Seuchenbringer für die ganze Welt, sondern auch zum Dealer der Pandemie. Durch Vertuschen, Blockieren und Dementieren versuchte das Regime Zeit zu gewinnen, um weltweit möglichst viele Schutzmasken aufzukaufen. Doch offenbar sollten diese nicht der Bevölkerung zum Schutze dienen, sondern die Warenlager für profitable Geschäfte mit der Not füllen.

Wie mittlerweile allgemein bekannt ist, hat China viel dafür getan, die Informationen über den Ausbruch des Corona-Virus in Wuhan möglichst lange zu blockieren. Man brachte Ärzte und Bürgerjournalisten zum Schweigen und betrog das eigene Volk und die Welt. Schon im Dezember 2019 sollen mindestens fünf chinesische Labore Patientenproben mit dem Virus untersucht haben. Mindestens eines davon warnte vor einer Übertragung des Virus „über Tröpfchen oder bei Kontakt mit Atemwegssekreten der Patienten“ und bestätigte, dass das Virus „eindeutig sehr ansteckend“ ist. Doch erst am Montag, 20. Januar, gab China die Übertragbarkeit von SARS-CoV-2 von Mensch zu Mensch öffentlich zu. Im Staatsfernsehen gaben Führer Xi und Premier Li Anweisungen für den Umgang mit der Seuche.

Trotz dieser landesweit bedrohlichen Situation dauerte es mehrere Tage, bis die KPC-Behörden den Ausbruchsherd Wuhan abriegelten. Zu diesem Zeitpunkt waren aufgrund der Neujahrsferien bereits fünf Millionen Menschen aus Wuhan in ganz China und auch im weltweiten Ausland unterwegs – keine Überraschung, sondern ein vorhersehbares Ereignis, welches sich jährlich wiederholt.

Spekulierten hier bereits die KP-Führer, welche Auswirkung das Virus auf die Wirtschafts- und Sozialsysteme der westlichen Welt haben würde? Glaubte man, durch die totalitäre Kontrolle und Missachtung der Menschen Chinas durch die Kommunistischen Partei im Vergleich glimpflicher davonzukommen? Versuchte das Regime, die schreckliche Situation zu seinem Vorteil zu verwenden, indem es das Virus in die Welt entkommen ließ?

Nicht jedem Land wäre das zuzutrauen, doch die jüngere Geschichte Chinas gibt reichlich Aufschluss über die Verachtung des menschlichen Lebens durch das kommunistische System.

Momentan bleibt dies noch spekulativ.

Deutliche Hinweise gibt es jedoch bereits für das skrupellose Geschäftswesen und die Korruption der Beamten im kommunistischen China. Offenbar hielt die KPC die Informationen über das Virus zurück, um in der Welt günstig Schutzausrüstung einzukaufen. Wie „NBC News“ berichtet, beschuldigt das US-Heimatschutzministerium China in einem dem Sender vorliegenden Report, das Ausmaß des Ausbruchs verborgen zu haben, um medizinische Vorräte zu horten.

Zum Komplizen gemacht

Jiang Pengyong ist Unternehmer und er ist Enkel eines hohen chinesischen Beamten. Sein Großvater war einst Vize-Gesundheitsminister des KP-Regimes. Früher arbeitete Jiang in einer Regierungsabteilung in Peking. Seinen eigenen Angaben nach gehört er der dritten Generation der KP-Elite an, berichtet die Hongkonger Epoch Times, die mit dem Mann sprach.

Vor 9 Jahren machte Jiang Pengyong in China Schlagzeilen, weil er die korrupte Rotkreuzgesellschaft des Landes entlarvte. Es kostete ihn seine Karriere in China. Heute lebt Jiang im Ausland. Doch erneut sieht er sich der Verfolgung durch das chinesische Regime ausgesetzt, weil er zu viel über dessen Geheimoperationen weiß, von lokalen Regierungen in China, die von dringend benötigten medizinischen Hilfsgütern aus Spenden profitieren.

Um die Menschen Chinas während der Pandemie zu unterstützen, half er den chinesischen Behörden in den ersten zwei Monaten des Virusausbruchs dabei, weltweit Masken aufzukaufen. Dann wurde ihm klar, dass er Teil eines großen Plans des kommunistischen Regimes geworden war, eine weltweite Maskenknappheit zu erzeugen:

Ich dachte, ich würde helfen, das chinesische Volk zu retten. Ich hätte nie gedacht, dass ich zu einem Komplizen werden würde, der zur weltweiten Ausbreitung des Virus beiträgt. Ich dachte nicht, dass ich etwas falsch gemacht hätte. Dieser Vorfall hat mich und mein Wertesystem tief verletzt. Die medizinischen Hilfsgüter, die ich mit so viel Mühe eingekauft habe, wurden von den chinesischen Behörden zu einem himmelhohen Preis mit Gewinn verkauft.“

Doch alles der Reihe nach.

