Syrische Familien in Jibreen, Aleppo. (Symbolbild)Foto: GEORGE OURFALIAN/AFP/Getty Images

Belgischer Politiker in Aleppo entschuldigt sich für „die Schande der EU“: „Die Russen helfen, wo sie können – die EU tut überhaupt nichts“

Von 9. Februar 2017 Aktualisiert: 9. Februar 2017 12:55
Eine Delegation belgischer Abgeordneter war zu Besuch im syrischen Aleppo. Die Politiker wollten sich ein Bild über die Lage vor Ort machen. Fazit: "Die Russen tun, was sie können und übernehmen Verantwortung - die EU tut überhaupt nichts".

Vor knapp zwei Monaten berichteten alle westlichen Medien Nonstop über die Lage im syrischen Aleppo. Der erbitterte Kampf zwischen Anti-Regierungskräften und Regierungsarmee ging Ende Dezember 2016 in die entscheidende Runde. Der Osten der einstigen Metropole war fünf Jahre lang von Terroristen und Rebellen besetzt. Schließlich schaffte es die syrische Regierung, mit Hilfe Russlands und dem Iran die Stadt zurückzuerobern.

In den Medien wurde damals von der „humanitären Katastrophe“ berichtet, die sich in Aleppo zugetragen habe. Die, so der Westen einstimmig, vor allem durch die Intervention Russlands verursacht wurde.

Heute jedoch scheint Aleppo und die Lage der dortigen Menschen aus dem Fokus des Westens verschwunden zu sein.

EU erntet harsche Kritik

Um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen, reiste eine Delegation belgischer Politiker in die vom Krieg zerstörte Stadt. In Aleppo besuchten sie unter anderem ein Flüchtlingslager, das sich im Jibreen-Viertel befindet. Über 5.000 Menschen sollen in dem Lager untergebracht sein, berichtet RT.

Der Besuch veranlasste die Politiker zu harscher Kritik gegenüber der Europäischen Union.

„Wir als Mitglieder des europäischen und belgischen Parlaments sind hier, um mit eigenen Augen zu sehen, was hier geschieht. Wir finden es sehr schade, dass die Europäische Union nichts unternimmt und sind sehr froh, dass die Russen tun, was sie können und Verantwortung übernehmen,” sagt Filip Dewinter, Fraktionsvorsitzender des Vlaams Belang (VB) und Abgeordneter im Flämischen Parlament.

Das erste, was die EU tun müsse, sei, „die Sanktionen gegen Syrien zu stoppen, den Menschen humanitäre Hilfe zu senden und den Menschen Medizin zu schicken“. Europa müsse den syrischen Bürgern „Nahrung, Verpflegung und so weiter“ senden. „Denn so darf es nicht weitergehen!”

Westliche Sanktionen schaden syrischen Bürgern

Auch die UNO spricht sich für ein Ende der Sanktionen aus. In einem internen UNO-Bericht, den „The Intercept“ im letzten Jahr veröffentlichte, heißt es, dass die westlichen Sanktionen die Arbeit von Hilfsorganisationen untergraben und vor allen den syrischen Bürgern schaden würden. Wegen der von den USA und der EU verhängten Sanktionen haben die Menschen unter anderem keinen Zugang zu medizinischen Gütern.

Dewinter sagte weiter: „Wir danken der russischen Regierung, der russischen Armee, dass sie Verantwortung übernehmen. Ich muss mich als Europäer und Mitglied des belgischen und des europäischen Parlaments für die Schande der Europäischen Union entschuldigen, die nicht hilft beziehungsweise überhaupt nichts tut.”

Zur Delegation gehörten laut RT, neben Filip Dewinter auch Frank Creyelman, Jan Penris, and Aldo Carcaci. Sie alle sind belgische Politiker die rechtsorientierten Parteien angehören. Dewinter und Carcaci sind für ihre Kritik an der muslimischen Zuwanderung nach Europa bekannt.

RT-Interview mit Filip Dewinter – deutsche Untertitel sind in Untertitelfunktion auf Youtube zu aktivieren.

 



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