Chip-Implantate: Schweden erlaubt sie als Fahrkarte – Mediamarkt kürt „Chief Cyborg“

Von 28. Mai 2017 Aktualisiert: 28. Mai 2017 20:04
Neues vom Cyber-Mensch der Zukunft: In Schweden kann man seit einigen Tagen mit implantiertem RFID-Chip mobil Bahn fahren. MediaMarkt ernannte Jens-Peter Labus zum „Chief Cyborg Officer“.

Vor wenigen Tagen startete die Schwedische Bahn das Pilotprojekt, mittels Funk-und Radiotechnologie die Fahrkarten zu ersetzen. Der Kunde hält seinen Implantat-Chip ans Lesegerät des Schaffners und alles ist erledigt. Das sei noch praktischer als ein mobiles Ticket am Handy, berichtete „Stockholm Direkt“.

Chip-Implantate werden immer alltäglicher. Seit Jahren schon lassen sich Journalisten Chips für „NFC“ [„Near Field Communication“] und „RFID“ [„Radio Frequency Identification“] medienwirksam vor laufender Kamera einpflanzen.

Ein kleiner Piks – und schon wurde mittels Spritze ein Implantat, klein wie ein Reiskorn, unter die Haut gebracht. Die Vorteile der Implantat-Chips liegen scheinbar auf der Hand: Schlüssel zum Türen öffnen beispielsweise gehören dann der Vergangenheit an. Der Chip hat den Code – dranhalten und schon geht sie auf, die Tür im Hotel, zu Hause und am Safe. Auch speichert der Chip Telefonnummern und wickelt Bezahlungen per Berührung ab.

Der „Chief Cyborg Officer“

Nun ist medienwirksam Europas größter Elektronikhändler MediaMarkt-Saturn auf den Zug dieser Zukunft aufgesprungen. In Ingolstadt lud der Elektronikhändler zum „Digital Campus“ und ernannte dort den Geschäftsführer der IT-Tochter des Unternehmens zum „Chief Cyborg Officer“: Jens-Peter Labus ließ sich dort live vor Kameras ein Digital-Implantat ins Körpergewebe spritzen und wurde danach mit einem kleinen Verband an der Hand gefeiert. Die „Wirtschaftswoche“ berichtete.

„Für MediaMarkt-Saturn liegt die Zukunft ganz klar in der Kombination aus analog und digital“, sagte Unternehmenschef Pieter Haas dem Medium. „Jens-Peter Labus hat das sehr konsequent interpretiert – das freut uns natürlich.“

Auch andere Mitarbeiter zeigten sich begeistert. 30 von ihnen ließen sich am Stand der Firma Digiwell ebenfalls einen Chip einsetzen. „In ein paar Jahren könnten solche Upgrades Alltag sein“, meinte „Chief Cyborg“ Jens-Peter Labus dazu.

Digiwells Slogan „Zeit für die Zukunft – Zeit für ein Upgrade“ ist übrigens schon jetzt real und für jedermann erschwinglich. Das Implantierset zum selbst einspritzen gibt es bei der Firma schon für unter zehn Euro und den Chip bereits für unter 50 Euro.

Während das Mediamarkt-Event die Implantat-Chips noch als Zukunftsmusik verkaufte, gab es bereits Anfang 2016 eine denkwürdige Sendung auf dem Kinderkanal „Kika“ welche die kleinen Zuschauer auf den Computermenschen der Zukunft vorbereitete.

„So’ne Mischung aus Maschine und Mensch“

Anfangs berichtet ein Junge, er wünsche sich für die Zukunft ein Gemisch aus Mensch und Maschine [Cyborg-Mensch]. Er glaube nämlich nicht, dass die Menschen sich noch so sehr weiterentwickeln könnten, sie müssen sich technische Hilfe holen, so seine Meinung.

