Corona-Pandemie im Newsticker 5.Mai: Huthi-Rebellen melden ersten Corona-Todesfall in Hauptstadt Sanaa

Epoch Times4. Mai 2020 Aktualisiert: 8. Mai 2020 7:36
Ausgangssperren, Kontaktverbote, Quarantäne – weltweit. Die Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Newsticker.

Dienstag, 5.Mai

21:44 Uhr: Huthi-Rebellen melden ersten Corona-Todesfall in Hauptstadt Sanaa

Die Huthi-Rebellen im Jemen haben den ersten Corona-Todesfall in der von ihnen kontrollierten Hauptstadt Sanaa gemeldet. Der Huthi-Gesundheitsminister Taha al-Mutauakel teilte am Dienstag mit, bei dem Verstorbenen handele es sich um einen Somalier, der in einem Hotel tot aufgefunden und posthum positiv auf das neuartige Coronaviurs getestet worden sei. Es handelt sich zugleich um den ersten bekannten Infektionsfall in den von den Rebellen kontrollierten Gebieten.

Bislang wurden im Jemen drei Todesfälle und 21 Infektionsfälle bestätigt – allerdings alle in den Landesteilen, die unter der Kontrolle der Regierung stehen. Experten haben angesichts der katastrophalen humanitären Lage bereits davor gewarnt, dass sich das Virus im Jemen rasant verbreiten könnte. Das Gesundheitssystem ist wegen der jahrelangen Kämpfe zusammengebrochen.

Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi, die von einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition unterstützt werden, und den Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Zehntausende Menschen wurden bereits in dem Konflikt getötet, den die Vereinten Nationen als schwerste humanitäre Krise der Welt bezeichnen.

18:45 Uhr: Bundesregierung: Erhöhung des Kurzarbeitergeldes kostet Milliarden

Eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes würde hohe Mehrausgaben für die Bundesagentur für Arbeit mit sich bringen. Das geht aus der Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, über die die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet (Mittwochsausgabe). Linken-Fraktionsvize Susanne Ferschl hatte erfragt, was es kosten würde, drei Monate lang 80 beziehungsweise für Arbeitnehmer mit Kindern 87 Prozent Kurzarbeitergeld zu zahlen – für im Durchschnitt drei Millionen Kurzarbeiter.

In der Antwort des Arbeitsministeriums heißt es, eine solche Erhöhung hätte Mehrausgaben von rund einer Milliarde Euro zur Folge. Hinzu kommt laut Ministerium die Erstattung der Sozialbeiträge für die Arbeitgeber von drei Milliarden Euro. Ferschl kritisierte, dass die Rückerstattung der Sozialbeiträge deutlich teurer sei als die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes. Es sei „nicht hinnehmbar“, dass die Arbeitgeber neben Staatsgarantien 100 Prozent Beitragserstattung bekämen, die Beschäftigten dagegen „nur eine schrittweise Aufstockung des Kurzarbeitergeldes – und auch erst nach Monaten“. Das Kabinett hatte zuletzt eine stufenweise Anhebung des Kurzarbeitergeldes auf bis zu 87 Prozent beschlossen.

17:36 Uhr: US-Exporte erleiden wegen Corona-Pandemie Rekordeinbruch

Die US-Exporte haben wegen der Corona-Pandemie einen Rekordeinbruch erlitten. Die Ausfuhren gingen im März im Vergleich zum Vormonat um 9,6 Prozent auf knapp 188 Milliarden Dollar zurück, wie das US-Handelsministerium am Dienstag mitteilte. Weil die Importe lediglich um 6,2 Prozent auf rund 232 Milliarden Dollar zurückgingen, vergrößerte sich das Handelsdefizit der USA deutlich: Es stieg im Vergleich zum Februar um 11,6 Prozent auf 44,4 Milliarden Dollar an.

„Der Rückgang der Exporte und Importe im März geht teilweise auf die Auswirkungen von Covid-19 zurück, weil viele Unternehmen mit begrenzter Kapazität arbeiteten oder ihre Geschäftsaktivität gänzlich einstellten“, erklärte das Handelsministerium. Das Ministerium verwies zudem auf die weltweiten Reisebeschränkungen.

„Das ist alles weg, und der Zusammenbruch der weltweiten Handelsströme trifft auch die (US-)Exporte“, schrieb Ian Shepherdson vom Beratungsunternehmen Pantheon Macroeconomics. Exporte und Importe dürften im April weiter gesunken sein, sich von Mai an aber langsam erholen.

16:57 Uhr: Bahn fährt Regionalverkehr nahezu komplett wieder hoch

Bei der Deutschen Bahn fahren fast alle Regionalzüge wieder nach Plan: Die Tochter DB Regio deckte mit ihrem Angebot zu Beginn der Woche im Schnitt 90 Prozent der ursprünglichen Fahrpläne vor der Corona-Krise ab, wie die Bahn am Dienstag mitteilte. „In den nächsten Wochen werden wir uns dem Regelfahrplan nähern“, erklärte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber.

Das Grundangebot, das die Bahn im Regionalnetz während der strengen Corona-Beschränkungen aufrecht erhalten hatte, wird nach Konzernangaben nun „parallel zum wiedereinsetzenden öffentlichen Leben“ weiter hochgefahren. „Die neuen Verkehre laufen gut“, erklärte Huber weiter und versicherte, die Bahn werde „weiter so viel und so stabil wie möglich“ fahren.

