Steve Bannon.Foto: JOEL SAGET/AFP/Getty Images

Bannon: „In Berlin sagte jemand: Merkel und diese Gruppe – sind genau wie Hillary Clinton und die US-Eliten“

Epoch Times8. Juni 2019 Aktualisiert: 11. Juni 2019 8:31
Steve Bannon besuchte während der EU-Wahl einige europäische Länder. Der ehemalige Berater von US-Präsident Trump kritisiert die Haltung des Westens gegenüber dem kommunistischen Regime in China scharf.

Nach der EU-Wahl sprach der ehemalige Berater von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, vor dem „Ausschuss für die gegenwärtige Gefahr: China“ (eng. CPDC) in New York City. Bannon ist Gründungsmitglied der CPDC-Koalition, die aus Experten für die Nationale Sicherheit, Finanzen und Menschenrechte besteht.

Die Koalition warnt vor dem wachsenden Einfluss Chinas – darunter der „Neuen Seidenstraße“ und dem Industrieplan „Made in China 2025“. Beides seien Maßnahmen, die China ergreife, um die wirtschaftliche Dominanz der USA zu ersetzen. Ersteres ist der wichtigste außenpolitische Plan des Regimes, geopolitischen Einfluss durch Infrastrukturinvestitionen in Südostasien, Afrika und Europa aufzubauen. Das zweite Vorhaben ist reine Innenpolitik. Diese zielt darauf ab, das Land bis zum Jahr 2025 durch die Entwicklung in Bereichen wie KI und Robotik zu einer Hightech-Supermacht aufzubauen.

Wir befinden uns im Wirtschaftskrieg mit China… mit dem radikalen Kader der Kommunistischen Partei Chinas“, sagte Bannon gegenüber NTD, einer Schwes­ter­fir­ma der Epoch Times, nach einem Meeting der Expertengruppe im April.

Jetzt sprach Bannon erneut über die Bedrohungen durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) und über die Verantwortung der westlichen Eliten, die die Partei viele Jahre unterstützt hat – und weiter unterstützt. Er prangert nicht nur die Wall Street an, die der KPCh direkte Vorteile verschafft, sondern auch die westlichen Regierungen – auch Europa und Deutschland unter Bundeskanzlerin Angela Merkel.

„Die Welt beginnt aufzuwachen“

Während der EU-Wahl machte Bannon einen Trip durch Europa. Er besuchte Norwegen, Deutschland, Italien, Frankreich, London und auch Kasachstan. „Und hier ist das Faszinierende”, sagt Bannon. Die Menschen hätten begonnen zu verstehen, was eigentlich los sei.

In jeder Hauptstadt die ich besuchte, traf ich Businessleute, politische Aktivisten, Menschen im populistischen Spektrum, Menschen aus der Souveränitätsbewegung, Menschen, die in der Regierung sitzen, und Leute aus der Finanzwelt – und vor allem sie sind an einem Punkt angelangt, an dem sie reflektieren. Die Welt beginnt aufzuwachen. Sie merken, dass etwas schrecklich, schrecklich schiefgelaufen ist. Und der Grund, warum es so schrecklich schiefgelaufen ist, sind wir. Es ist unser Geld, unsere Technologie. Und sie [die KP-Chinas] hat das dem chinesischen Volk aufgezwungen.“

Es gehe nicht um „USA gegen China“, oder um „die industriellen Demokratien gegen China“, betont Bannon. Die Chinesen seien familienorientiert und eines der fleißigsten Völker auf diesem Planeten und in der chinesischen Geschichte wäre ihnen Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Demonstrationsfreiheit, Eigentumsrecht und ein Rechtsstaat erlaubt gewesen. „So wie das in Hongkong, Taiwan, in Südostasien, in Singapur oder in London und in den USA auch heute der Fall ist,“ so Bannon.

