20 Jahre staatliche Verfolgung, 20 Jahre unbeugsamer Widerstand: Falun Gong-Parade in New York

Epoch Times16. Mai 2019 Aktualisiert: 17. Mai 2019 11:07
Heute, mitten in New York, werden die politische Verfolgung und die Verbrechen an den Praktizierenden von Falun Dafa erneut zur Sprache gebracht. Zu Tausenden waren Mitglieder der Glaubensgemeinschaft zum Hauptsitz der Vereinten Nationen (UN) angereist.

Der hessische EU-Parlamentarier Michael Gahler machte vergangene Woche in Frankfurt am Main deutlich, wie lange die politische Verfolgung der friedlichen buddhistischen Kultivierungspraktik Falun Dafa in China bereits andauert. Bei den Feierlichkeiten zum Welt-Falun-Dafa-Tag auf dem Römerplatz sagte der CDU-Politiker:

Ich befasse mich mit den Menschenrechtsverletzungen an den Falun Dafa-Praktizierenden in China fast so lange wie ich im EU-Parlament bin.“

(Michael Gahler, CDU, MdEP)

Er sei im April 1999 Mitglied des Europaparlaments geworden. Nur wenige Monate später, im Juli 1999, begann die staatliche Verfolgung von Falun Gong in China. Seitdem hätte er immer wieder Kontakt zu Praktizierenden gehabt, die ihn über die Situation in China informierten.

Der Christdemokrat erklärte, dass die Prinzipien des Kultivierungsweges – Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht – weltweit Gültigkeit hätten. Auch war sich der Europaabgeordnete sicher, dass jegliche staatliche Gewalt, die sich gegen friedliche Minderheiten oder Teile der Bevölkerung wende, auf Dauer keine Zukunft habe.

Große Falun Dafa-Parade in New York

Wenige Tage später, New York, Vereinigte Staaten von Amerika: Am heutigen 16. Mai werden die politische Verfolgung und immensen Verbrechen gegen die Falun Gong-Praktizierenden erneut öffentlich ausgesprochen werden.

Vor dem Hauptsitz der Vereinten Nationen (UN) in Manhattan, New York, treffen zu Tausenden aus allen Teilen der Erde angereiste Menschen ein, um friedlich gegen die Unterdrückung ihrer Glaubensgemeinschaft durch die Kommunistische Partei in China zu demonstrieren und damit all jenen, die in China zum Schweigen gebracht werden sollen, eine Stimme zu geben.

Jedes Jahr, um den 13. Mai herum, marschieren sie in leuchtend gelber oder blauer Kleidung oder aber in der traditionellen Kleidung ihres jeweiligen Heimatlandes in einer großen Parade durch Manhattan. Diese Parade soll dazu dienen, der Weltöffentlichkeit die Schönheit des traditionell-buddhistischen Kultivierungsweges zu zeigen, im Kontrast zur Brutalität und Grausamkeit der Kommunistischen Partei und ihrer Verfolgung in China, die damit auch aufgedeckt werden soll.

Doch warum wollen viele der Teilnehmer die traditionelle Kleidung ihrer Heimat auf der großen Parade in New York zeigen? Dies hänge laut den Falun Dafa-Praktizierenden damit zusammen, dass Falun Dafa eine Rückbesinnung der Menschen auf die traditionelle Kultur ihres jeweiligen Landes fördere. Nach Ansicht der Praktizierenden hätte sich nicht nur China von seinen kulturellen Wurzeln entfernt, sondern auch viele andere Länder. Dieses Phänomen sei weltweit zu beobachten. Schuld daran sei das Gespenst des Kommunismus, das an der bewussten Zerstörung von traditionellen Werten, Moral und Kultur wirke. Stattdessen sollen die Menschen die Ideologie der Kommunisten verinnerlichen, nur diese sei der einzig legitime, der einzig richtige Glaube.

Dies alles versuchen die Praktizierenden von Falun Gong aufzudecken. Der 13. Mai ist ihr Welt Falun Dafa-Tag, ihr Festtag, der an die erstmalige öffentliche Vorstellung der in der alten Tradition verwurzelten Praktik vor 27 Jahren in China erinnern soll. Zugleich ist der 13. Mai auch der Geburtstag von Li Hongzhi, dem Begründer von Falun Dafa, der zurückgezogen im Exil in den USA lebt.