16:36 Uhr: KMK-Präsidentin gegen Masken im Unterricht

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD), hält Masken im Unterricht in der Coronakrise nicht für sinnvoll. „Wir ziehen die Tische extra auseinander“, sagte sie dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben). „Dann brauchen wir im Unterricht keine Masken.“

Hubig sagte zur Begründung, die Masken würden „die Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schülern im Klassenraum erschweren“. Außerdem sollten die Masken auch nicht zu lange am Stück getragen werden. „Das wollen wir – so gut es geht – vermeiden.“ In den Pausen sollten allerdings Masken getragen werden.

Bei Grundschülern werde es natürlich häufiger dazu kommen, dass Abstandsregeln nicht eingehalten würden als bei älteren Schülern, sagte Hubig. „Gleichzeitig sollte niemand die pädagogische Arbeit unserer Lehrerinnen und Lehrer unterschätzen: In den vierten Klassen ist gleich am ersten Tag die Einhaltung der Hygieneregeln eingeübt worden“, so die Ministerin. In Pausen werde allerdings nicht immer alles perfekt zu kontrollieren sein. „Deshalb müssen dort auch Masken getragen werden“, sagte die SPD-Politikerin

16:03 Uhr: Restaurants in Berlin könnten in kommender Woche öffnen

Berlin hat eine erste Phase von Lockerungen in der Gastronomie für die kommende Woche in Aussicht gestellt. „Das muss nicht der kommende Montag sein, aber vielleicht im Lauf der nächsten Woche“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag nach einer Senatssitzung. „Es zeichnet sich ab, dass dort sehr schnell etwas passieren kann“, sagte er über die Gastronomie.

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Dem werde sich mit etwas Abstand von etwa „einer Woche, zehn Tagen“ eine zweite Phase anschließen können, sagte Müller. Er erinnerte aber daran, dass die Entwicklung der Infektionszahlen entscheidend sei. Über Details der Lockerungen will der Senat nach der Telefonschalte der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch in einer Sondersitzung beraten.

15:26 Uhr: Häusliche Gewalt unter Corona-Lockdown in Russland drastisch gestiegen

Seit Beginn der strengen Ausgangsbeschränkungen in Russland ist die häusliche Gewalt dramatisch angestiegen. „Nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen ist die Zahl der Opfer und der Fälle häuslicher Gewalt um das 2,5-Fache gestiegen“, zitierte die Nachrichtenagentur Ria Nowosti am Dienstag die Menschenrechtsbeauftragte des Kreml, Tatjana Moskalkowa.

Viele Frauen hätten angegeben, dass sie wegen der Ausgangsbeschränkungen keine Möglichkeit hätten, zu den Behörden zu gehen und um Hilfe zu bitten, berichtete Moskalkowa demnach. „Und wenn sie es doch schaffen, werden sie nicht angenommen.“ Die Menschenrechtsbeauftragte forderte deshalb, dass Opfer häuslicher Gewalt in Frauenzentren oder ähnliche Einrichtungen gehen könnten, ohne dass dies als Verstoß gegen die Corona-Auflagen gewertet wird.

Russland ist trotz eines strikten Lockdowns derzeit europaweit das Land mit den meisten Neu-Infektionen. Am Dienstag wurden bereits den dritten Tag in Folge mehr als 10.000 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden vermeldet. Dies ist deutlich mehr als in anderen europäischen Ländern, nach Russland folgt Großbritannien mit weniger als 4000 neuen Fällen pro Tag. Insgesamt wurden in Russland nunmehr mehr als 155.000 Infektionen registriert, fast 1500 Menschen starben.

15:09 Uhr Lindner verlangt mehr Corona-Lockerungen ab Mittwoch

FDP-Chef Christian Lindner fordert mehr Corona-Lockerungen ab Mittwoch. „Wir müssen jetzt handeln. Morgen muss es eine andere Politik, ein anderes Krisenmanagement geben“, sagte Lindner am Dienstag der „Bild“.

In den letzten 14 Tagen seien die Corona-Maßnahmen nicht mehr verhältnismäßig, die Freiheitseinschränkungen nicht angemessen gewesen, so der FDP-Chef. Auch höchste Gerichte hätten das geahndet, wie etwa bei der 800-Quadratmeter-Regel beim Handel in Bayern. Zum Glück sei es inzwischen „common sense“, dass gelockert werden müsse. „Hygiene- und Abstandsregeln müssen eingehalten werden, aber wir müssen den Stillstand überwinden“, so Lindner weiter. „Inzwischen glaube ich, dass wir das überall in Deutschland flächendeckend können – bis auf wenige belastete Regionen Landkreise und Gemeinden“.

Eine zweite Infektionswelle könne man nicht ausschließen, aber auch da könnte man regional wieder schließen, „also speziell in einer Gemeinde, in einem Landkreis, wenn es dort einen neuen Infektionsherd gibt“, so Lindner. Aber für das Land habe man insgesamt jetzt „intelligentere, freiheitsschonendere Wege, die zur Verfügung stehen“.

14:00 Uhr: Lufthansa-Chef Spohr setzt auf baldige Einigung auf staatliche Hilfen

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat sich auf der Online-Hauptversammlung des Konzerns am Dienstag zuversichtlich gezeigt, dass die Verhandlungen mit der Bundesregierung über ein Rettungspaket für die angeschlagene Airline „in Kürze zu einem erfolgreichen Abschluss“ führen werden. In den Verhandlungen geht es Presseberichten zufolge um ein Paket in Höhe von insgesamt zehn Milliarden Euro.