„Was ist mit uns passiert?“

In Berlin hielt Bannon einige Präsentationen über „Made in China 2025” – „eine der drei Säulen des geopolitischen Tsunamis, der uns aus Peking erreicht,“ sagt er. Die zwei weiteren Strategien der KP-Chinas sind die „Neue Seidenstraße” und Huaweis 5G. Diese Vorhaben nennt Bannon die „außergewöhnlichsten und ambitioniertesten geopolitischen Strategien in der Menschheitsgeschichte.“

Interessant für Bannon ist auch die Tatasche, dass es in der Geschichte keine Beispiele dafür gibt, dass eine aufstrebende Macht von den Eliten der absteigenden Macht unterstützt wurde – so wie es heute der Fall mit China ist, wo der Westen einem Regime zum Aufstieg verhilft. „Was ist mit uns passiert”, fragt Bannon.

Schaut euch an, was in Chinas Gesellschaft geschieht… Uiguren, Falun Gong, der Dalai Lama, die tibetischen Buddhisten, die Untergrund-Kirchen der Christen und der Katholiken. Die normale Gesellschaft in China… Tag für Tag leben sie in einem totalitären Überwachungsstaat. Ohne Recht auf Besitz, ohne Meinungsfreiheit, ohne Religionsfreiheit, ein totalitärer Staat, den die Eliten aus dem Westen finanziert – und dem Regime die Technologie und die Ausrüstung gegeben haben.“

In Deutschland sagte jemand zu Bannon: „Merkel und diese Gruppe, die Leute in Davos und die in Brüssel, sie sind genau wie Hillary Clinton und die Eliten der USA. Sie haben das Vertrauen in sich selbst verloren. Sie haben den Glauben an sich selbst verloren. Sie glauben tatsächlich, dass wir die absteigende Macht sind. Und dass es [China] die aufstrebende Macht ist.“

Und wer bezahlt dafür? Die Chinesen – sie werden gezwungen zu bezahlen. Diese Last wurde auf ihre Schultern gelegt,“ so Bannon.

Dann betont er, dass sich die Lage in den USA erst durch die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten geändert habe. Trump habe gesehen: die amerikanischen Fabriken sind abgewandert, die Jobs sind verschwunden und die Opiate kamen. Und er habe gehandelt.

Deutschland versteht: „Made in China 2025” ruiniert den Mittelstand

Auch in Deutschland würden die Leute, mit denen er gesprochen hat, verstehen, dass „Made in China 2025” den Mittelstand „absolut“ ruinieren würde. Es würde die privaten Unternehmen – das Rückgrat Deutschlands – stark treffen. Zudem die Künstliche Intelligenz… „und die Eliten haben das zugelassen,“ beklagt Bannon.

Er betont, dass auch der Westen seine Eliten zur Verantwortung ziehen müsste. Es habe eine Art „Glücksspiel in diesem Establishment“ gegeben. „Hier ist dein Gewinn”.

Sehr kritisch geht Bannon mit der Weltbank und den Finanzhochburgen ins Gericht. Sie alle würden Chinas kommunistische Partei finanzieren. „Es ist schockierend,“ sagt er.

Es ist schockierend, dass wir in dieser Stadt, an der Wall Street, in der City of London und in Frankfurt verstehen, was mit dem chinesischen Volk geschieht. Sie alle wissen, was mit ihnen passiert – mit den Uiguren, dem Dalai Lama, den Buddhisten, Falun Gong, den Untergrund-Kirchen. Sie alle verstehen die Überwachung, die totalitäre Diktatur, was die KPCh mit den Chinesen macht. Jeder weiß es. Sie [das Regime in Peking] kann es nicht mehr verstecken. Und trotzdem wollen die Eliten die KPCh finanzieren. Sie wollen ihnen die Technologie geben – und alles nur für ein paar Dollar.“

„Wir müssen das stoppen und unsere Verantwortung übernehmen,“ betont Bannon. Der Westen habe dieses „Frankenstein-Monster“ geschaffen. „Da geht es nicht um Sojabohnen oder Stahl. Das ist die höchste moralische Verpflichtung, die wir haben.“

Die Menschen würden heute immer davon sprechen, was in den 1930ern geschehen sei. „Das war schrecklich und das war damals.“ Aber das, was gerade in China passiert, „geschieht heute, wir sehen es und wir haben damit zu leben,“ so Bannon. Die Generationen in 100 Jahren würden die heutige Menschheit noch für die Verbrechen von heute verantwortlich machen, betont Bannon. (so)


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