Bolsonaro-Strategie von Gefühl und Härte wirkt: Gewalt in Brasilien deutlich rückläufig

Von 14. Mai 2019 Aktualisiert: 14. Mai 2019 16:39
Im ersten Quartal des Jahres ist die Zahl der gewaltsamen Todesfälle in Brasilien gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um fast ein Viertel gesunken. Der seit Anfang des Jahres amtierende konservative Präsident Jair Bolsonaro hatte im Wahlkampf einen entschlossenen Kampf gegen das Verbrechen angekündigt.

Im ersten Quartal des Jahres 2019 ist die Zahl der Gewaltdelikte in Brasilien deutlich gesunken. Dies berichtet die Nachrichtenagentur „Latinapress“ unter Berufung auf Berichte der Mediengruppe G1 (Globo).

Der Nationale Mordindex, den das Mediennetzwerk zusammen mit der Universität von São Paulo und dem Forum für öffentliche Sicherheit auf der Basis offizieller Daten aller 26 Bundesstaaten und der Bundesbehörden erstellt, spricht von 10 324 gewaltsamen Todesfällen in den ersten drei Monaten des Jahres – was gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ein Minus von 3228 Todesopfern oder fast 24 Prozent bedeutet.

In den zuvor besonders stark von Gewaltkriminalität heimgesuchten Bundesstaaten Ceará, Amapá, Sergipe und Rio Grande do Norte fiel der Rückgang mit mehr als 30 Prozent besonders deutlich aus. Dort scheint die Strategie des seit Beginn des Jahres amtierenden Präsidenten Jair Bolsonaro in besonderem Maße Früchte zu tragen.

Der rechtskonservative Politiker, der im Wahlkampf unter anderem einen entschlossenen Kampf gegen die Bandenkriminalität angekündigt hatte, setzt dabei neben mehr Vollmachten für die Polizei und einem verbesserten Notwehrrecht für Bürger auch auf institutionelle Veränderungen.

Bolsonaro veranlasste unter anderem eine engere Zusammenarbeit und einen leichteren Austausch zwischen den unterschiedlichen Sicherheitsbehörden. Auch das gemeinsame öffentliche Sicherheitssystem, das den einzelnen Behörden einen besseren Zugang zu Ermittlungsdaten ermöglicht, scheint seinen Zweck zu erfüllen.

Zudem will die Regierung durch Anti-Gewalt-Programme und Initiativen zur Stärkung der Nachbarschaften Eskalationen entgegenwirken. Insgesamt scheinen die Spannungen zwischen den Gruppen der Organisierten Kriminalität abgenommen zu haben. Die harte Linie der Regierung scheint auch erhöhte Vorsicht unter den Kriminellen zu bewirken.

Im internationalen Vergleich ist die Gewaltkriminalität in Brasilien hoch. Allein im Vorjahr starben 51 589 Menschen an den Folgen von Gewaltverbrechen. Ein erheblicher Prozentsatz davon steht im Zusammenhang mit Bandenunwesen und organisiertem Verbrechen.

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