Spohr sagte vor den Aktionären, es sei „juristisch aus Gründen der unternehmerischen Vorsicht geboten“, auch die Insolvenz oder ein Schutzschirmverfahren zu prüfen. „Wir sind gleichwohl weiterhin davon überzeugt, dass wir angesichts der Gespräche mit der deutschen Regierung nicht auf diese Alternative zurückgreifen müssen.“ Umstritten ist in der Politik, ob und wenn ja welche Mitspracherechte der Staat für eine Milliardenhilfe bei der Lufthansa bekommen soll. Spohr selbst hatte vor einem zu großen Staatseinfluss auf sein Unternehmen gewarnt.

Auch die Konditionen, zu denen das Geld fließt, werden offenbar noch verhandelt. Laut „Spiegel“ verlangt die Bundesregierung eine Garantiedividende von neun Prozent, Aktionärsschützer nannten das „Wucher“. Die Lufthansa ist durch die Corona-Krise in finanzielle Schieflage geraten.

12:51 Uhr: Ökonom warnt vor Corona-Folgen für Ausbildung in Betrieben

Angesichts der Coronakrise warnt der Arbeitsmarktökonom Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) vor den Folgen für die Ausbildung in den Betrieben.

Eine länger andauernde Phase der Corona-Einschränkungen, möglicherweise über mehrere Jahre, hält der Ökonom auch aus bildungspolitischer Perspektive für nur „schwer verkraftbar“.

Wenn die Schüler ein Jahr lang nur gruppenweise zur Schule dürften und die übrigen lernten „mehr schlecht als recht zu Hause, wird das große Folgen für das künftige Angebot an Arbeitskräften haben“, sagte Schäfer. „Unser wirtschaftlicher Erfolg hängt maßgeblich vom sogenannten Humankapital ab, vom Ideenreichtum, von der Ausbildung unserer Arbeitskräfte.“

12:32 Uhr: Keine Neuinfektionen in Hongkong – Schulen und Bars öffnen wieder

Nach mehreren Tagen ohne neue Corona-Infektionsfälle will Hongkong das soziale Leben wieder in Gang bringen. Bars und Kinos dürften ab Freitag wieder öffnen, kündigte Regierungschefin Carrie Lam am Dienstag an. Auch die Schulen sollten nach und nach wieder öffnen. Außerdem sollen an alle 7,5 Millionen Einwohner der chinesischen Sonderverwaltungszone wiederverwendbare Masken verteilt werden.

In Bars und Restaurants, wo bislang bereits vier Menschen gemeinsam essen durften, muss ein Mindestabstand zwischen den Tischen von 1,50 Meter gewährleistet werden. Es dürfen nun nicht mehr als acht Menschen an einem Tisch sitzen oder sich anderswo treffen. Auch in den Kinos soll der Zutritt begrenzt werden.

Hongkong hatte wegen der Nähe zu Festlandchina mit als erstes Coronavirus-Fälle. Die Sonderverwaltungszone hat es aber geschafft, deren Zahl auf etwa tausend zu begrenzen, vier Menschen starben. In den vergangenen 16 Tagen trat an zehn Tagen nicht eine einzige Neu-Infektion auf. Die wenigen Fälle, die es an den anderen Tagen gab, waren Einreisende aus Übersee, die sofort in Quarantäne kamen.

11:33 Uhr:  RKI-Chef weist Kritik an „Heinsberg-Studie“ zurück

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat Kritik bezüglich der Ergebnisse und Methoden der sogenannten „Heinsberg-Studie“ zurückgewiesen. Es sei eine „wichtige und richtige“ sowie „valide Studie“, sagte Wieler am Dienstagvormittag in Berlin. „Diese Daten sind mit einem sauberen, nachvollziehbaren Studiendesign und mit adäquaten Methoden erhoben worden.“

Die eigentliche Problematik sehe er in der Fehlinterpretation in der Öffentlichkeit. Die Ergebnisse seien „schwerlich auf ganz Deutschland“ zu übertragen, da die Daten nur für einen bestimmten Kreis, den Ort Gangelt, gelten würden. Die Interpretation der Studie sei also das Fragliche, so Wieler. „Wenn Menschen daraus Schlüsse ziehen, die man daraus nicht ziehen sollte, dann ist es definitiv nicht das Versäumnis der Wissenschaftler.“ Lesen Sie hier mehr dazu…

11:08 Uhr: Bayerisches Kabinett will Exit-Fahrplan beschließen

Nach wochenlangen coronabedingten Schließungen, Einschränkungen und Beschränkungen will das bayerische Kabinett heute einen umfassenden Fahrplan für Lockerungen beschließen.

Es solle dazu ein langfristiges Konzept geben, verlautete am Dienstag aus Regierungskreisen. Es werde einen Fahrplan für nahezu alle Bereiche geben, von Schule und Kitas über Gastronomie und Hotels bis hin zu Pflegeheimen.

Zudem muss das Kabinett entscheiden, ob die Ausgangsbeschränkungen Bestand haben oder nun gelockert werden. Welche Maßnahmen wann gelockert werden, wollen Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und mehrere Minister am Mittag bekanntgeben.