Die Epoch Times berichtet aus New York:

100 Millionen Chinesen praktizierten Falun Dafa

Doch was genau ist Falun Gong eigentlich?

Beschrieben wird es von den Falun Gong-Praktizierenden als eine Meditations- und Kultivierungspraktik für Körper und Geist. Sie beruhe auf den Prinzipien von Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht. Danach richte man sein Denken und Handeln aus. Zugleich praktiziere man fünf qigongähnliche Übungen, sanft und ruhig, die den Körper harmonisieren sollen.

Nach landesweiten Vorträgen des Begründers, Li Hongzhi, in den 1990er Jahren in ganz China, soll die Zahl der Praktizierenden in dem kommunistisch regierten Land in wenigen Jahren auf rund 100 Millionen angewachsen sein. Auch hätte sich die Praktik international verbreitet. Das ist nicht nur die Aussage der Praktizierenden selbst, sondern auch die der chinesischen Staatsmedien – vor der Verfolgung.

Hintergrund für die steigende Beliebtheit von Falun Dafa sollen dabei die positiven gesundheitlichen Veränderungen beim Praktizieren der Übungen gewesen sein, die sich in ganz China schnell herumsprachen. Gleichzeitig berichteten die Praktizierenden von einer inneren Ausgeglichenheit und Ruhe, die sie durch Falun Dafa erlangt hätten.

Neid und Wut eines Staats- und Parteichefs

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Doch die immense Beliebtheit und die große Anzahl an Praktizierenden quer durch die Gesellschaft, vom Bauern bis hin zum Intellektuellen, vom den einfachen Bürgern bis in die höchsten Kreise von Partei und Militär, war für den damaligen chinesischen Führer, Jiang Zemin, offenbar nicht mehr auszuhalten.

Angst und Neid zeigten sich bei dem höchsten Parteiboss der Kommunisten. Eine nur locker organisierte buddhistische Gruppe hatte im Land offensichtlich mehr Anhänger, als die mächtige Kommunistische Partei Mitglieder zählte. Jiang Zemin fühlte sich in seiner Macht bedroht. Mit grausamer Wut schlug er zu und verbot am 20. Juli 1999 in einer landesweiten Verfolgungskampagne die spirituelle Praktik, entgegen den Gesetzen der chinesischen Verfassung und der darin dem Volk garantierten Glaubensfreiheit.

Um sich eine breiten Zustimmung in der Parteiführung zu sichern, stellte der nach den Studentenmassakern von 1989 an die Macht gekommene Jiang Zemin Falun Dafa als politische Kraft dar, die den Machtanspruch der Kommunistischen Partei gefährde, ihre Sicherheit gefährde. Gegen allen aufkommenden Widerstand in den eigenen Reihen der Partei erzwang er Verbot und Verfolgung der im Volk so beliebten Praktik. Seine drei Anweisungen an den chinesischen Sicherheitsapparat lauteten:

Ruiniert sie finanziell, zerstört ihren Ruf und vernichtet sie physisch!“

(Jiang Zemin, Staats- und Parteichef, 1989 – 2002)

Und schließlich fand der Parteichef willige Mitglieder, Kommunisten der schlimmsten Art, die gehorsam seine Pläne umzusetzen bereit waren. Um ihre eigenen Karrieren zu fördern, ersannen sie immer perfidere Formen der Unterdrückung und bereicherten sich an den Habseligkeiten der von ihnen verfolgten Menschen.

Staatliche Verfolgung und Propaganda

Zahlreiche Regierungsorganisationen und NGOs berichten seither von massenhaften Inhaftierungen, schrecklicher Folter und Misshandlungen und von vielen, vielen Todesfällen. Polizei, Geheimdienst und Gefängnispersonal verübten zahllose Verbrechen gegen die unterdrückten Falun Gong-Praktizierenden.

Gleichzeitig mit der physischen und psychischen Verfolgung der Menschen spann die Propagandamaschinerie eine dichtes Netz von Verleumdungs- und Hetzkampagnen gegen Falun Gong unter Verwendung des gesamten staatlichen Medienapparates mit all seinen Zeitungen, Fernseh- und Radiosendern.

