Afrikanische Staatschefs haben kein Interesse, gegen Migration vorzugehen

Die Hauptursachen für die Misere in Afrika werden konsequent verschwiegen: Korruption und Bevölkerungsexplosion. Mehr als 2.000 Mrd. Dollar an Hilfsgeldern sind in den letzten 60 Jahren an afrikanische Staaten geflossen. Die positiven Effekte dieser Zuwendungen sind, vorsichtig ausgedrückt, sehr überschaubar. Eine Analyse von Hubert von Brunn.

„Fluchtursachenbekämpfung“ war das Stichwort, das bei dem EU-Afrika-Gipfel in Abidjan ganz oben auf der Agenda stand. In der Spezifizierung dieses Generalthemas ging es dann um Krieg, Terror, Armut, Hunger, Arbeitslosigkeit, organisierte Schlepperbanden… Alles wichtige Aspekte, um die man sich kümmern muss, keine Frage.

Die beiden Hauptursachen für das kontinuierliche Abgleiten des Schwarzen Kontinents in ein gigantisches Katastrophengebiet indes werden weiterhin konsequent verschwiegen – von den mehr als 80 Staats- und Regierungschefs, die zusammen mit Frau Merkel am Konferenztisch saßen, ebenso wie von unseren „Qualitätsmedien“: Korruption und Bevölkerungsexplosion.

Es flossen bereits 2.000 Milliarden Dollar nach Afrika – die Effekte? Sehr überschaubar

Am Ende der Veranstaltung hat EU-Kommissionspräsident Junker stolz verkündet, die Europäer hätten sich auf einen Aktionsplan für Afrika in der Größenordnung von 44 Milliarden Euro verständigt, um einzelnen Staaten wirtschaftlich auf die Beine zu helfen, vor allem aber, um zu verhindern, dass weitere Migrationsströme über Libyen und das Mittelmeer nach Europa gelangen.

Mit 44 Milliarden könnte man in der Tat schon einiges bewegen – allerdings nur, wenn das Geld auch dort ankommt, wo es hin gehört und zum Wohle der Bevölkerung eingesetzt wird. Das war in der Vergangenheit überwiegend nicht der Fall und das wird es auch in Zukunft nicht sein.

So lange nicht, bis die Geberländer ein ebenso strenges wie transparentes Kontrollsystem etabliert haben, das verhindert, dass ein Großteil der Gelder in den Taschen der korrupten politischen Eliten verschwindet.

Mehr als zwei Billionen (2.000 Mrd.) Dollar an Hilfsgeldern sind in den letzten 60 Jahren an afrikanische Staaten geflossen. Die positiven Effekte dieser Zuwendungen sind, vorsichtig ausgedrückt, sehr überschaubar.

Die Eliten an der Macht bedienen sich – der Rest geht leer aus

Korruption ist gewiss keine afrikanische Spezialität. Überall dort, wo politische/militärische Macht und viel Geld eine unheilige Allianz eingehen, geraten Menschen in Gefahr, jegliche Moral, Ethos und Verantwortung für andere über Bord zu werfen und sich so viel wie möglich in die eigene Tasche zu stopfen. Der Familienclan und unterwürfige Handlanger dürfen mitnaschen an dem süßen Kuchen – der Rest, d. h. die überwiegende Mehrheit des Volkes, geht leer aus.

Wie das funktioniert, wurde uns gerade am Beispiel Simbabwe vor Augen geführt. In seiner 37-jährigen Regentschaft hat Diktator Robert Mugabe das ehemalige Südrhodesien, das nach Erlangung der Unabhängigkeit (1980) gute Chancen hatte, sich zu einem wirtschaftlich und gesellschaftlich stabilen Land zu entwickeln, sukzessive in den Ruin geführt.

Er, seine machtgeile Gattin Grace und der Rest des Clans haben jetzt zwar nichts mehr zu sagen, aber mit dem Geld, das sie in all den Jahren auf die Seite geschafft haben, müssen sie sich um ihre Altersversorgung gewiss keine Gedanken machen.