10:39 Uhr: RKI erwartet wegen guter Entwicklung derzeit keine Engpässe bei Intensivbetten

Das Robert-Koch-Institut (RKI) sieht absehbar keine Probleme bei der Versorgung von Corona-Patienten in Deutschland auf Intensivstationen. „Bei der derzeitigen Dynamik muss man deutlich sagen, werden keine Engpässe prognostiziert“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. Die Voraussetzung, dass dies so bleibe, sei, dass die Zahl der Infektionen nicht weiter ansteige.

Wieler nannte es eine „sehr gute Nachricht“, dass die Zahl der Neuinfektionen inzwischen stabil niedrig ist. Nach den jüngsten RKI-Zahlen erhöhte sich die Zahl der infizierten Menschen in Deutschland von Montag auf Dienstag um 685 Fälle auf 163.860.

10:17 Uhr: Berater der Bundesregierung kritisieren Hilfsprogramm für die Wirtschaft

Der Wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums hat das Corona-Hilfsprogramm der Bundesregierung für die Wirtschaft kritisiert. „Die Pandemie macht uns alle ärmer, sodass es in Zukunft weniger zu verteilen gibt“, zitierte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Dienstagsausgabe) aus einem Brief des Gremiums an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Besonders die Anhebung des Kurzarbeitergelds auf bis zu 87 Prozent des Nettoeinkommens werde zu „erheblichen Mitnahmeeffekten“ führen.

Für zu restriktiv hält der Beirat dagegen die Soforthilfe für Inhaber kleiner Unternehmen. Neben staatlichen Zuschüssen für laufende Betriebskosten „sollte für einen gewissen Einkommensersatz gesorgt werden, und dies unabhängig von der Grundsicherung“, heißt es in dem Brief weiter. Mit Blick auf den Hilfsfonds für größere Unternehmen fordern die Wissenschaftler klarere Kriterien: „Das Ziel ‚technische Souveränität‘ darf nicht missbraucht werden, um ’nationale Champions‘ zu schaffen und vor dem Wettbewerb zu schützen.“

Das von der Bundesregierung angekündigte Konjunkturprogramm schließlich solle auf den Klimaschutz ausgerichtet sein, „abzuraten“ sei „von weitergehenden Versuchen einer aktiven Industriepolitik zur Erhaltung einer politisch gewollten Wertschöpfungstiefe“. Der Breitat wollte sich am Dienstagnachmittag in Berlin zu seinem Brief und den Forderungen weiter äußern.

10:06 Uhr: Palästinenserregierung verlängert Ausnahmezustand in Corona-Krise bis 5. Juni

In den Gebieten unter palästinensischer Kontrolle im besetzten Westjordanland sind die Corona-Ausgangsbeschränkungen um einen weiteren Monat verlängert worden. Der am 22. März verhängte Ausnahmezustand werde bis mindestens 5. Juni beibehalten, erklärte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Montagabend. Das Reiseverbot zwischen den Städten in dem von Israel besetzten Gebiet soll jedoch gelockert und Läden sowie Unternehmen sollen schrittweise wieder geöffnet werden.

Die Regelungen gelten nicht für den von der radikalislamischen Hamas regierten Gazastreifen. Dort wurden die Beschränkungen bereits gelockert.

Bislang wurden nach offiziellen Angaben 345  Corona-Infektionsfälle und zwei Todesfälle im Westjordanland gemeldet. In Israel wurden hingegen mehr als 15.000 Fälle registriert. Die Palästinenserregierung fürchtet deshalb, dass sich das Virus durch die zehntausenden Palästinenser, die in Israel arbeiten, weiter ausbreiten könnte.

9:38 Uhr: Luxemburg fordert von Seehofer Aufhebung der Grenzkontrollen wegen Corona-Krise

Luxemburgs Regierung hat Deutschland aufgefordert, die wegen der Corona-Pandemie verhängten Grenzschließungen und -kontrollen aufzuheben. Für sie gebe es keinen triftigen Grund und sie verursachten „immer größer werdenden Unmut in der Bevölkerung auf beiden Seiten der Grenze“, erklärte Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn am Dienstag, der sich demnach in einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wandte. Die Kontrollen drohten, „das grenzüberschreitende Zusammenleben in der Großregion dauerhaft zu schädigen“.

Bundesinnenminister Seehofer hatte die Kontrollen an den deutschen Grenzen wegen der Coronavirus-Pandemie am Montag bis zum 15. Mai verlängert. Betroffen sind neben Reisenden aus Luxemburg auch solche aus Österreich, der Schweiz, Frankreich, Dänemark, Italien und Spanien. Seehofer begründete dies mit „Infektionsgefahren durch das Coronavirus“.

Für Asselborn stellt die Lage in Luxemburg dagegen in keinster Weise eine Bedrohung für Nachbarregionen dar. In Luxemburg mit gut 620.000 Einwohnern sind bisher rund 3800 Infizierte registriert worden. 96 Menschen starben durch die Viruserkrankung. Zuletzt stiegen die Zahlen kaum noch an.

9:34 Uhr: Dreyer für Stufensystem bei Öffnung der Gastronomie

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat für die Öffnung der Gastronomie einen konkreten Fahrplan mit stufenweisen Lockerungen gefordert. Mit Blick auf die Telefonschalte der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch sei wichtig, „dass wir den Gastronomen klar sagen, womit sie rechnen können, wenn das Infektionsgeschehen weiterhin niedrig bleibt“, sagte Dreyer der Zeitung „Die Welt“ vom Dienstag.