Patriotismus und Menschlichkeit

Die Geschichte begann Anfang Januar in Hangzhou, der Hauptstadt der östlichen Küstenprovinz Zhejiang. Huang Zhongnan, ein Geschäftsmann aus Hangzhou, fungierte mit seiner Firma Enbo Industrial Company als Makler für eine große Wohltätigkeitsorganisation, für Niederlassungen des Chinesischen Roten Kreuzes und mehrere Lokalregierungen der Provinz.

Huang wandte sich an Jiang wegen seiner internationalen Beziehungen und vermutlich auch wegen seiner hohen KPC-Herkunft. Er sagte, dass er mehreren lokalen Regierungsagenturen der KPC und Wohltätigkeitsorganisationen in Südchina dabei helfe, medizinische Vorräte zu sammeln, um sie an Wuhan, das Epizentrum des Virusausbruchs, zu spenden. Die Lokalregierungen würden von Jiang drei Millionen chirurgische Masken zum Stückpreis von acht Yuan (ca. 1 Euro) kaufen, so die Abmachung. Die Zentralregierung hingegen hatte ein Budget von 35 Yuan pro Maske genehmigt.

Der Vertrag wurde zwischen Jiangs Firma und der Firma von Huang geschlossen. Jiang sagte:

Die Epidemie war sehr schwerwiegend (…) Ich fühlte, dass es meine Pflicht war, meinem Volk zu helfen.“

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Jiang Pengyongs E-Commerce-Unternehmen liegt in der Sonderwirtschaftszone Shenzhen, auf dem chinesischen Festland gegenüber von Hongkong. Auch in Südkorea hat die Shenzhen Jipingyong Tech Co. ein Büro. Dort hat Jiang Pengyong seinen Sitz.

Zunächst bat Huang Jiang, ihm beim Kauf großer Mengen von Masken zu helfen und diese nach China zu versenden. Sie sollten angeblich Spenden zur medizinischen Versorgung der Mitarbeiter des Gesundheitswesens an vorderster Front oder für die normalen Bürger sein, wie Huang behauptete.

Offiziell taten die Lokalregierungen so, als ob sie die medizinischen Vorräte kaufen würden, um sie dann zu spenden. Doch die Realität sah anders aus …

Spenden für Wuhan

Am 31. Januar sollte Jiang am Flughafen in Seoul eine Ladung von 100.000 N95-Filtermasken in ein gechartertes Hilfsflugzeug verladen. Huang teilte Jiang per WeChat mit, dass die Zhejiang-Provinzzweigstelle einer großen Wohltätigkeitsorganisation die Masken zur Verteilung in Wuhan bestellt hatte.

Das Flugzeug wurde von den koreanischen und chinesischen Behörden arrangiert und sollte von Seoul aus in die südostchinesische Provinzhauptstadt Changsha (Hunan) fliegen, einem Umschlagplatz für Vorräte, die nach Wuhan transportiert werden sollten. „Als wir dabei waren, die Vorräte in das Flugzeug zu laden, sagte er plötzlich, dass wir dieses Charterflugzeug nicht benutzen würden. Und warum war das so? Er sagte, der Charterplan sei nur für den Transport von Spenden gedacht (…) Er sagte, sie würden für den Transport der Vorräte nach Hangzhou bezahlen.“

Masken in der Umleitung

Doch an diesem Tag wies Huang Jiang plötzlich an, die Masken stattdessen als reguläre Sendungen und nicht als Wohltätigkeitsartikel nach Hangzhou (in Zhejiang) zu schicken. Dies erweckte Jiangs Misstrauen.

Hangzhou hatte zu dieser Zeit einige Virusfälle, aber der Ausbruch war nicht so schwerwiegend. Die Krankenhäuser von Hangzhou schickten zahlreiches medizinsiches Personal zur Unterstützung nach Wuhan. Es war etwa zur gleichen Zeit, als die Krankenhäuser in Wuhan SOS-Spendenanfragen in den sozialen Medien veröffentlichten. Warum sollten die chinesischen Behörden also die Lieferungen nach Hangzhou anstatt nach Wuhan schicken?

Jiang fand das merkwürdig, … es sei denn, die Lieferungen seien eigentlich nicht als Spenden gedacht. Offenbar wollten sie deshalb nicht das kostenlose Spendenflugzeug nehmen.

