2008: Barack Obama verurteilt Hillary Clinton als korrupt – 2016 wirbt er für Clinton als US-Präsidentin

Von 3. November 2016 Aktualisiert: 5. November 2016 0:32
Die Wahl zum nächsten US-Präsidenten findet am 8. November 2016 statt. Aktuell liegt der Milliardär Donald Trump in den Umfragen vorne. Mehrere Skandale um die Clintons erschüttern Hillarys Beliebtheit. Jetzt macht sich der scheidende US-Präsident Barack Obama noch einmal für Clinton stark. "Das Schicksal der Welt steht am Abgrund," sagt Obama, sollten die Amerikaner Trump wählen. In 2008 meinte Obama aber, dass Clinton eine korrupte Politikerin sei und alles sagen würde, um eine Wahl zu gewinnen, ändern würde sich aber nichts.

Die Aussicht auf einen Wahlsieg von Donald Trump hat US-Präsident Barack Obama zu einer Mahnung an die Wähler veranlasst. „Das Schicksal der Republik liegt in Euren Händen“, sagte Obama am Mittwoch bei einem Wahlkampfauftritt für die Demokratin Hillary Clinton in Chapel Hill. „Das Schicksal der Welt steht am Abgrund.“ Trump, der in Umfragen deutlich zugelegt hat, sei „beispiellos unqualifiziert“ für das Präsidentenamt.

Obama redete den Bürgern ins Gewissen: Es liege nun an den Wählern in den USA, die Entwicklung „in die richtige Richtung zu treiben“. Bei der Wahl stehe „unsere Demokratie zur Abstimmung“. Ebenfalls zur Abstimmung stünden der Anstand, die Gerechtigkeit und der Fortschritt in den USA. Obama rief seine Anhänger eindringlich zur Stimmabgabe auf, weil es in einer knappen Wahl auf jede Stimme ankomme.

2008: Barack Obama bezichtigt Hillary Clinton der Lüge

Während seiner eigenen Präsidentschaftskampagne in 2008 bezichtigte Barack Obama seine jetzige Favoritin der Lügen. In seinen Wahlkampfreden, machte er auf die Korruption seiner damaligen Rivalin aufmerksam.

In einem Wahlkampf-Werbespot sagte Obama:

„Was heute mit der Politik nicht mehr stimmt: Hillary Clinton wird alles sagen, um gewählt zu werden. Jetzt verunglimpft sie Barack Obama. Die ‚Washington Post‘ schreibt: ‚Clinton sagt nicht die Wahrheit‘. Sie unterstützt NAFTA (das Freihandelsabkommen zwischen der USA, Kanada und Mexiko). Trotz der Tatsache, dass in South Carolina Tausende Menschen ihren Arbeitsplatz verloren haben. Und das Schlimmste von allem: Es war Hillary Clinton, die für George Bush’s Irakkrieg gestimmt hat. Hillary Clinton wird alles sagen, (um zu gewinnen) aber nichts wird sich ändern. Es ist Zeit für Veränderung,“ ich bin Barack Obama, Präsidentschaftskandidat.

Bei seinen Wahlkampfreden ging er mit scharfer Kritik auf seine damalige Konkurrentin los – ganz im Gegensatz zu heute.

FBI-Enthüllungen belasten Clinton

In Obamas Worten in Chapel Hill spiegelte sich die zunehmende Nervosität der US-Demokraten angesichts der jüngsten Umfragewerte wider. Clinton hatte lange als haushohe Favoritin für die Wahl am kommenden Dienstag gegolten. Inzwischen liegt sie in Umfragen aber Kopf an Kopf mit Trump.

In dem von der Website „realclearpolitics“ errechneten Durchschnitt der jüngsten Befragungen liegt die Demokratin zwar landesweit weiter vorn, ihr Vorsprung ist aber auf nur 1,7 Punkte geschmolzen. Sollten sich die Werte auf dem derzeitigen Stand stabilisieren, halten Demoskopen zwar immer noch einen Clinton-Sieg für die wahrscheinlichere Variante. Er könnte aber knapp ausfallen.

Clintons Lage hängt auch mit Entscheidungen der Bundespolizei FBI zu Prüfungen in der Email-Affäre zusammen. Obama, der den Republikaner James Comey vor drei Jahren an die Spitze des FBI berufen hatte, ließ eine kritische Haltung zu dessen Vorgehen durchblicken. Demokraten unterstellen dem FBI die Beeinflussung der Wahl zu Lasten Clintons.

Trump kostete seinen Umfrage-Aufschwung in einer Rede vor begeisterten Anhängern in Pensacola im Bundesstaat Florida aus und zeigte sich siegesgewiss. „Wir werden gewinnen!“, rief er. „Wir haben nur noch mit einer Person zu tun – der Betrügerin Hillary Clinton.“ Der Republikaner versprach „eine Plan, um die Korruption der Regierung zu beenden“.

Die Möglichkeit eines Trump-Siegs verunsicherte derweil auch die Märkte. Der Dow-Jones-Aktienindex schloss am Mittwoch mit einem Minus von 0,4 Prozent, der S&P500 gab um 0,7 Prozent nach. Zuvor hatten schon Märkte in Europa und Asien um rund ein Prozent nachgegeben. Der US-Dollar verlor gegenüber dem Euro an Wert. „Kurz vor der Wahl kommen die Märkte zu dem Schluss, dass ein Sieg Trumps zu viel Ungewissheit schaffen würde“, resümierte der Analyst Kit Juckes von der Bank Société Générale.

Mit Textteilen von AFP

 

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