Codewort „Gemeinwohl“: George Soros will sich nach Katholiken jetzt auch Evangelikale à la Carte backen

Von 25. Oktober 2018 Aktualisiert: 25. Oktober 2018 16:58
Der bekannte Milliardär und "Philanthrop" George Soros ist ein überaus aktiver Förderer progressiver Ideen und des politischen Wollens der Demokratischen Partei. Dafür geht der unbeugsame Atheist auch verschlungene Wege. Bei Bedarf kommen auch liberal ausgerichtete katholische und evangelikale Vereinigungen in den Genuss seines Mäzenatentums.

Bereits im Jahr 2005 hoben Alexia Kelley and Tom Perriello die Vereinigung „Catholics in Alliance for the Common Good“ (CACG) aus der Taufe. Ziel der Vereinigung war es eigenen Angaben zufolge, die „Fülle der katholischen sozialen Tradition im öffentlichen Raum“ zur Geltung zu bringen.

Über mangelnde Unterstützung aus Politik und Medien konnte sich die Vereinigung nicht beklagen. Auch der bekannte Milliardär und selbsternannte Philanthrop George Soros hatte – obwohl selbst bekennender Atheist – am Anliegen der „Katholiken für das Gemeinwohl“ auf Anhieb Gefallen gefunden und stattete diese „Aleteia“ zufolge mit einem Gründungszuschuss in Höhe von 50 000 US-Dollar aus. In den Jahren 2006 bis 2010 sollten aus der Schatulle seiner „Open Society Foundation“ weitere insgesamt 450 000 US-Dollar in die Kasse der CACG fließen.

Die Lage war aus progressiver Sicht auch entsprechend kritisch: Es war nur wenige Monate zuvor nicht zuletzt das katholische Wählersegment, das in den entscheidenden Swing States den Ausschlag bezüglich der Wiederwahl des damaligen US-Präsidenten George W. Bush gegeben hatte. Grund genug für demokratische Strategen, ihre Bemühungen zu verstärken, „fortschrittliche“ Angehörige der katholischen Gemeinden stärker zu mobilisieren.

Als Dankeschön ein Meet & Greet mit dem Obama-Übergangsteam

Dass im Juli 2008 mehr als 20 Organisationen aus dem CACG-Umfeld und mehr als 800 Gemeindefunktionäre zur National Convention for the Common Good geladen waren, war für sie ein Ansporn, sich im Wahlkampf für den medial damals gleichsam als Messias verkauften Barack Obama ins Zeug legen. Zwar kritisierte die Plattform „Catholics for Choice“ die aus ihrer Sicht zu zurückhaltenden Aussagen in der Abtreibungsfrage – wo CACG dafür eintrat, diese durch „alternative Sozialprogramme“ zu verhindern, sie aber nicht als „Menschenrecht“ deklarierte.

Strategisch erwies sich die Vorgehensweise der „Katholiken für das Gemeinwohl“ allerdings als erfolgreicher: Sie senkte offenbar die Hemmschwelle, für den 100-Prozent-Pro-Choicer Obama zu stimmen, und dieser konnte auch die Mehrheit der katholischen Wähler für sich gewinnen. Als Dankeschön wurden die CACG-Spitzen sogar zu einem Treffen mit Obamas Übergangsteam eingeladen.

Den führenden Kadern der Demokraten ging es jedoch um mehr als nur Wahlen zu gewinnen: Als WikiLeaks im Oktober 2016 die gehackten E-Mails von Hillary Clintons Wahlkampfmanager John Podesta veröffentlichte, tauchte dort auch eine vielsagende Kommunikation zwischen diesem und mehreren Obama-Mitarbeitern auf.

Unter dem Eindruck des Widerstands katholischer Institutionen gegen Regelungen der „Obamacare“-Gesundheitsreform, die unter anderem auch diese dazu zwingen sollten, für Mittel zur Empfängnisverhütung zu bezahlen, diskutierte man unter den demokratischen Strategen über Wege, die „rückständige“ und „aufmüpfige“ Katholische Kirche als solche unter die eigene Kontrolle zu bekommen.

Podesta und der „Katholische Frühling“

Die engagierte Linkskatholikin Sandy Newman schrieb dabei von der Notwendigkeit, einen „Katholischen Frühling“ zu organisieren. Darin sollen die Katholiken die „mittelalterliche Diktatur“ in der Kirche beenden und „den Anfang von ein wenig Demokratie und Respekt für Gendergleichheit in der Katholischen Kirche“ in die Wege leiten.

Podesta erklärte daraufhin, die Partei habe durchaus bereits Schritte in diese Richtung unternommen, und die CACG wären einer davon gewesen – ebenso wie die ebenfalls 2005 gegründete progressive Gruppe „Catholics United“. Allerdings fehle diesen Gruppen an Führungsstärke, sodass die Anstrengungen eher von unten nach oben gehen müssten.

