Ignatius Youssef III Younan, Patriarch der syrisch-katholischen Kirche

Christenverfolgung: „Unseren Gemeinden droht der Untergang“ (Syrisch-Katholischer Patriarch)

Epoch Times3. Februar 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 22:56
Während Deutschland die geflüchteten muslimischen Syrer in großer Zahl aufnimmt, drohen den Christen in Syrien Untergang und Massenflucht.

Ignatius Youssif III. Younan ist Patriarch der syrisch-katholischen Kirche von Antiochien in Beirut. Seine Vorwürfe an den Westen sind deutlich, trage er doch die Hauptschuld an der Krise in Nahost. Der Westen sei mehr am Erdöl interessiert, als am Wohl der verfolgten Minderheiten wie den Christen. Er nannte dieses Handeln "opportunistisch" und "materialistisch", so die "Welt".

Die Christen in Syrien und im Irak seien zu einer verschwindenden Minderheit geschrumpft. Wenn es vor 100 Jahren noch 30 Prozent Christen in Syrien gab, waren es vor 70 Jahren noch knapp 20, jetzt sind es gerade noch fünf Prozent. Im Irak seien die Christen heute kaum noch zählbar, so der Syrer.

Die Schande des Westens

Dies wäre so, weil die Christen "zahlenmäßig auf der internationalen Bühne kein Gewicht haben, keine finanziellen Mittel, kein Erdöl, auch keine Terroristen, um unsere Ziele durchzusetzen", sagte der Geistliche und mahnte an, dass die Christen im Westen "ihren Glauben zugunsten des materialismus abgegeben hätten.

Younan studierte einst in Rom, lebte in New York und spricht zahlreiche Sprachen wie Arabisch, Syrisch (Aramäisch), Türkisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Deutsch und natürlich Latein. Seine offizielle Anrede ist "Seine Seeligkeit". Wenn er in Rom ist, empfängt er im Sitz seiner Kirche am Campo Marzio, hinter dem italienischen Parlament.

Er will in den nächsten Wochen alle Patriarchen der Ostkirche mit dem Papst an einen Tisch bringen, zur "Bluts-Ökumene", wie Papst Franziskus es nannte. "Noch ist die Kirche nicht von der Verfolgung durch islamische Extremisten besiegt – Christen, Katholiken, Orthodoxe und Protestanten sind näher zusammengerückt", erläutert der Patriarch.

Um Mossul herum wurden im August 140.000 Christen vertrieben. Younan ist in ständigem Kontakt mit dem dortigen Bischof, den Priestern und Schwestern, die mit der Bevölkerung geflohen seien: "Die Christen sind überall auf der Flucht, leben in humanitärem Notstand, ihre Moral schwindet" und sie würden in Karawanen umherziehen. Wer kann, flieht in den Westen. "Unsere Gemeinden sind vom völligen Untergang bedroht", weiß Younan zu berichten.

Doch auch im Westen sind die Christen nicht mehr sicher vor den Massen an mitgeflohenen Muslimen…

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Posted by ZDF heuteplus on Donnerstag, 1. Oktober 2015

Die russischen Verteidiger der Christen

Ursache für die Massenflucht sei eine "kurzsichtige, undifferenzierte Sichtweise der Westmächte". Sie hätten die Gewalt noch geschürt und sogar die Russen kritisiert. Diese jedoch seien es, die "christliche Minderheiten gegen die Dschihadisten verteidigen", sagte der Patriarch. Es würde sich eine Frage stellen, nämlich, ob man nicht eine gemäßigte Diktatur wie die Assads einem radikal-islamistischen Totalitarismus vorziehen solle.

Um den islamistischen Terror zu besiegen, müsse man auf Bodentruppen zurückgreifen, sagte Younan vor einigen Tagen in Rom. Ungewöhnlich direkte Worte für einen Mann der Kirche, hatte doch Papst Franziskus noch 2013 zum Fasten und Beten für den Frieden in Syrien aufgerufen.

Doch der Patriarch sieht es anders. Er sagte der "Welt", dass die Macht der internationalen Dschihadisten, die zum Kampf nach Syrien kommen, aus dem Konflikt "doch fast einen Weltkrieg auf syrischem Boden" machen würden. (sm)

Rede beim IDC’s 2015 Solidarity Dinner (englisch)


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