Es wäre wirklich schwer für sie, die Vorräte zurückzubekommen oder zu stehlen, wenn sie erst einmal an Wuhan gespendet wurden.“

Huang eröffnete Jiang, dass er die Masken zu einem höheren Preis an lokale Zweigstellen des Chinesischen Roten Kreuzes und anderer Wohltätigkeitsorganisationen verkaufen werde, und zwar zu einem Preis von 35 Yuan pro Stück (4,34 Euro). Die Gewinne würden zwischen den Regierungsbeamten, Huang und Jiang aufgeteilt.

Jiang hatte Bedenken, weil die Mittel der Lokalregierungen und Wohltätigkeitsorganisationen von der Zentralregierung bereitgestellt worden waren – zur Beschaffung medizinischer Versorgung, angeblich, um sie an bedürftige Menschen weiterzugeben.

Doch Huang überzeugte ihn, dass der Plan von den lokalen Regierungen genehmigt worden war. Auf dem Papier schienen die Transaktionen legitim zu sein.

Profitable Geschäfte mit der Not

Jiang konnte auch aus Indien Masken besorgen: „In Indien haben wir 20.000 Honeywell-Masken, 100.000 3M 9004-Masken, 200.000 3M 9000 ING-Masken gekauft (…)“.

Am 1. Februar bat Huang Jiang um die Lieferung von 3,5 Millionen KF94-Gesichtsmasken, einem südkoreanischen Filterstandard, der der N95-Maskenbewertung der USA ähnelt. Als am 2. Februar Jiangs Angestellter die Hilfslieferung zum Transport nach China fertigmachen wollte, meldete sich Huang per WeChat und beorderte die Sendung um. Nun sollten die PSA an eine chinesische Privatfirma geschickt werden.

Huang Zhongnan, der Mann, der im Auftrag der Lokalregierung in China die Lieferungen kaufte, erzählte Jiangs Mitarbeitern, dass er „den gesamten Papierkram in Kaufaufzeichnungen privater Unternehmen umgewandelt“ habe. Die spätere Bezahlung von Jiang Pengyong durch Huang erfolgte auch nicht über Bankkonten der Lokalregierung, sondern durch Privatunternehmen.

Huang erklärte Jiang später, dass Beamte des Roten Kreuzes Chinas und anderer Wohltätigkeitsorganisationen ebenfalls an dem Geschäft beteiligt waren. Sie würden verschiedene medizinische Hilfsgüter mit Gewinn an einzelne Benutzer in China verkaufen. Jiang beschaffte die Masken für 6,5 Yuan pro Stück (0,81 €), aber Huang schloss sich mit den Beamten zusammen, um sie für 139 Yuan (17,25 €) an Menschen in China zu verkaufen, die sich das leisten konnten.

Ursprünglich war der Plan schon, diese hochwertigen und wirksamen Masken an „Partei-, Regierungs- und Militärkader sowie die Mächtigen der Kommunistischen Partei Chinas“ zu verkaufen, so Jiang. „Sie wollen, dass die N95-Maske ihr Leben rettet.“

Was Jiang jedoch nicht erkannte, war, dass die Behörden nicht nur darauf abzielten, die Masken teuer an Chinesen zu verkaufen – sondern an die ganze Welt.

Weitere Betrogene …

Jiang erkannte später, nachdem er mit Freunden und Bekannten gesprochen hatte, dass er nicht der Einzige war, der mit dieser merkwürdigen Situation konfrontiert war. Viele Chinesen in Übersee sagten ihm, dass ihre Spenden nicht wirklich die am stärksten infizierten Gebiete erreichten, wie es die Beamten behaupteten. Sie wurden wie Jiang von privaten Unternehmen bezahlt, anstatt von Regierungsbehörden.

Jiang sagte: „Soweit ich weiß, wurden Menschen in Australien, Japan, den USA und Kanada getäuscht. Einige sind internationale Unternehmen oder Produzenten wie 3M, während andere patriotische chinesische internationale Studenten oder chinesische Einwanderer sind, sogar einige Regierungen, die sich in China um das Virus gekümmert haben, und sogar Wohltätigkeitsorganisationen. Ich glaube, ich bin nicht der Einzige, der von den chinesischen Behörden getäuscht wurde. Es gibt noch andere Menschen, deren medizinische Vorräte auf diese Weise entwendet wurden. Sie wurden mit offiziellen Dokumenten mit rotem Kopf versehen, aber diejenigen, die die Vorräte schließlich erhielten, sind nicht diejenigen, die die Dokumente ausgestellt haben. Das Geld kam auch nicht direkt von Regierungsbehörden.“

„Rothaarige Dokumente“

Das war alles etwa zur gleichen Zeit, als das Rote Kreuz in Wuhan unter Beschuss geriet, weil es versäumt hatte, Spenden zu verteilen, wie „CNN“ berichtete. Es hatte sogar Lieferungen verweigert, als sich die Krankenhäuser an die Lagerhäuser des Roten Kreuzes wandten, um Hilfe zu erhalten.