CACG verlor in den darauffolgenden Jahren an Rückhalt, wozu unter anderem auch das ausbleibende Geld aus der Open Society Foundation beigetragen haben dürfte. Im Jahr 2016 trugen neben den radikalen Positionen Hillary Clintons, die offen gefordert hatte, Kirchen müssten ihre Lehren zu Themen wie Abtreibung oder Homosexualität ändern, auch die Podesta-Enthüllungen zu einer massiven Mobilisierung konservativer Katholiken bei. In den entscheidenden Swing States stimmten diese mit zum Teil deutlicher Mehrheit für Donald Trump und machten diesem damit den Weg frei für die Präsidentschaft.

Noch klarer fiel die Entscheidung bei den Evangelikalen aus – insbesondere unter weißen Angehörigen dieser Bevölkerungsgruppe stimmten bis zu 81 Prozent für Trump. Wie die „Washington Times“ unter Berufung auf ein Video der American Association of Evangelicals (AAE) berichtet, sollen progressive Kreise auch in der heterogenen Welt der bibeltreuen Christen versuchen, Fuß zu fassen und mithilfe von Multiplikatoren die politische Agenda der Demokraten dort zu verankern.

„Sojourners“: Die Demokraten als irdische Sachwalter Gottes

Auch hier stellt das „Gemeinwohl“ den Türöffner dar. Derzeit tourt der Pastor und Chef der progressiven christlichen Publikation „Sojourners“, Jim Wallis, mit seinen „Wählt das Gemeinwohl“-Bussen durch mehrere Staaten und 31 Städte der USA, um für demokratische Kandidaten zu den Midterm-Wahlen zu werben.

Entgegen seinen Zusicherungen, kein Geld von George Soros zu erhalten, berichteten bereits 2010 mehrere Publikationen unter Berufung auf eine Enthüllung von Marvin Olasky im „World“-Magazin von einer solchen Unterstützung. Es ging offenbar auch nicht um Peanuts: „The Blaze“ schrieb im Oktober 2011 von nicht weniger als 150 000 US-Dollar, die der atheistische Philanthrop der fortschrittlichen Christen-Publikation zur Verfügung gestellt haben soll.

Diese schreibt über sich selbst und die dahinterstehende Gruppe der „Sojourners“ (Gäste):

„Wir sind Evangelikale, Katholiken, Pfingstler und Protestanten; Progressive und Konservative; Schwarze, Weiße, Latinos und Asiaten; Frauen und Männer; Junge und Alte… und wir versuchen den Zusammenhang zwischen Glaube, Politik und Kultur zu erkunden.“

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Allerdings ist das, was die Sojourners als gottgefälliges Werk betrachten, nur allzu häufig deckungsgleich mit den politischen Überzeugungen der Demokraten. So titelt ihr Magazin „Keine Mauern zwischen Amigos“ und belehrt die Leser, dass es bei konservativen Richterernennungen zum Supreme Court „nicht um Abtreibung, sondern um die Kultur gehe“.

Würde sich die Rechte tatsächlich Gedanken über die Abtreibung machen, würde sie sich um die Armutsbekämpfung kümmern. Die Wirtschaftspolitik Donald Trumps scheint zwar darauf hinauszulaufen, dass das Eine das Andere nicht ausschließt, dennoch sieht die Gruppe das Land „Inmitten eines politischen Notfalls: Die Regierung bedroht die Seele unserer Nation“.

„Vote Common Good“-Generalsekretär Doug Pagitt, der sich eine „freigiebiger christliche Konversation“ wünscht, erklärte erst jüngst im „Washington Journal“ auf C-SPAN, er glaube, „die Trump-Regierung muss zurückgehalten werden“, und die Amerikaner sollen „das Gemeinwohl berücksichtigen“, wenn sie wählen gehen. Die Verfassung hingegen scheint ihm als verhältnismäßig weniger relevant zu gelten.

Bedeutung der Soros-Spenden heruntergespielt

Am Ende räumte Pagitt auf Nachfrage bei C-SPAN doch noch ein, Geld von Soros erhalten zu haben. Dies sei jedoch lediglich eine „private Spende“ gewesen. Dass die „Sojourners“ parteiische Politik unter dem Deckmantel des Glaubens betreiben und Soros-inspirierten Progressismus in christlichem Mantel praktizieren, hätte damit nichts zu tun. Offenbar würden sie Gleiches auch ohne das Geld des Milliardärs so handhaben.

Warum „Sojourners“ und „Vote Common Good” so ungern das Thema Soros ansprechen, kann sich AAE-Sprecherin Kelly Monroe Kullberg nur so erklären:

Amerikaner hassen Manipulation. Antiamerikanische Globalisten wie Soros bezahlen eine Wachstumsindustrie aus bezahlten Anarchisten und politischen Aktivisten, um Amerika zu spalten und zu schwächen, inklusive der Kirche.“

Jeder könne die christliche Karte spielen, sogar ein Atheist, kommentiert Cheryl K. Chumley in der Washington Times. Aber es sei ein entscheidender Clou, die antiamerikanischen Wölfe im Schafspelz dadurch zu identifizieren, dass diese immer mehr und mehr Staat verlangen, ein noch mächtigeres zentrales System und die Schwächung von Individualrechten – und wenn geheime Soros-Zuwendungen und Bibelschwingen sie dorthin bringe, dann sei ihnen auch dies willkommen.