Laut Chen Yonglin gibt es in Australien ungefähr tausend Agenten, die Falun Gong-Praktizierende überwachen, über sie Bericht erstatten und versuchen, ihre Aktivitäten zu stören. Er bezeichnete das als ein übliches Vorgehen der chinesischen Regierung.Foto: Getty Jan Jekielek

Chinesischer Diplomat berichtet über Spionage in Australien

Von 5. Juni 2005 Aktualisiert: 5. Juni 2005 13:33
Ehemaliger Sekretär und Konsul legt vertrauliche Details offen.

Ein chinesischer Diplomat des chinesischen Konsulats in Sydney gab bei einer Gedächtnis-Veranstaltung zum 4. Juni 1989 bekannt, dass er bei der australischen Regierung um politisches Asyl gebeten habe.

Chen Yonglin, ehemals erster Sekretär und Konsul für politische Angelegenheiten, sagte, dass er und seine Familie das chinesische Konsulat vor etwa einer Woche verlassen und sich abgesetzt habe. Nach seiner Aussage habe es zu seinem Aufgabenbereich gehört, politische Dissidenten und Falun Gong-Praktizierende in Australien zu überwachen. Er sei über die Situation inzwischen desillusioniert und nicht länger in der Lage, die Verfolgungspolitik der VR China zu unterstützen.

Laut Chen Yonglin gibt es in Australien an die Tausend Agenten, die Falun Gong-Praktizierende überwachen, über sie Bericht erstatten und versuchen, ihre Aktivitäten zu stören. Er bezeichnete das als ein übliches Vorgehen der chinesischen Regierung.

Er habe am 31. Mai mit Mitarbeitern des Australischen Außenministeriums (DFAT) gesprochen, die ihm politisches Asyl verweigert und stattdessen die Beantragung eines Flüchtlingsschutz-Visums empfohlen hätten.

Verängstigt

Offensichtlich verängstigt und mitgenommen, kam Chen zeitweilig beim Reden ins Stolpern.

„Das Außenministerium informierte mich darüber, dass die chinesische Regierung mich zurück haben will und dass Australien mich nicht haben will.“ sagte er. „Sie wollen China offensichtlich nicht vor den Kopf stoßen.“ Er halte sich mit seiner Familie versteckt und erhalte dabei Hilfe von den „Unterstützern der Demokratie“. Er zeigte sich besorgt um sein Leben und er habe dies öffentlich ausgesprochen in der Hoffnung auf Schutz durch die australische Regierung.

Chen sagte, er habe dem DFAT Informationen über drei Fälle von Kidnapping von Überläufern oder Dissidenten in Australien gegeben, zwei von ihnen seien in China zu Tode verurteilt worden. Eine Person sei von chinesischen Agenten in Australien mit einem Boot an der Küste gekidnappt und an einen chinesischen Frachter übergeben worden. Der Dissident sei bei seiner Rückkehr nach China hingerichtet worden. Chen befürchtet für sich und seine Familie das gleiche Schicksal, wenn sie kein Asyl erhalten sollten.

Chen zeigte sich bereit, noch weitere Details über Aktivitäten von Agenten der Volksrepublik China bekannt zu geben, ebenso über die Verfolgung von Falun Gong, und dafür im Austausch Schutz zu erhalten. Er versprach offen zu legen „alles, was ich weiß“ über Einschüchterungsversuche chinesischer Agenten gegenüber „der australischen Gesellschaft und Bevölkerung“. Wie verlautet, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Freitag, dass Chen inzwischen ein Flüchtlingsschutz-Visum bei der Einwanderungsbehörde beantragt habe und nicht einen Asylantrag. Chen bleibt dabei, dass er einen Asyl-Antrag gestellt habe. Nachdem er auf der Veranstaltung gesprochen hatte, zog Chen sich sofort wieder in sein Versteck zurück.



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