Die SPD-Politikerin forderte „ein Stufensystem mit klar nachvollziehbaren Wenn-dann-wenn-Regeln“: „Wenn die Fallzahlen klein bleiben, dann können wir Gaststätten wieder öffnen – wenn die Gastronomen ein Hygienekonzept haben und die Gäste sich an die Regeln halten.“

Dreyer mahnte ein im Kern gemeinsames Vorgehen der Bundesländer an. Wichtig bleibe, „dass die Länder im Grundsatz gemeinsam entscheiden“ und bei den Auslegungen zugleich den Freiraum hätten, auf ihre jeweiligen Besonderheiten einzugehen, sagte die rheinland-pfälzische Regierungschefin.

9:08 Uhr: Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (Infizierte / Differenz zum Vortag / Tote):

Bundes­land Elektro­nisch über­mittelte Fälle
An­zahl Dif­fe­renz zum
Vor­tag
Fälle/ 100.000 Einw. Todes­fälle
Baden-Württem­berg 32.482 +71 293 1.452
Bayern 43.162 +165 330 1.949
Berlin 6.042 +32 161 154
Brandenburg 2.940 +26 117 123
Bremen 895 +2 131 31
Hamburg 4.644 +8 252 172
Hessen 8.585 +36 137 381
Mecklenburg-
Vor­pommern
703 +4 44 19
Niedersachsen 10.380 +55 130 463
Nordrhein-West­falen 33.728 +168 188 1.332
Rhein­land-Pfalz 6.160 +10 151 182
Saarland 2.618 +10 264 139
Sachsen 4.745 +43 116 171
Sachsen-Anhalt 1.585 +7 72 46
Schles­wig-Holstein 2.799 +11 97 118
Thüringen 2.392 +37 112 99
Gesamt 163.860 +685 197 6.831

Nicht jeder, der infiziert ist, erkrankt am Virus. 80 Prozent aller Corona-Infektionen verlaufen mild. Nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts werden alle Todesfälle von Patienten, bei denen eine Corona-Infektion nachgewiesen wurde, als „Corona-Tote“ gewertet. Vorerkrankungen werden nicht berücksichtigt. Bei der Influenza ist das anders.

9:06 Uhr: Corona-Krise als «Schock» für Australiens Wirtschaft

Australiens Wirtschaft verliert in Folge des Shutdowns wegen der Corona-Pandemie jede Woche vier Milliarden australische Dollar (2,3 Mrd Euro). Der breite „wirtschaftliche Schock“ lasse das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes bis Juni deutlich zwischen voraussichtlich 10 bis 15 Prozent sinken, sagte der australische Finanzminister Josh Frydenberg am Dienstag.

Seit Mitte März hat Australien seine Grenzen geschlossen. Unternehmen haben vorübergehend den Betrieb stillgelegt, während die Regierung zugleich strikt dafür sorgt, dass die Menschen Abstand halten. Würden die Restriktionen noch weiter verschärft, vergleichbar dem achtwöchigen Lockdown in Europa, würde das BIP sogar um rund 24 Prozent oder 120 Milliarden Dollar im zweiten Quartal sinken, so Frydenberg.

Die wöchentlich vier Milliarden Dollar an wirtschaftlichen Einbußen entsprächen dem, was vier Millionen Australier im Durchschnitt pro Woche verdienten, hieß es. Die Regierung hat bereits wirtschaftliche Hilfen im Volumen von rund 320 Milliarden Dollar zugesagt. Am Freitag will das Kabinett über eine Lockerung der Restriktionen entscheiden. Die Nummer 13 der Weltwirtschaft hat seit 1991 keine Rezession mehr erlebt, als einziges OECD-Land selbst während der globalen Finanzkrise 2008 nicht. Vielmehr wuchs die Wirtschaft des Landes.

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8:20 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern: Restaurants dürfen Samstag wieder öffnen

Schon ab kommenden Samstag dürfen Restaurants in Mecklenburg-Vorpommern wieder Gäste bewirten. Darauf einigte sich die Landesregierung von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) mit den Tourismus-, Hotel- und Gaststättenverbänden, berichtet die „Bild“ unter Berufung auf eigene Informationen. Allerdings gelten Auflagen: Gaststätten dürfen nur von 6 bis 21 Uhr öffnen, die Tische müssen vorher reserviert werden. Lesen Sie mehr…

8:11 Uhr: Israels Regierung lockert weitere Corona-Beschränkungen

Israel hat seine Corona-Beschränkungen deutlich gelockert. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Montagabend in einer Fernsehansprache, dass die wegen des Virus verhängten Restriktionen der Bewegungsfreiheit mit sofortiger Wirkung aufgehoben seien. Bislang durften die Menschen sich nicht mehr als 100 Meter von ihren Häusern oder Wohnungen entfernen, außer für den Weg zur Arbeit, zum Supermarkt, Krankenhaus oder der Apotheke.

Auch Familienbesuche bei den Großeltern sind wieder erlaubt. Ferner sind Versammlungen von bis zu 20 Menschen in der Öffentlichkeit zugelassen, sofern weiterhin ein Abstand von zwei Metern gewahrt und eine Atemschutzmaske getragen wird. Außerdem dürfen Einkaufszentren und Freiluftmärkte ab Donnerstag wieder öffnen.

