Australien: Brandstifter, Plünderer – Rechtliche Schritte gegen rund 200 Personen

Epoch Times7. Januar 2020 Aktualisiert: 14. Januar 2020 10:41
Die australische Polizei ermittelt bereits gegen rund 200 Menschen, die Brände ausgelöst oder fahrlässig verursacht haben. Allein in Queensland kam die Polizei zu dem Ergebnis, dass 103 Brände absichtlich entzündet wurden. 98 Personen, davon 67 Jugendliche, wurden als Schuldige identifiziert.

Staatliche Behörden in Australien haben seit Beginn der verheerenden Buschfeuer gegen 183 Menschen rechtliche Schritte im Zusammenhang mit den Bränden eingeleitet, berichtet der Sydney Morning Herold. Die rechtlichen Schritte reichen von einer Verwarnung bis zu Strafanzeigen, sagte die Polizei am Montag (6.1.). Die Beschuldigten werden verdächtigt, seit November in den Bundesstaaten Queensland, New South Wales, Victoria, Südaustralien und Tasmanien 205 Buschbrände verursacht zu haben.

In New South Wales wurden 24 Personen festgenommen und beschuldigt, vorsätzlich Feuer entzündet zu haben. Darunter ist auch ein 19-jähriger freiwilliger Mitarbeiter der Feuerwehr, der im Zusammenhang mit sieben verschiedenen Bränden im Bega-Tal verhaftet wurde.

Spezielle Ermittler der Arson Unit der Financial Crimes Squad untersuchen verschiedene Brände auf mögliche Brandstiftung, darunter in Georges Hall im Südwesten Sydneys und in Jindabyne.

Gegen 53 weitere Personen wird ermittelt, da sie sich vermutlich nicht an das totale Feuer-Verbot gehalten hatten. 47 weitere werden beschuldigt, eine angezündete Zigarette oder ein Streichholz im Freien unsachgemäß weggeworfen zu haben, schreibt die englische Epoch Times.

In Queensland kam die Polizei zu dem Ergebnis, dass 103 Brände absichtlich angezündet wurden. 98 Personen – 67 davon Jugendliche – wurden als die Schuldigen identifiziert.

Die Behörden warnen weiterhin vor Plünderern und Kriminellen. Im Bundesstaat New South Wales wurden nach Angaben der Polizei drei Menschen wegen des Verdachts von Plünderungen angeklagt.

In den Feuergebieten sollen Streifen etwaigen Dieben das Handwerk legen. „Es ist schwer zu verstehen, dass es Leute gibt, die versuchen, auf Kosten von Gemeinden, die ohnehin schon so viel verloren haben, zu profitieren und sich zu bereichern“, sagte Einsatzleiter Gary Worboys. Verbraucherschützer warnten zudem vor Spendenbetrügern.

Strafen bis zu 21 Jahre für das Auslösen eines Buschfeuers

Nach den australischen Gesetzen, dem NSW Crimes Act, dem Rural Fires Act und der Rural Fires Regulation, sind die Strafen im Zusammenhang mit dem Anzünden von Buschfeuern hoch. Es können bis zu 25 Jahre Gefängnis für die Beschädigung von Eigentum mit der Absicht, Leben zu gefährden, und 21 Jahre Gefängnis für das Auslösen eines Buschfeuers und für die rücksichtslose Ausbreitung des Feuers erteilt werden.

Wer beim Anzünden eines Feuers während der Zeit eines totalen Feuer-Verbotes erwischt wird, riskiert bis zu 12 Monate Gefängnis und/oder eine Geldstrafe von bis zu 5.500 Australische Dollar (AUD). Diejenigen, die im Umkreis von 15 Metern um Getreidevorräte, Heu, Stroh oder eine stehende Ernte, trockenes Gras oder Stoppelfelder, sich ein Tabakprodukt anzünden oder verwenden, können Geldstrafen von bis zu 5.500 AUD erhalten.

85 Prozent der Feuer sind von Menschen verursacht

Rund 85 Prozent der Buschfeuer werden von Menschen verursacht, die sie entweder absichtlich oder versehentlich auslösen, sagte Dr. Paul Read, Ko-Direktor des National Centre for Research in Bushfire and Arson, im September 2019 gegenüber der Australian Broadcasting Corporation (ABC).

Etwa 85 Prozent stehen im Zusammenhang mit menschlichen Aktivitäten, 13 Prozent sind Brandstiftung und 37 Prozent vermutete Brandstiftung“, sagte er. „Der Rest ist normalerweise auf rücksichtsloses Anzünden von Feuer oder sogar nur auf Kinder, die mit Feuer spielen, zurückzuführen.“

Laut der Brandexpertin der Universität Melbourne, Janet Stanley, wird die Mehrzahl der Brände von jungen Menschen im Alter von 12 bis 24 Jahren gelegt. Besorgniserregend ist jedoch, dass sie auch von Kindern im Alter von zehn Jahren gelegt wurden.

„Leider sind 10 Prozent der Menschen, von denen wir glauben, dass sie Brände anzünden, zehn Jahre alt oder jünger“, sagte sie im Dezember 2019 gegenüber Newscorp.