Jiang Pengyong hatte zur Bedingung für die Geschäfte gemacht, dass Huang Zhongnan ein auf seinen Namen ausgestelltes „rothaariges Dokument“ der Regierung beschafft, damit sie ihn nicht gleich wegen „Spekulation, Weiterverkauf von Vorräten oder was auch immer“ verurteilen.

In einem solchen von Huang organisierten Dokument der Gesundheitskommission des Bezirks Wujiang in der Stadt Suzhou vom 7. Februar heißt es: „Um die neuartige Coronavirus-Epidemie zu verhindern und zu kontrollieren, beauftragt die Wujiang-Gesundheitskommission den General Manager der Shenzhen Jipingyong Tech Company, Jiang Pengyong, mit dem Kauf von PSA in Übersee. Diese PSA werden per Frachtluftcharter nach China verschifft.“

Das offizielle Dokument mit dem roten Kopf sollte auch sicherstellen, dass die Sendungen problemlos an den Zoll- und Kontrollpunkten entlang der Transportroute vorbeikamen.

Am Ende konnte Jiang jedoch auch das nicht mehr helfen …

Die Rache der KP-Beamten

Jiang erkannte, dass die lokalen Behörden ihre Macht offensichtlich ausgenutzt hatten, um Dokumente mit rotem Kopf verwenden zu können. Ebenso nutzten sie die Hilfsbereitschaft chinesischer Einwanderer, ausländischer Regierungen und Wohltätigkeitsorganisationen aus. Sie kauften das Material zu extrem niedrigen Preisen oder bezogen es sogar kostenlos als Spenden.

Das Ganze funktioniert also nur unter falschem Vorwandt. Im Namen des Spendensammelns horteten sie medizinische Vorräte und verkauften sie dann zu einem viel höheren Preis, um Profit zu machen.“

Die Epoch Times Hongkong setzte sich mit jeder der lokalen Gesundheitskommissionen in Verbindung, mit denen Huang zu tun hatte, sowie mit den von Jiang erwähnten Zweigstellen des Roten Kreuzes in China. Sie bestätigten, dass Huang ihre Kontaktperson sei, wollten aber keine weiteren Einzelheiten über ihre Geschäftsbeziehungen mit Huang bekannt geben.

Geschäfte unterm Damoklesschwert

Am Ende, als Huang seine Dienste nicht mehr brauchte, erhielt Jiang eine Mitteilung, dass die chinesischen Regierungsbehörden in der Stadt Suzhou ihn wegen Vertragsbetrugs verklagt hatten. Jiang beschloss, seine Geschichte an die Öffentlichkeit zu bringen, um die Korruption in China aufzudecken, berichtet die The Epoch Times USA.

Huang drohte Jiang damit, seine gesamte Familie verschwinden zu lassen, wenn er es wagen würde, die Wahrheit zu enthüllen. Huang erklärte auch, dass ihn die Provinzbehörden von Zhejiang und das Chinesische Rote Kreuz unterstützen würden.

Nachdem die Polizeibehörde im Industrieparkbezirk der Stadt Suzhou Jiang verklagt hatten, wurden seine Geschäftskonten in China eingefroren. Jiang glaubt, es handelte sich um eine Vergeltungsmaßnahme der örtlichen Beamten des Roten Kreuzes in China, nachdem er nicht in der Lage war, einige der Aufträge der Beamten zu erfüllen – was dazu führte, dass sie ihre Anzahlungen verloren.

Jiangs Lektion war bitter und ernüchternd:

Ganz gleich, ob Sie mit ihnen Geschäfte machen oder etwas gegen sie unternehmen, Sie müssen einen hohen Preis bezahlen.“

Der Geschäftsmann war sehr besorgt über seine Situation. Die KPC habe auch die Konten seiner südkoreanischen Lieferanten in China eingefroren und sie gezwungen in Südkorea die Geschäfte zu melden. Jiang wurde gehindert, das Land zu verlassen. Ihm drohte sogar die Rückführung nach China.

Angesichts seiner verzweifelten Situation sagte Jiang, er habe Beweise dafür, dass die Rotkreuzgesellschaft der KPC Spenden unterschlagen und Hilfsgüter weiterverkauft habe. Er wolle all dies aufdecken.

Mit Material von NTD