Weil er das Land so großartig regiert hat, bekommt Mugabe – bezahlt aus der Staatskasse – noch eine „Abfindung“ von rd. 10 Mio. $, und ein Jahresgehalt von 150.000 $, das Luxus-Anwesen in Harare inkl. Personal und – damit man ihn oder sie nur nicht für irgendetwas verantwortlich machen kann – genießen beide lebenslang Immunität.

Und wer glaubt, dass sich die Verhältnisse in Simbabwe unter dem neuen Staatschef Mnangagwa, genannt „das Krokodil“, nun nachhaltig bessern würden, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Noch ist das Volk dort voller Hoffnung, doch die Stimmung wird schnell kippen, wenn die Menschen weiter darben müssen und keine Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse erkennbar wird. Nährboden für den nächsten Bürgerkrieg in Afrika.

Die Anliegen der Europäer sind vielfach nicht die der Afrikaner

Wenn also die auf dem EU-Afrika-Gipfel versprochenen 44 Milliarden Euro wirklich etwas Positives für die Menschen bewirken sollen, dann darf das Geld auf gar keinen Fall auf irgendein Regierungskonto in irgendeinem Land überwiesen werden.

Vielmehr müssen unabhängige Institutionen – international besetzt von Fachleuten – geschaffen werden, die vor Ort operieren, das Geld verwalten und es dort einsetzen, wo es wirklich gebraucht wird. Wo es hilft, Arbeitsplätze zu schaffen, Familien zu ernähren und in der Folge junge Leute abzuhalten, sich auf den gefährlichen Weg nach Europa zu machen.

Das wird den afrikanischen Potentaten natürlich nicht schmecken.

Zum einen werden dadurch die Chancen der Selbstbedienung erheblich eingeschränkt – das ist natürlich ärgerlich. Zum andern ist den Afrikanern die Bevormundung durch die Europäer seit den unseligen Zeiten der Kolonisation wohl bekannt und die Abneigung dagegen steckt auch noch in den Köpfen der nachfolgenden Generationen.

Wenn aber das selbstbestimmte Regieren und freihändige Agieren der Machteliten nicht zur Stabilität eines Landes beiträgt, sondern zu dessen Niedergang, dann ist es nicht hilfreich, weiter Milliarden hineinzupumpen und letztlich ohne erkennbaren Nutzen – weder für die Menschen dort, noch für die Europäer – sinnlos zu verbrennen.

Afrikanische Staatschefs haben kein Interesse, gegen Migration vorzugehen

Am Konferenztisch in Abidjan wurde deutlich, wie weit die Anliegen der Europäer auf der einen und die mancher Afrikaner auf der anderen Seite auseinander gehen. Die Industriestaaten haben größtes Interesse an der Rückführung von Wirtschaftsflüchtlingen, die kein Anrecht auf Asyl in Europa haben.

Einen völkerrechtlichen Vertrag, der die Verpflichtung jedes Landes festschreibt, die eigenen Leute wieder zurückzunehmen, gibt es nach Auskunft des Afrikabeauftragten der Bundesregierung, Günter Nooke, seit Langem.

Doch was nützt eine solche Verpflichtung, wenn den Flüchtlingen ihre Staatsangehörigkeit nicht nachgewiesen werden kann, weil sie nach Ankunft in Europa ihre Pässe vernichten oder wegwerfen? – Nichts! Um dem entgegenzuwirken, müssten biometrische Daten (Fingerabdrücke, Iris-Scan) vorliegen, was nicht der Fall ist. Und bis die afrikanischen Staaten ihr Passwesen dahingehend umgestellt haben werden, wird noch sehr viel Zeit vergehen.

Hinzu kommt, dass nicht wenige der afrikanischen Staatsoberhäupter überhaupt kein Interesse daran haben, gegen die illegale Migration vorzugehen. Im Gegenteil.

