„Auserwählt und Ausgegrenzt“: USA zeigen Film, den Europa nicht sehen darf

Von 2. August 2017 Aktualisiert: 2. August 2017 19:30
ARTE sollte im Auftrag des WDR einen Film zum Thema "Judenhass in Europa" machen. ARTE hatte den Auftrag dann an die beiden Filmemacher Joachim Schroeder und Sophie Hafner weitergegeben. Mit dem Ergebnis waren die Rundfunkanstalten allerdings alles andere als zufrieden. Der Film enthalte "mehrere teils auch rechtlich relevante Fehler", erklärt der WDR.

„Frankreich ist das westliche Land mit der höchsten Zahl ermordeter Juden im 21. Jahrhundert. 14 Menschen wurden getötet, weil sie Juden waren. Alle von ihnen wurden von Muslimen getötet, nicht von Rechtsextremen“, sagt Jean Patrick Grumberg, Redakteur der französischsprachigen Nachrichtenseite Dreuz gegenüber „Gatestone“.

Mit dieser Aussage nimmt er Bezug auf den deutsch-französischen Film „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“, der in Europa nicht öffentlich ausgestrahlt werden soll.

ARTE hatte das Thema im Auftrag des WDR erhalten und den Film an die beiden Filmemacher Joachim Schroeder und Sophie Hafner in Auftrag gegeben. Mit dem Ergebnis waren die Rundfunkanstalten allerdings alles andere als zufrieden. Der Film enthalte „mehrere teils auch rechtlich relevante Fehler“, erklärt der WDR auf seiner Webseite.

Antisemitismus im Mainstream

Auf Gatestone ist dagegen zu lesen, dass der Grund der Ablehnung des Films vielmehr darin liege, dass es hier nicht nur um den Antisemitismus unter Neonazis, sondern um den des Mainstreams ginge. Massenmedien, Politiker, linke und muslimische „Palästina“-Aktivisten, Rapper und Kirchenorganisationen kämen darin vor.

Die „FAZ“ schrieb über den Film: „Die Autoren drehten dafür eineinhalb Jahre in Frankreich, Deutschland, Ungarn, Israel und Gaza. Sie waren bei alten Linken und neuen Rechten, auf der Straße, in Pariser Vororten, unter Flüchtlingen, unter jungen palästinensischen Intellektuellen, die ihrer politischen Vertretung unversöhnliche Israelfeindlichkeit und Korruptheit unterstellen. Es kommen nicht nur die üblichen Verdächtigen, nicht nur der brüllende und schäumende Antisemitismus zur Sprache. Sondern der latente, der neue „Alltags-Antisemitismus“, der sich als Israelkritik chiffriert.“

Laut der „Berliner Zeitung“ sei der Film eine „Provokation“, er schütte „Öl ins Feuer“ und könne „angesichts der Terrorlage in Frankreich nicht gezeigt werden“.

„Frankreich“, so sagt Journalist Jean Patrick Grumberg gegenüber Gatestone, „ist ein Land, in dem kommunistische Bürgermeister die palästinensischen Mörder von Juden als Ehrenbürger feiern. Die Direktoren von ARTE France wären niemals eingestellt worden, wenn sie verdächtigt worden wären, proisraelisch oder Konservative zu sein. Radikal zu sein hingegen wird begrüßt.“

Muslimischer Antisemitismus ist Tabu in Frankreich

Die Journalisten in Frankreich, so Grumberg weiter, seien „fast ausnahmslos antiisraelisch“, wer für Israel sei, müsse dies verheimlichen, sonst drohten ihm Konsequenzen. „In dieser unglaublichen Umgebung sind die Fernsehsender France Television und ARTE die schlimmsten unter den Islamo-Linken. Anfangs weigerte sich die französische Programmdirektion, überhaupt eine Dokumentation über Antisemitismus in Europa zu produzieren, weil sie genau wusste, dass dabei der muslimische Antisemitismus zur Sprache käme, und das ist ein Tabu in Frankreich, vor allem unter Linken und in den Medien.“

Und auch in Deutschland hat man sich mit den französischen Medien solidarisch gezeigt. Sobald der WDR den Film gesehen hatte, habe er den Kontakt zu den beiden Filmemachern abgebrochen, so Gatestone. Die ARTE-Beauftragte beim WDR, die den Film abgenommen hatte, habe sich aufgrund der internen Anfeindungen in den Vorruhestand versetzen lassen.