Felix, der Moderator stimmt ihm zu: „Also ich find die Idee ja eigentlich ganz geil. So’ne Mischung aus Maschine und Mensch mit übernatürlichen Kräften.“ Nachdem er den Kleinen die tollen Vorteile eines Cyborg-Menschen präsentiert hat, ist die Roboterdame Isa so freundlich noch einmal alles auf den Punkt zu bringen:

Mein lieber Felix, die Zukunft wird perfekt. Mensch und Maschine wachsen immer mehr zusammen. Geht einmal etwas kaputt, vielleicht ein Organ oder ein Knochen, ist das überhaupt kein Problem. Wie in der Autowerkstatt gibt es dann einfach ein Ersatzorgan, natürlich ein technisches. Selbst Emotionen werden mittels Sensoren und Minicomputer reguliert. Keine unkontrollierten Wutausbrüche mehr und alles ist fein säuberlich programmiert […] Bald wird man zwischen Mensch und Maschine nicht mehr unterscheiden können. Wir beide werden einfach eins. […] Extrasensoren wird es geben und die passen auf dich auf, die kontrollieren, ob alles in deinem Körper rund läuft. Selbst kleine geistige Schwächen können wir ausgleichen. Dafür gibt es dann Mega-Hochleistungsprozessoren im Kopf“. (Roboterdame Isa 2016 im Kika)

https://www.youtube.com/watch?v=whSWvQR8WbA

Fakten und Zukunftsaussichten

Die RFID-Technik wird bereits seit den 1960 Jahren zur Diebstahlsicherung in Geschäften eingesetzt. In naher Zukunft könnte die Ware fix ausgelesen werden und Menschen als Kassierer völlig überflüssig sein: Die Hand mit dem implantierten Chip wird ans Lesegerät gehalten und der Betrag mittels NFC-Technik abgebucht. Leicht denkbar ist die dabei Anwesenheit eines liebenswürdig lächelnden Wachroboters.

Smartphones, Kredit- und Versichertenkarten, Ausweise mit biometrischen Daten (Lichtbild sowie Fingerabdrücke) bedienen sich bereits der RFID-Technik.

Geburtenkontrolle per Chip

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Im medizinischen Bereich sind ihr kaum Grenzen gesetzt. Mittels der Chips ist ein ferngesteuerter Zugriff auf Prozesse des menschlichen Körpers schon lange möglich, wie das Geburtenkontrollprojekt der „Bill & Melinda Gates Stiftung“ eindrucksvoll bewies: Der Eisprung einer Chip-tragenden Frau kann ferngesteuert und von einem externen Rechner überwacht und blockiert werden. (Der Chip enthält unter anderem Hormone ähnlich der in der „Pille“, die er gesteuert abgibt. Er soll bis zu 16 Jahre lang aktiv sein können.) 2014 hieß es bereits im „Time-Magazin“, der Geburtenkontroll-Chip gehe jetzt in die Test-Phase und sei voraussichtlich 2018 in den USA markttauglich. Gedacht ist der Chip vor allem für Geburtenkontrolle in Entwicklungsländern.

Sämtliche denkbaren technischen Möglichkeiten könnte der Implantat-Chip der bereits angebrochenen Zukunft also in den Körper integrieren und dann dürften unkontrollierte Wutausbrüche der „Kleinen“, wie Roboterdame Isa im Kika sagte, tatsächlich der Vergangenheit angehören. Zur Freude mancher Eltern, Erzieher und Lehrer.

„Es wird kommen, ob wir wollen oder nicht“

Kürzlich sprach in einem „Welt“-Interview Kanzleramts-Minister Altmeier die digitalen Veränderungen an. Er betonte, Deutschland müsse wettbewerbsfähig bleiben: „Vom selbstfahrenden Auto bis hin zu zivil nutzbaren Drohnen und Pflegerobotern. Das, was man mit Wirtschaft 4.0 bezeichnet, Internet der Dinge, künstliche Intelligenz.“ Als der Interviewer ihn fragte, was am selbstfahrenden Auto gut sein solle, antwortete Altmeier: „Es wird kommen, ob wir wollen oder nicht.“

Was technisch möglich ist, wird also kommen. Dann dürften in naher Zukunft die begeisterten User Schlange in den Elektronikfachmärkten stehen um das aktuelle Upgrade für ihr Implantat zu laden – obwohl sich das auch mittels App selbstständig machen lässt. Erfreulicherweise wäre anzumerken, dass die von Altmeier benannten Pflegeroboter in der Altenpflege lediglich ein kurzes Intermezzo darstellen dürften, denn Senioren von Morgen werden tadellos funktionierende Cyber-Menschen sein – sofern dies der Wirtschaft nützt und Konzerne sich dafür entscheiden.