Anwalt von Epstein-Opfern besorgt: Ghislaine Maxwell könnte am Ende tot sein

Von 10. Juli 2020 Aktualisiert: 10. Juli 2020 14:06
Ghislaine Maxwell, die rechte Hand des verstorbenen Sexhändlers Jeffrey Epstein, sitzt im Gefängnis. Nun befürchtet der Anwalt einiger mutmaßlicher Missbrauchsopfer, dass sie dies nicht überleben könnte.

Der Anwalt von sieben mutmaßlichen Missbrauchsopfern des bereits verstorbenen US-Milliardärs Jeffrey Epstein befürchtet, dass Epsteins engste Mitarbeiterin, Ghislaine Maxwell, plötzlich versterben könnte.

„Ich habe ernste Bedenken, dass sie es nicht lebend aus dem Gefängnis schafft“, sagte der Anwalt Spencer Kuvin gegenüber der Epoch Times.

„Genau wie Jeffrey Epstein, ist sie aufgrund dessen, was sie weiß und wen sie belasten kann, ein Ziel. Darüber hinaus sollte sie wegen möglichem Selbstmord unter Beobachtung stehen. Sie ist kein Mensch, der es gewohnt ist, hinter Gittern zu leben.“

Der 66-jährige Epstein wurde am 6. Juli 2019 wegen Sexhandelsvorwürfen festgenommen. Etwa einen Monat später wurde Epstein, der eng mit Prinz Andrew und anderen hochrangigen Persönlichkeiten befreundet war, tot in seiner Gefängniszelle in einem Bundesgefängnis in New York aufgefunden.

Unregelmäßigkeiten bei Epsteins Tod

Die leitende Gerichtsmedizinerin von New York City, Dr. Barbara Sampson, kam zu dem Schluss, Epstein habe Selbstmord begangen. Dieser Befund wird von Dr. Michael Baden bestritten. Der forensische Spezialist, der von Epsteins Bruder engagiert wurde, erklärte, die Halsverletzungen, die Jeffrey Epstein erlitt, seien bei Selbstmord durch Erhängen nicht üblich.

„Ich glaube, es stellt sich die ernsthafte Frage, ob er sich selbst getötet hat oder nicht“, sagte Kuvin. Der Anwalt verwies auch auf den Umstand, dass zwei Justizvollzugsbeamte, die Epstein überwachen sollten, angeblich beide in der Nacht seines Todes eingeschlafen sind.

Es gab noch weitere Unregelmäßigkeiten: Eine Kamera, die auf die Außenseite von Epsteins Zelle gerichtet war, hatte Berichten zufolge eine „Fehlfunktion“. Das Videomaterial einer anderen Kamera die Epsteins Zelle filmte „existiert schlichtweg nicht mehr“, wie die Staatsanwälte Maurene Comey und Jason Swergold im Januar enthüllten.

Epstein wurde mehrere Wochen, bevor er leblos aufgefunden wurde, von der Selbstmordwache genommen. Das teilte das Justizministerium mit. Der Schritt erfolgte nach einer Untersuchung Epsteins durch einen Psychologen, wie der stellvertretende Generalstaatsanwalt Stephen Boyd dem US-Kongress im vergangenen Jahr in einem Brief mitteilte.

Der Kongress drängte die Direktorin des Federal Bureau of Prisons, Kathleen Hawk Sawyer, bei einer Anhörung im November 2019 darauf, die Art und Weise zu ändern, wie mit hochrangigen Insassen umgegangen wird. Ob Sawyer die Absicht hatte, nach Epsteins Tod tatsächlich Änderungen vorzunehmen, sagte sie damals nicht.

Anwalt: Maxwell wird Behörden Informationen geben

Maxwell, die rechte Hand von Epstein, wurde am 2. Juli verhaftet. Ihr wird vorgeworfen Mädchen angeworben zu haben, damit Epstein – und andere Persönlichkeiten – diese sexuell missbrauchen konnten. Die 58-Jährige war in ihrem Haus in New Hampshire festgenommen worden. Dort hielt sie sich der Staatsanwaltschaft zufolge nach Epsteins Tod versteckt.

Kuvin sagte: Die Epstein-Opfer, die er vertritt, wären erleichtert gewesen, als sie von Maxwells Verhaftung erfahren hatten. „Sie hoffen nun, dass Maxwell nicht die einzige Mitarbeiterin von Epstein sein wird, die vor Gericht landet.“

Der Anwalt glaubt, dass Maxwell den Staatsanwälten Informationen geben wird. „Ich denke, das wird sie. Ich glaube sicherlich, dass sie Informationen hat, die sie anbieten kann. Ich glaube, dass sie eine Menge Informationen über andere Personen hat“, sagte Kuvin. „Es ist üblich, Informationen für eine mildere Strafe einzutauschen.“

Die 58-Jährige ist eine britische Staatsbürgerin, besitzt aber auch die französische und die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Fonds für die Sexopfer

Die mutmaßlichen Epstein-Opfer können nun Geld aus einem Fonds beziehen. Die Identitäten der Sexopfer werden unter Verschluss gehalten. Nur ihre Anwälte und andere mit den Fällen vertraute Personen kennen ihre Namen und andere persönliche Informationen.

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„Ich denke, es ist sehr wichtig, dass die Menschen verstehen, dass es einen Entschädigungsfonds gibt, der für die Opfer eingerichtet wurde“, sagte Kuvin.

Der Geldbetrag, der jeder Frau zuerkannt wird, hängt von einer Reihe von Faktoren ab.

Der Fonds hat derzeit mehr als 500 Millionen Dollar zu verteilen. Das Geld stammt aus Epsteins Nachlass, das nach seinem Tod beschlagnahmt wurde. Das Vermögen wurde später von Behörden an den neutralen Verwalter, Jordy Feldman, der für den Fonds verantwortlich ist, überwiesen.

Ghislaine Maxwell erschien vergangene Woche per Telefonkonferenz vor dem US-Bezirksgericht von New Hampshire. Sie verzichtete auf ihr Recht, eine Freilassung per Kaution zu beantragen.

Die Anklageerhebung gegen Maxwell wird am 14. Juli stattfinden.

Das Original erschien zuerst in The Epoch Times USA (deutsche Bearbeitung von so)
Originalartikel: Epstein Victims’ Lawyer Concerned Ghislaine Maxwell Will End Up Dead

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