Doch dann gab es großen Druck von Seiten Historikern und Journalisten, die den Film gesehen hatten und dessen Freigabe forderten. Und auch der Zentralrat der Juden beschwerte sich. Die Bild-Zeitung streamte den Film 24 Stunden lang auf ihrer Webseite. Da die Debatte über Zensur daraufhin so große Wellen schlug, sah sich der WDR gezwungen, den Film zu zeigen.

Kirchliche Organisationen unterstützen Boykott gegen Israel

Doch die Weise, wie das geschah, war einzigartig in der deutschen Fernsehgeschichte, so Gatestone weiter. Am Anfang des Films und in kurzen Abständen zwischendurch seien immer wieder Warntafeln eingeblendet worden, die den Zuschauer indirekt dazu aufforderten, dem Film nicht zu glauben: Er solle die angeblich „notwendigen Ergänzungen und Erklärungen“ auf der Website des WDR lesen – ein aus 30 Texten bestehender „Faktencheck„.

Im Film wird laut Gatestone unter anderem gezeigt, dass einige kirchliche Organisationen die Versuche unterstützen, Israel durch wirtschaftliche Maßnahmen zu zerstören, indem sie zum Boykott von Menschen und Waren aufrufen. „Die NGO-Farce wird endlich aufgedeckt“, sagt Olga Deutsch, Leiterin des Europa-Ressorts bei NGO Monitor, in einer E-Mail an Gatestone. „Zivilgesellschaft ist notwendig und wichtig, doch den NGOs werden riesige Summen Geld und viel Macht gegeben, in einer der fragilsten und am meisten von Konflikten geplagten Regionen der Welt, ohne jegliche Anforderung an Transparenz und Verantwortlichkeit.“

„Der Antisemitismus in Europa geht nicht von Randgruppen aus. Es sind vor allem linksliberale „Intellektuelle“, die den Hass schüren“, sagt Filmemacher Joachim Schroeder. Der Skandal um den Film zeige, wie es um die Kultur und die Meinungsfreiheit in Europa stehe. Der WDR habe sich unter denen eingereiht, die wir im Film kritisieren. „Bis dahin konnte man das nur mutmaßen, mit der Art und Weise der Ausstrahlung hat er das klar auf den Tisch gelegt.“

Die USA zeigen den Film am 9. August

In den Vereinigten Staaten wird der Dokumentarfilm „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ nun an einem einzigen Abend zu sehen sein, und zwar am 9. August. Rabbi Abraham Cooper, Vizedirektor des Simon-Wiesenthal-Center in Los Angeles, sagte gegenüber dem Gatestone Institute: „Das ist ein Film, der gesehen werden muss – von allen, die sich um Antisemitismus sorgen und sich Sorgen um die demokratische Zukunft Europas machen. Es ist eine Dokumentation, die die Wahrheit verbreitet und die Political Correctness zerschmettert.“

Der WDR erklärt auf seiner Internetseite, dass der Antisemitismus ein zentrales, gesellschaftliches Thema sei. Im Vorspann zum Film lässt er daraufhin auch die Expertenkommission des Bundestages zu Wort kommen, deren Vertreterin, wenn auch etwas stotternd, sagt: „Wenn man sich die Straftaten anschaut, haben 90 Prozent immer noch einen rechtsextremen Hintergrund.“

Der Film ist in der WDR-Mediathek zu sehen, darunter befindet sich der Faktencheck.

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