Netanjahu stellte in Aussicht, dass ab 14. Juni die für Menschenansammlungen geltenden Corona-Restriktionen ganz wegfallen könnten, wenn weitere Fortschritte im Kampf gegen das Virus erzielt würden.

8:07 Uhr: Corona-Veröffentlichungen aus Deutschland am meisten zitiert

Die Veröffentlichungen deutscher Institute und Universitäten werden in der Coronakrise weltweit am meisten zitiert. Das ergibt eine Untersuchung des deutschen Instituts für Wirtschaft (IW), über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben) berichten. Danach haben US-Forscher zwar am meisten zum Thema Coronavirus veröffentlicht, aber Veröffentlichungen von deutschen Institutionen und Unis finden weltweit mehr Beachtung.

Die Studie untersuchte mithilfe von bibliometrischen Daten von Europe PubMed Central die Entwicklungen zum Thema „Coronavirus“, „COVID-19“ und „SARS-CoV-2“ in den Wissenschaften für den Zeitraum vom 1. Dezember 2019 bis 25. April 2020, berichten die Zeitungen. Neben der reinen Anzahl an Publikationen wurde eine Gewichtung verwendet, um die Qualität der Veröffentlichungen zu berücksichtigen.

Die Forscher schreiben in ihrem Fazit, die ländervergleichende Analyse betone die führende Rolle Deutschlands bei den internationalen Kraftanstrengung gegen das Virus. „Die Analyse nach Standorten und Institutionen zeigt das enorme Potential der deutschen Forschung“, schreiben die IW-Autoren.

8.00 Uhr: Esken hält „normalen“ Unterricht derzeit für undenkbar

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken stimmt Eltern mit Schulkindern auf eine lange Phase ohne regulären Schulbetrieb ein. „Ein `normaler` Unterricht ist derzeit undenkbar, auch nicht im neuen Schuljahr“, sagte Esken der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstagsausgabe). Die SPD-Chefin rechnet damit, dass die Schulen wegen des Abstandsgebotes auch nach den Sommerferien lediglich einen Schichtunterricht in kontrollierbaren kleinen Gruppen anbieten können, begleitet von digital gestützten Lernangeboten für zu Hause.

„Wie lange das so bleibt, hängt womöglich davon ab, wann ein Impfstoff kommt. Schuleltern brauchen jetzt klare Strukturen, auf die sie sich verlassen und mit denen sie planen können“, forderte Esken, die von 2012 bis 2014 Vize-Vorsitzende des Landeselternbeirats in Baden-Württemberg war. Deshalb müssten Schulen nun ein System aus Präsenz- und Fernunterricht aufbauen, das im neuen Schuljahr Bestand habe. Die verbleibende Zeit bis zu den Sommerferien, je nach Bundesland sieben bis zwölf Wochen, sei dafür „die Entwicklungs- und Testphase“.

Damit das Schichtmodell gelingt, kann sich die 58-Jährige auch Samstagsunterricht vorstellen. „Mit dem Samstag könnten alle Schüler drei Tage pro Woche in die Schule kommen. Auch die Eltern hätten damit einen brauchbaren Rhythmus“, so die SPD-Politikerin. Um Eltern in der Corona-Zeit finanziell zu entlasten, plädiert die SPD-Vorsitzende für einen Kinderbonus, wie er auch 2009 im Zuge der Finanzkrise gezahlt wurde.

7:55 Uhr: US-Senat tagt nach fünfwöchiger Corona-Sitzungspause wieder

Nach einer fünfwöchigen Sitzungspause wegen der Coronavirus-Pandemie hat der US-Senat am Montag wieder getagt. Die hundert Senatoren, von denen mehr als die Hälfte 65 Jahre oder älter sind und daher zur Risikogruppe gehören, kamen zu ihrer ersten regulären Sitzung seit dem 25. März zusammen. Die meisten Senatoren trugen Masken, darunter auch der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell. Er forderte seine Kollegen auf, sich „so klug und sicher wie möglich“ zu verhalten.

In ungewohnter Einigkeit hatten Demokraten und Republikaner am Wochenende ein Angebot der Regierung von Präsident Donald Trump zurückgewiesen, ihnen für ihre Rückkehr ins Parlament Corona-Schnelltests bereitzustellen. McConnell und die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, versicherten in einer gemeinsamen Erklärtung, sie seien „dankbar“ für das Angebot des Präsidenten, würden es aber „respektvoll ablehnen“.

Die Parlamentarier wollten nicht riskieren, dass die Corona-Tests an wichtigerer Stelle fehlten, erläuterten Pelosi und McConnell. Am Freitag hatte Trumps Regierung angekündigt, tragbare Testgeräte in den Senat zu schicken, um eventuelle Coronavirus-Infektionen festzustellen. McConnell und Pelosi erklärten jedoch, das Parlament werde das übliche Verfahren bei Corona-Tests einhalten, bis „diese schnelleren Technologien in größerem Umfang verfügbar sind“. Das Repräsentantenhaus, dem 435 Parlamentarier angehören, will diese Woche noch nicht wieder tagen.

