Auswärtiges Amt gibt zerstörtes Generalkonsulatsgebäude in Nordafghanistan auf

Epoch Times25. November 2016 Aktualisiert: 25. November 2016 18:08
Reparatur sinnlos und nicht gut zu schützen: Nach dem Taliban-Anschlag auf das deutsche Generalkonsulat in Nordafghanistan gibt das Auswärtige Amt das in Teilen zerstörte Gebäude auf. Eine Taliban-Gruppe hatte einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen mit Hilfe von Bestechungsgeldern durch mehrere Checkpoints rings um die Stadt Masar-i-Scharif geschleust.

Nach dem Taliban-Anschlag auf das deutsche Generalkonsulat in der nordafghanischen Stadt Masar-i-Scharif gibt das Auswärtige Amt das in Teilen zerstörte Gebäude auf. Es gebe zwar keine Überlegungen, das Generalkonsulat in Masar-i-Scharif zu schließen, hieß es am Freitag aus dem Auswärtigen Amt. „Allerdings haben wir nach Inspektionen des schwer beschädigten Gebäudes entschieden, dieses nicht mehr zu nutzen.“

Bei dem Angriff auf das Konsulat in Masar-i-Scharif waren am 10. November mindestens sechs Menschen getötet und fast 130 weitere verletzt worden. Der „Spiegel“ berichtete am Freitag, die deutschen Diplomaten vor Ort sollten nun im massiv geschützten Camp Marmal der Bundeswehr außerhalb der Stadt untergebracht werden.

Derzeit befindet sich das Generalkonsulat im Bundeswehr-Camp Marmal

„Unser Generalkonsulat ist derzeit aus dem Camp Marmal heraus tätig und somit weiterhin fortlaufend vor Ort präsent“, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. „Wir stehen weiter zu unserem Engagement in Afghanistan und prüfen derzeit, wie die weitere Präsenz praktisch – insbesondere mit Rücksicht auf die Sicherheit der Kollegen – gestaltet werden kann.“

Bei dem Sprengstoffanschlag und anschließenden Gefechten wurde das Generalkonsulat dem „Spiegel“ zufolge so sehr zerstört, dass eine Reparatur sinnlos ist. Zudem habe die Bundeswehr gewarnt, dass das Grundstück an einer belebten Straße in der Innenstadt von Masar-i-Scharif nicht wirksam geschützt werden könne.

Weiter hieß es im „Spiegel“, die Entscheidung zur Verlegung des Generalkonsulats aus der Stadt heraus in das Militärlager könnte künftig bei Entscheidungen über Asylanträge afghanischer Flüchtlinge eine Rolle spielen.

Bislang sei Masar-i-Scharif von der Bundesregierung als „sicheres Gebiet“ eingestuft worden. Dies könnten Gerichte nun anzweifeln. Eigentlich hatte die diplomatische Vertretung im Stadtgebiet auch ein Symbol des zivilen deutschen Engagements in Afghanistan sein sollen.

Der Anschlag auf das Generalkonsulat wurde laut „Spiegel“ durch Versäumnisse afghanischer Sicherheitskräfte erst ermöglicht. So habe der einzige überlebende Angreifer ausgesagt, die Taliban-Gruppe habe den mit Sprengstoff beladenen Lastwagen mit Hilfe geringer Bestechungsgelder durch mehrere Checkpoints rings um die Stadt geschleust. (afp)

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