Aufschwung der deutschen Rüstungsindustrie: Waffenhändler die großen Gewinner der Ukraine-Krise

Epoch Times24. August 2015 Aktualisiert: 24. August 2015 16:07
Die großen Profiteure der Kriegshandlungen im Osten der Ukraine sind die deutschen Rüstungsunternehmen. Die Waffenbauer erhoffen sich viele neue Aufträge mit der EU.

Die blutigen Kämpfe in der Ukraine bescheren der deutschen Rüstungsindustrie neuen Aufschwung. Durch den Krieg in der Donbass-Region denken Nato-Mitglieder, vor allem in Osteuropa, darüber nach, schweres Kriegsgerät "Made in Germany" zu kaufen, berichtet die "Financial Times".

Mit Panzerhaubitzen, Radpanzer Boxer und ähnlichem wollen die Staaten ihre Streitkräfte modernisieren. Auch in Deutschland, wo die Bundeswehr seit Jahrzehnten als unterfinanziert gilt, gibt es plötzlich wieder Aufrüstungspläne. 
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kündigte Anfang des Jahres an, die Panzertruppe der Bundeswehr zu vergrößern, berichtete die "Zeit". Wegen der Ukraine-Krise will sie weniger Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 ausmustern lassen als geplant.

Gute Zeiten für die Waffenindustrie

Ein großer Profiteur der Rüstungspläne ist die deutsche Waffenfirma Krauss-Maffei Wegmann (KMW). Der Hersteller des Leopard 2 fokussierte seine Geschäfte in den letzten Jahren vor allem auf arabische Staaten. Durch die Krise in der Ostukraine ist KMW nun auch in Europa wieder gefragt.
Die sinkenden Wehretats vor der Ukraine-Krise verursachten Unsicherheit in der deutschen Rüstungsindustrie. Die Waffenhersteller haben unter rückläufigen Verteidigungsausgaben der EU gelitten, so "FT". 

Doch durch den Konflikt mit Russland hat die Bundeswehr bereits Ende letzten Jahres die ersten generalüberholten Kampfpanzer von KMW gekauft. Aktuell modernisiert die Rüstungsfirma noch 20 alte Leoparden für das Heer. Diese Panzer gehören neben der A7 Variante zu den modernsten Militärfahrzeugen der Welt. 
Die Vertreter der Rüstungsunternehmen erhoffen sich nun weitere Aufträge und werben für ihre Produkte. "Ohne den Kampfpanzer können wir Deutschland nicht verteidigen, sein Fähigkeitsspektrum ist durch nichts zu ersetzen", sagte KMW-Chef Frank Haun im März, berichtete die "Zeit". 
Der Waffenhersteller Rheinmetall mit Sitz in Düsseldorfer profitiert auch vom Konflikt in der Ukraine. Die Firma produziert unter anderem Kanonen und Feuersysteme für den Leopard-Panzer. Ein Unternehmenssprecher sagte, die Ukraine habe das Rüstungsgeschäft politisch angespornt, die Aufträge seien gewachsen, so "FT".
Der Krieg zwischen russischen Separatisten und dem ukrainischen Militär veranlassen Deutschland und andere Nato-Staaten ihre Landstreitkräfte zu modernisieren und in Waffen zu investieren, die zum Schutz vor möglichen Bodenangriffen dienen sollen. (so)

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