Diejenigen, die es bis nach Europa geschafft haben, erzielen ein Einkommen – entweder durch staatliche Unterstützung oder tatsächlich durch Arbeit. Einen Großteil des Geldes davon schicken sie dann an die Familien zu Hause.

Das trägt zur Linderung der Not in ihrer Heimat bei und entlastet die jeweiligen Staatskassen. In manchen Ländern sind diese Rücküberweisungen von illegalen Migranten höher als die offizielle Entwicklungshilfe. – Das gefällt den Häuptlingen.

Bis 2050 wird sich die Bevölkerung Afrikas auf 2,5 Milliarden verdoppelt haben

Das andere fundamentale Problem, das in der öffentlichen Diskussion stets dezent umschifft – man kann auch sagen: totgeschwiegen – wird, ist das unheimliche Bevölkerungswachstum.

Trotz Kriegen und Terror, trotz Hungersnöten und Epidemien wird sich die Bevölkerung auf dem Schwarzen Kontinent aktuellen Schätzungen zufolge bis 2050 auf 2,5 Milliarden Menschen mehr als verdoppelt haben.

Diese beängstigende Zahl wird in den Qualitätsmedien schon mal genannt, aber weitestgehend unkommentiert einfach stehen gelassen. Das tradierte Reproduktionsverhalten des schwarzen Mannes, das darauf angelegt ist, möglichst viele Nachkommen zu zeugen, wird nicht kritisch hinterfragt.

Ein Tabu, das nicht angesprochen werden darf, eine Tatsache, die wir einfach hinzunehmen haben. – Das ist schlicht verlogen und bemäntelt eine unangenehme Wahrheit, der wir uns nicht verschließen können.

2050 ist nicht mehr fern und die Brisanz, die diese Zahl 2,5 Milliarden in sich birgt – für Afrika ebenso wie für Europa – ist doch heute schon erkennbar. Zehn bis zwölf Millionen junge Afrikaner drängen jedes Jahr auf den Arbeitsmarkt. Es gibt aber höchstens 3,5 Millionen neue Jobs – und diese Diskrepanz wird sich Jahr um Jahr vergrößern.

Geburtenkontrolle nicht länger zum Tabu erklären

Das ungehemmte Bevölkerungswachstum ist eine tickende Zeitbombe, über die man nicht einfach hinwegsehen darf. Im Gegenteil muss man dieses Phänomen sehr ernst nehmen.

Wenn die Europäer den Afrikanern wirklich helfen wollen, wirtschaftlich auf die Beine zu kommen und den Menschen eine Perspektive zu bieten, die sie motiviert, in ihrer Heimat zu leben und zu arbeiten, statt nach Europa zu fliehen – dann darf das Thema Geburtenkontrolle nicht länger tabuisiert werden.

Dann müssen die Europäer große Anstrengungen unternehmen, um die Menschen – vor allem auf dem Land, wo das Zusammenleben uralten Sitten und Gebräuchen folgt – aufzuklären und davon zu überzeugen, dass ihnen das tradierte Sexualverhalten eher schadet als nützt.

Dass es angesichts der besseren medizinischen Versorgung (Impfungen, Hygienemaßnahmen etc.) nicht mehr notwendig ist, acht, zehn, zwölf oder mehr Kinder in die Welt zu setzen.

Um sicherzustellen, dass die jeweilige Regierung diese Maßnahmen entsprechend unterstützt, sollte deren Umsetzung gekoppelt werden mit Transferleistungen zur Entwicklungshilfe.

Das klingt nach Bevormundung und wird, wie schon gesagt, manchem Regierungschef nicht gefallen. Aber darauf kann man keine Rücksicht nehmen. Es ist eine wichtige Hilfe zur Selbsthilfe, die letztlich beiden Seiten – den Afrikanern und den Europäern – zugute kommt.

Der Bericht erschien zuerst auf anderweltonline.de.

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