Lesen Sie auch: Covid-19: US-Regierung rechnet mit 3000 täglichen Todesfällen bis Juni

7:53 Uhr: EU-Kommissarin gegen Gutschein-Lösung

EU-Verkehrskommissarin Adina Valean zufolge kann kein Fluggast dazu gezwungen werden, einen Gutschein statt einer Rückerstattung zu akzeptieren, wenn die Reise corona-bedingt ausfällt. Die europäischen Fluggastrechte gelten auch in Coronazeiten, schreibt Valean in einem Papier, über das das ARD-Hauptstadtstudio berichtet. Vorausgegangen war ein gemeinsamer Brief der Bundesminister Scheuer, Altmaier und Lambrecht, die gefordert hatten, dass es „zielführend“ wäre, „wenn die Europäische Kommission temporär auch ohne Zustimmung des Fluggastes eine Ausgabe von Gutscheinen statt Rückerstattung durch die Luftfahrtunternehmen ermöglicht“.

In ihrer Antwort an die Minister verweist Valean auf „viele Zuschriften von frustrierten Passagieren, die zurecht eine mangelnde Rückerstattungspolitik der Fluggesellschaften anmahnen“. Deshalb sei es der EU-Kommission „wichtig, an unseren Verbraucherrechten festzuhalten und den Fluggesellschaften bei Liquiditätsproblemen auf andere Weise helfen“. Statt verpflichtenden Gutscheinen empfiehlt Valean, „Gutscheine für Verbraucher wirtschaftlich interessant zu machen“ und „diese gegen Insolvenz abzusichern“.

Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios will die EU-Kommission Mitte Mai genauere Empfehlungen zum weiteren Vorgehen vorlegen.

7:42 Uhr: Luxemburg lockert Corona-Maßnahmen

Luxemburg lockert ab kommender Woche seine Corona-Maßnahmen. Regierungschef Xavier Bettel kündigte am Montagabend eine schrittweise Rückkehr zum „sozialen Leben“ an. „Wir können wieder Kontakt zu Familie und Freunden haben“, sagte er. Ab dem kommenden Montag dürfen sich wieder bis zu 20 Menschen im Freien treffen, in geschlossenen Räumen sind sechs Menschen erlaubt. Sie müssen sich aber an Abstandsregeln halten und Masken tragen.

Auch Geschäfte sollen ab dem 11. Mai wieder öffnen dürfen. Dies gilt auch für Friseure und Schönheitssalons. Die Kunden müssen allerdings Termine vereinbaren. Auch Bibliotheken und Museen sollen unter Auflagen wieder öffnen.

Ende April hatte Luxemburg angekündigt, seine gesamte Bevölkerung auf das Virus zu testen. Alle gut 600.000 Einwohner sollten binnen eines Monats untersucht werden. Bislang wurden in dem Großherzogtum 3828 Infektionen nachgewiesen, 96 der Infizierten starben.

Montag, 4. Mai

21:30 Uhr. Türkei beginnt mit Öffnung

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Montag eine schrittweise Lockerung der Corona-Maßnahmen angekündigt. Demnach dürfen Senioren sowie Kinder und Jugendliche künftig wieder vier Stunden am Tag ihre Wohnungen verlassen. Senioren dürfen ab Sonntag ins Freie, Kinder und Jugendliche erst ab Mitte kommender Woche. Zudem dürfen Einkaufszentren und Friseursalons unter Auflagen ab dem 11. Mai wieder öffnen, wie Erdogan ankündigte.

„Wir werden allmählich zum normalen Leben zurückkehren“, sagte Erdogan in Istanbul nach einer Kabinettssitzung, die per Videokonferenz abgehalten wurde. Die ganztägigen Ausgangssperren am Wochenende, die für 31 Städte wie Ankara und Istanbul gelten, sollen seinen Angaben zufolge aber vorerst beibehalten werden.

Die Türkei hat mehr als 127.000 Infektionsfälle gemeldet. 3461 positiv getestete Menschen starben. Seit einigen Tagen hat sich der Zuwachs bei den Infektions- und Totenzahlen jedoch verlangsamt. Die Türkei hat Schulen geschlossen und Kultur- und Sportveranstaltungen verboten.

20:00 Uhr: Frankreich meldet etwas über 300 Todesfälle und immer weniger Intensivpatienten

306 Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden in französischen Krankenhäusern und Altenheimen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben, teilte die Gesundheitsbehörde DGS am Montagabend mit. Die Gesamtzahl der Toten stieg damit auf 25.201.

Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen ist den Angaben zufolge weiter rückläufig. Sie habe sich am Montag um 123 Patienten verringert, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Insgesamt werden fast 3700 Patienten stationär, aber nicht notwendigerweise intensiv.in französischen Krankenhäusern behandelt.

17:45 Uhr: Einer der ersten aus Italien eingeflogenen Corona-Patienten verlässt Klinik

Einer der ersten aus Italien nach Deutschland eingeflogenen Corona-Patienten hat das Krankenhaus verlassen. Nach sechswöchiger intensivmedizinischer Behandlung wurde der 57-Jährige aus Bergamo am Montag von Mitarbeitern des Universitätsklinikums Leipzig verabschiedet. Er wurde anschließend in ein Rehabilitationszentrum verlegt. Auf eigenen Wunsch bleibt er der Klinik zufolge für die Reha in Sachsen.

Felice Perani und ein weiterer Patient waren am 24. März als erste Covid-19-Kranke aus Italien nach Deutschland gebracht worden. Der zweite Patient, ebenfalls ein 57-Jähriger aus Bergamo, starb allerdings an seiner schweren Erkrankung.