Über diese Medien verbreitete die Kommunistischen Partei bis weit ins Ausland hinein ein gefälschtes Bild von Falun Gong, um die Unterdrückung zu „legitimieren“. Man sprach von einem bösen Kult, einer Sekte und sogar von einer politischen Verschwörung des Westens unter Beteiligung der CIA. Diese Lügen verwirrten nicht nur die permanent damit berieselten Bürger Chinas, sondern auch so manche internationale Beobachter.

Auch heute noch verbreitet die Kommunistische Partei Chinas ihre zielgerichtete Propaganda ins Ausland, über ihre Botschaften und Konsulate, Konfuzius-Institute, Auslandsmedien und Studentenvereine.

Nur wenige Medien weltweit stellen und stellten eigene Recherchen an und versuchten mit oftmals nur schwer und unter Gefahr in China zu beschaffenden Beweisen die anklagenden Behauptungen der Kommunistischen Partei gegen die Falun Dafa-Bewegung zu untersuchen.

Organraub – Der Gipfel des Verbrechens

Am 8. Mai 2019 erklärte David Li vom Forschungszentrum gegen den Organraub in China (China Organ Harvest Research Center) im Menschenrechtsausschuss des Bundestages, dass Falun Gong weder die erste noch die letzte Gruppe sei, die vom chinesischen kommunistischen Regime verfolgt werde. Aber es sei die einzige Gruppe, die offen ausgewählt wurde, um sie auszurotten.

Auf einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Experten zur Situation religiöser Gemeinschaften in China äußerten verschiedene Politiker ihre Besorgnis zu den Hinweisen auf den staatlichen Organraub an Glaubens- und Gewissensgefangenen.

Der CDU-Politiker Martin Patzelt wertete die Indizienkette als so dicht, dass man bereits von „zwingenden Indizien“ sprechen könne. Seit Jahren setzt sich der Bundestagsabgeordnete für eine Resolution des Bundestages gegen den Organraub an Falun Dafa-Praktizierenden und anderen Glaubensgefangenen ein.

Doch die Resonanz in Politik und Öffentlichkeit sei gemessen an der Wichtigkeit dieses Themas in seinen Augen zu gering, so der christdemokratische Abgeordnete und ehemalige Oberbürgermeister von Frankfurt/Oder.

Andere Parlamente, wie das EU-Parlament oder der Amerikanische Kongress, haben aufgrund der Indizien schon gehandelt. Sie haben Druck auf China ausgeübt, wodurch sich China zumindest rechtfertigen musste.“

(Martin Patzelt, 71, CDU, MdB)

Länder wie Israel, Spanien und Italien hätten zudem bereits aufgrund der Informationen zum Organraub in China ihre Gesetzgebung geändert, berichtete der CDU-Politiker weiter. Er forderte dazu auf, in das deutsche Transplantationsgesetz eine „Sicherung“ einzubauen, damit auch Deutsche, die nach einer Transplantation im Ausland in Deutschland nachbehandelt würden, identifiziert werden könnten. Ziel sei es, Verwicklungen Deutscher in den illegalen Organhandel einen gesetzlichen Riegel vorzuschieben.

Der staatliche Organraub an Falun Dafa-Praktizierenden und Angehörigen anderer Glaubensgemeinschaften stellt den Gipfel der Auslöschungskampagne gegenüber religiösen Gemeinschaften in China dar.

Das Forschungszentrum für Organraub in China (China Organ Harvest Research Center) mit Sitz in New York schreibt dazu in einem Untersuchungsbericht:

Im Gegensatz zum Schwarzmarkt-Organhandel in anderen Teilen der Welt, werden in China Gewissensgefangene zwecks Organraub staatlich organisiert getötet. Ihre Organe werden in industriellem Maßstab für Transplantationszwecke genutzt, wobei militärische und zivile Krankenhäuser beteiligt sind.“

(China Organ Harvest Research Center, New York, USA)

Diese staatlich kontrollierte illegale Transplantationsindustrie stelle eines der abscheulichsten Verbrechen gegen die Menschheit im 21. Jahrhundert dar“, heißt es in dem zutiefst erschütternden Bericht.