Chaos in Syrien: Syrische Hilfsorganisationen stellen Kooperation mit UNO ein

Von 20. September 2016 Aktualisiert: 20. September 2016 12:39
Die Waffenruhe in Syrien ist beendet, das Chaos geht weiter. Am Samstag bombardierten die USA "versehentlich" die syrische Armee. Am Montag kündigte dann die syrische Armee die Waffenruhr vorzeitig auf. Und jetzt kündigen syrische Hilfsorganisationen ihre Zusammenarbeit mit der UNO. Diese soll angeblich die Assad-Regierung unterstützen...

Dutzende syrische Hilfsorganisationen werfen den Vereinten Nationen vor, mit Syriens Machthaber Baschar al-Assad zu kooperieren. Deshalb haben diese nun ihre Zusammenarbeit mit der UNO abgebrochen.

„Es ist vielen Organisationen klar geworden, dass die syrische Regierung in Damaskus bedeutenden und substanziellen Einfluss auf das Verhalten der in Damaskus ansässigen UN-Organisationen und ihre Partner hat“, hieß es in einem Brief, der von 73 Organisationen unterzeichnet wurde, berichtet „AFP“.

Demnach befinden sich unter den Unterzeichnern die Syrian American Medical Society sowie die Weißhelme, eine bekannte Syrische Zivilverteidigung, die in den Gebieten der Opposition aktiv ist. Die Gruppen kündigten an, sich aus dem UN-Programm zum Informationsaustausch für Hilfslieferungen zurückzuziehen. Sie würden stattdessen ein neues Programm aufbauen, in dem es „keinen politischen Einfluss“ gebe.

Seit Beginn des Konflikts seien dutzende Millionen Dollar über Verträge mit der UNO an Institutionen aus dem Umfeld Assads geflossen, berichtet die Agentur unter Berufung auf die britische Zeitung „The Guardian“. Die UNO erklärte daraufhin, um die notleidende Bevölkerung zu versorgen, sei sie auf die Kooperation mit der Regierung angewiesen.

Seit Montag ist die vor einer Woche in Kraft getretene Waffenruhe beendet. Nachdem es in Aleppo in den ersten Tagen der Feuerpause vergleichsweise ruhig geblieben war, hatte die Gewalt dort bereits am Wochenende wieder zugenommen.

Am Samstag hatte die US-geführte Koalition dann „versehentlich“ die syrische Armee bombardiert. (Siehe: Nach „Bombenunfall“: Syrien wirft USA geheime Absprache mit ISIL vor – Strategisch wichtiger Berg freigebombt)

Am Montagabend sorgte ein tödlicher Luftangriff auf einen von der UNO organisierten Hilfskonvoi für die Region Aleppo für Aufsehen. Dabei wurden zwölf Mitarbeiter des Roten Halbmonds sowie Lkw-Fahrer getötet, mindestens 18 Lastwagen wurden zerstört.

 

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