Frankreich: Terroranschlag hilft PEGIDA & Co.

Von 8. Januar 2015 Aktualisiert: 8. Januar 2015 16:47

Wie bereits an verschiedenen Stellen gesagt: Der vor 20 Jahren in den USA geplante Krieg der Kulturen wird jetzt richtig hochgekocht. Wie ein Zahnrad ins andere greifen die Aktionen ineinander. Neuestes Beispiel: ein dubioser Anschlag auf die Redaktion der islamkritischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo in Paris, bei dem zwölf Menschen erschossen worden sein sollen. Genau zur rechten Zeit ist das Attentat Wasser auf die Mühlen der antiislamischen Bewegung…

 Ist diese Zeichnung nicht lustig: Mitten im Kugelhagel eines Bürgerkrieges hält sich ein Moslem als Schutz einen Koran vor die Brust. Doch leider gehen die Geschosse durch: »Der Koran ist Scheiße…«, titelte dazu am 10. Juli 2013 das französische Satiremagazin Charlie Hebdo: »–…kann nicht mal Kugeln abhalten«. Verbrämt als Satire enthält die Zeichnung gleich zwei schwere Beleidigungen des Islam und seiner heiligen Schrift: »Maulwurf im Vatikan«

Die Aussage »Der Koran ist Scheiße.« Obwohl im Kontext auf dessen Schutzfunktion gegenüber Kugeln bezogen, kann dies auch als maximal mögliche Schmähung an sich verstanden werden.

Die symbolische Erschießung des Koran, nämlich seine Durchlöcherung durch Kugeln.

Schockieren auf Teufel komm raus

Dem französischen Satiremagazin Charlie Hebdo war wirklich gar nichts heilig, schon gar nicht die Religionen. Das Motto: Schockieren auf Teufel komm raus. Eine kurze Durchsicht von Titelbildern fördert geschmackloseste Schmähungen zutage. Ein anderes Titelblatt zeigt zum Beispiel eine Karikatur von Papst Benedikt beim angedeuteten Geschlechtsverkehr mit einem Maulwurf. Dazu die Überschrift: »Maulwurf im Vatikan«.

Gegründet wurde Charlie Hebdo von dem israelfreundlichen Journalisten und Kabarettisten Philippe Val, »der vor der Gefahr der islamistischen Ideologie warnte und den Islamismus als ›neuen Totalitarismus‹ bezeichnete«, so die englische Ausgabe von Wikipedia. Ursprünglich antiautoritär orientiert, sei vom Linksradikalismus des Blattes »jedoch kaum etwas übrig« geblieben, schrieb die Wochenzeitung jungle world am 14. März 2013, »mit Ausnahme eines scharfen Antiklerikalismus, der das Profil der Zeitung prägt«.

Jungle world zufolge unterstützte Magazingründer Val aber auch »den Kosovo-Krieg der NATO und die Kandidatur Daniel Cohn-Bendits zum Europa-Parlament«. Zum Daseinszweck von Vals Blatt geriet jedoch der Kampf gegen die Religionen.

Weit unter der Gürtellinie

Vals Magazin Charlie Hebdo sah sich selbst im Zentrum dieses Religionskrieges. Der jetzige Anschlag wirkt wie die folgerichtige Entwicklung eines schon länger bestehenden Konflikts. So veröffentlichte das provokante Satireblatt bereits 2005 die berüchtigten »Mohammed-Karikaturen«, die schon einmal zu einem Konflikt zwischen dem Islam und dem Westen führten, und wurde daraufhin von muslimischen Organisationen verklagt. Nach seinem juristischen Sieg widmete Val seinen Gerichtserfolg »allen moderaten Muslimen«. In seinem Traktat vom Überleben in dunklen Zeiten erklärte Val, »dass die Juden der Menschheit viel gegeben hätten«.

Bereits am 02.11.2011 gab es einen Brandanschlag auf die Redaktionsräume von Charlie Hebdo im 11. Pariser Arrondissement. 2012 veröffentlichte das Heft neue Mohammed-Schmähungen. Auch die Juden bekamen zwar ihr Fett weg, auf den ersten Blick allerdings nicht so weit unter der Gürtellinie wie Christen und Muslime. Ein Titelbild zeigt zum Beispiel einen jüdischen, einen muslimischen und einen christlichen Würdenträger mit der eher selbstironischen Forderung: »Man muss Charlie Hebdo verschleiern.« (HIER weiterlesen) 

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung der Epoch Times oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.

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