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Obwohl es weltweit nur sehr wenige Untersuchungen über Brandstifter gibt, glaubt Stanley, dass es eine Reihe von Gründen und Umständen gibt, warum sie Brände legen können. Stanley begann mit der Erforschung der Brandstiftung durch Buschfeuer, nachdem ihr eigenes Haus 1983 abgebrannt war.

„Ältere Männer sind auch anfällig für das Anzünden von Bränden“, sagte sie. „Sie haben oft eine Vorgeschichte von Kindesmissbrauch und Vernachlässigung. Wahrscheinlich haben sie die Schule sehr früh abgebrochen, leben am Rande der Gesellschaft, sind wahrscheinlich arbeitslos und nicht in der Gemeinde engagiert.

In den meisten Fällen haben sie nicht vor, dieses Chaos zu verursachen, sie möchten vielleicht nur ein bisschen Aufhebens machen“, fügte sie hinzu.

Stanley fügte hinzu, dass „viel klarere“ Daten gesammelt werden müssen, um zu verstehen, warum Menschen Brände anzünden, und bemerkte, dass „nicht alle Brände offiziell aufgezeichnet werden, geschweige denn untersucht werden“.

Wir müssen verstehen, wie wir diese Menschen (Brandstifter) besser schützen und verstehen können. Manchmal sind sie ziemlich glücklich, wenn sie erwischt werden – sie fühlen sich im Gefängnis sicherer“, sagte sie.

Schäden durch Brände in Australien betragen bereits mindestens 435 Millionen Euro

Die Schäden durch Brände in Australien haben sich bereits auf mehrere hundert Millionen Euro summiert. Bislang seien im Zusammenhang mit den Feuern Schadensmeldungen in Höhe von 700 Millionen australischen Dollar (435 Millionen Euro) eingegangen, erklärte der Rat der Versicherungen von Australien am Dienstag.

Es sei davon auszugehen, dass die Schadenssumme noch deutlich steige, hieß es weiter. Die australische Regierung hatte am Montag ein Hilfspaket für die Brandregionen im Umfang von zwei Millionen australischen Dollar angekündigt.

Inzwischen sind landesweit rund acht Millionen Hektar Land den Bränden zum Opfer gefallen, das entspricht nahezu der Fläche der Insel Irland. In den Flammen starben seit September 25 Menschen.

Regen im Osten half etwas

Die Feuerwehr nutzte am Dienstag einen kurzen Wetterumschwung, um die verheerenden Buschbrände im Osten des Landes wenigstens teilweise einzudämmen. Die derzeitigen Bedingungen mit leichten Regenfällen und geringeren Temperaturen seien „viel günstiger“, sagte der Leiter der Feuerwehr in New South Wales, Shane Fitzsimmons. Es gehe darum, in der kurzen Hitzepause „den Schutz zu verstärken“, um das weitere Ausbreiten der Brände zu verhindern – bevor die Temperaturen wieder steigen.

An der Nordwestküste Australiens brachte der Zyklon „Blake“ heftige Regenfälle. Die gefährliche Hitze und Trockenheit in anderen Regionen linderte er nicht, er könnte allerdings ein Anzeichen für einen allgemeinen Wetterumschwung sein. „Ich sollte das nicht sagen – hoffentlich gibt es keine Schäden -, aber es war schön, einen Zyklon sich bilden zu sehen“, sagte Feuerwehrchef Fitzsimmons.

Völlig erschöpfte Helfer sind laut Fitzsimmons dabei, Eindämmungslinien neu zu ziehen und kontrollierte Gegenfeuer zu legen. In einigen schwer betroffenen Gemeinden konnte derweil die Stromversorgung wieder hergestellt werden, wie die Energieversorger mitteilten.

Die am 20. Januar beginnenden Australian Open, das erste Tennis-Grand-Slam-Turnier des Jahres, sind nach Angaben der Organisatoren nicht in Gefahr. In den vergangenen Tagen war die Metropole Melbourne, in der das berühmte Sportereignis stattfindet, in Rauchschwaden gehüllt. Dadurch wuchs die Sorge bei Spielern und Fans vor gesundheitlichen Risiken. Top-Spieler Novak Djokovic sagte, die Organisatoren sollten als letztes Mittel eine Verschiebung des Turniers in Betracht ziehen, falls sich die Bedingungen nicht verbesserten.

Rauchwolke sorgt für rote Sonne in Chile und Argentinien

Die Auswirkungen der Brände sind auch im 12.000 Kilometer entfernten Südamerika sichtbar: Die Rauchwolke hat den Pazifik überquert und die Sonne über Chile und Argentinien rötlich verfärbt, wie die örtlichen Wetterbehörden am Montag (Ortszeit) meldeten. Gefahr drohe der Bevölkerung nicht, sagte Patricio Urra von der chilenischen Meteorologiebehörde der Nachrichtenagentur AFP.

Die Rauchwolke befinde sich in einer Höhe von 6000 Metern und es sei kein Wetterphänomen angekündigt, das sie zum Absinken bringen könnte, erklärte Urra. Auch die argentinische Wetterbehörde SMN gab per Twitter Entwarnung: Die einzige Auswirkung sei eine „ein bisschen rötere Sonne“. Nach Angaben des Meteorologieunternehmens Metsul könnte die Wolke weiterziehen und sogar den brasilianischen Bundesstaat Río Grande del Sur erreichen.

(ks/mit Material der Agenturen)

 

 

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