Ausschreitungen zwischen Christen und Muslimen in Sri Lanka: Erzbischof ruft zu Ruhe auf

Epoch Times6. Mai 2019 Aktualisiert: 6. Mai 2019 9:58

Colombos Erzbischof hat nach gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Christen und Muslimen in Sri Lanka zur Ruhe gemahnt. Kardinal Malcolm Ranjith sagte am Montag in einer Fernsehansprache:

„Ich bitte alle Christen, Buddhisten und Muslime darum, geduldig und zurückhaltend zu sein, und den Frieden, den wir nach den Osteranschlägen bewahrt haben, zu sichern.“

Ausgangssperre nach gewalttätigen Zusammenstößen

Zwei Wochen nach den Anschlägen in Sri Lanka war es am Sonntag in einer Stadt nördlich von Colombo zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Christen und Muslimen gekommen.

Bei den Auseinandersetzungen in Negombo wurden mehrere Häuser und Fahrzeuge von Muslimen beschädigt. Die Behörden schickten daraufhin einige hundert zusätzliche Sicherheitskräfte in die Stadt und verhängten eine nächtliche Ausgangssperre.

Zu möglichen Festnahmen und Opfern bei den Auseinandersetzungen in Negombo machten die Behörden zunächst keine Angaben.

Echtheit der Angreifer-Videos noch nicht bestätigt

In Videos, die in Online-Netzwerken kursierten, waren Angreifer zu sehen, die Steine auf muslimische Geschäfte warfen, das Inventar von Wohnungen zerstörten, Fensterscheiben einschlugen und Fahrzeuge umwarfen. Die Echtheit der Videos konnte zunächst aber nicht bestätigt werden.

In Negombo waren bei den mutmaßlich islamistischen Anschlägen vom Ostersonntag in einer Kirche mehr als hundert Menschen getötet worden.

Attentat forderte 257 Menschenleben

Bei den Selbstmordattentaten auf insgesamt drei Kirchen sowie drei Luxushotels waren zusammengenommen 257 Menschen gestorben, etwa 500 weitere wurden verletzt. Nach der Anschlagsserie wurde in dem südasiatischen Inselstaat der Ausnahmezustand verhängt.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamiert die Anschläge für sich. Sri Lankas Regierung macht die Islamistengruppe National Thowheeth Jama’ath (NTJ) für die Anschläge verantwortlich, glaubt aber, dass sie Unterstützung aus dem Ausland hatte. (afp)

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