Perani dankte den Leipziger Ärzten bei seinem Abschied am Montag mit den Worten: „Sie haben mir das Leben gerettet – wäre ich nicht hierhergekommen, wäre ich nun tot.“ Nach Angaben der Ärzte war sein Zustand bei der Ankunft in Deutschland äußerst kritisch gewesen.

Auch andere Kliniken in Sachsen und in weiteren Bundesländern hatten Corona-Patienten aus Italien und auch aus Frankreich zur Behandlung aufgenommen.

17:40 Uhr: Deutschland sagt 525 Millionen Euro bei Corona-Geberkonferenz zu

Bei der internationalen Online-Geberkonferenz zum Kampf gegen das Coronavirus hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für Deutschland 525 Millionen Euro zugesagt. Die von der EU-Kommission organisierte Konferenz sei „ein Signal der Hoffnung in so schwierigen Stunden für viele Länder“, sagte Merkel am Montag in einer Video-Übertragung. Die Pandemie sei eine globale Herausforderung, die sich auch nur global besiegen lasse.

Erklärtes Ziel der Geberkonferenz sind Zusagen in Höhe von 7,5 Milliarden Euro. Laut EU-Kommission sollen vier Milliarden davon in die Entwicklung eines Impfstoffs fließen, mit zwei Milliarden Euro sollen die Behandlungsmöglichkeiten und mit 1,5 Milliarden Euro die Testkapazitäten weltweit ausgeweitet werden.

„Wir werden auch unsere humanitäre Hilfe erhöhen, denn wir wissen, dass diese Pandemie dramatische Auswirkungen hat“, sagte Merkel. Sie verwies darauf, dass nun in Afrika im Windschatten der Pandemie wieder die Zahl der Malaria-Erkrankungen zunehme. „Die Schäden, die durch diese Pandemie ausgelöst werden, sind viel vielfältiger als nur diese Pandemie selbst.“

12:48 Uhr: Japan verlängert Ausnahmezustand bis 31. Mai

Japans Regierungschef Shinzo Abe hat den wegen der Corona-Pandemie ausgerufenen Ausnahmezustand bis zum 31. Mai verlängert. Abe hatte bereits am 7. April über Tokio und sechs weitere Regionen den Ausnahmezustand verhängt und ihn wenige Tage später auf das gesamte Land ausgedehnt. Die Zahl der neuen Infektionen im Land habe zwar abgenommen, doch nicht in dem erhofften Ausmaß, sagte der Regierungschef am Montag. Nach wie vor stehe der Gesundheitssektor unter Druck, deshalb sei er auf die „fortdauernde Kooperation der Menschen“ angewiesen.

Der Ausnahmezustand ermöglicht es den Gouverneuren der Regionen, allen Bewohnern mit Nachdruck zu empfehlen, zu Hause zu bleiben. Zudem können sie die Schließung von Geschäften nahelegen sowie anordnen, dass bestimmte Gebiete oder Gebäude für medizinische Zwecke genutzt werden müssen. Ausgangssperren und andere strikte Verbote wie in anderen Ländern dürfen die Behörden in Japan jedoch nicht verhängen.

Mit offiziell 15.000 Infektions- und 510 Todesfällen ist die Krise in Japan deutlich geringer als etwa in den USA und Teilen Europas. Experten fürchten jedoch, eine plötzliche Zunahme der Fälle könnte das Gesundheitssystem überfordern. So kommen etwa auf 100.000 Japaner nur fünf Betten auf den Intensivstationen, zudem wird deutlich weniger getestet als in den meisten anderen Industrieländern.

12:45 Uhr: Einer der ersten aus Italien eingeflogenen Corona-Patienten kann nach Hause

Einer der ersten aus Italien nach Deutschland eingeflogenen Corona-Patienten kann wieder nach Hause. Nach sechswöchiger intensivmedizinischer Behandlung sollte der 57-Jährige aus Bergamo am Montagmittag das Universitätsklinikum Leipzig verlassen, wie die Klinik mitteilte.

Felice Perani und ein weiterer Patient waren am 24. März als erste Covid-19-Kranke aus Italien nach Deutschland gebracht worden. Der zweite Patient, ebenfalls ein 57-Jähriger aus Bergamo, starb allerdings an seiner schweren Erkrankung.

Auch andere Kliniken in Sachsen und in weiteren Bundesländern hatten Corona-Patienten aus Italien und auch aus Frankreich zur Behandlung aufgenommen.

12:40 Uhr: Niedersachsen will Gastronomie ab Montag mit Einschränkungen öffnen

Niedersachsen will die Gastronomie ab dem kommenden Montag mit Einschränkungen wieder öffnen. Restaurants, Gaststätten und Biergärten sollen dann mit maximal der Hälfte der Plätze für Gäste öffnen können, sagte Landeswirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) am Montag in Hannover. Zudem soll eine Reservierungspflicht gelten.

Ein Doppelklick auf die Bundesländer hebt die Werte im Diagramm hervor. Ein Bewegen des Cursors über das Diagramm, zeigt die Werte der Datenpunkte an.

10:57 Uhr: Portugal beginnt mit Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen

Portugal hat mit der Lockerung der vor mehr als sechs Wochen wegen der Corona-Pandemie verhängten Beschränkungen begonnen. Kleine Geschäfte, Friseursalons sowie Autohändler durften ihren Betrieb am Montag wieder aufnehmen. In öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften gilt eine Maskenpflicht. Wer sich in Bussen und Bahnen nicht daran hält, riskiert eine Geldstrafe von bis zu 350 Euro.

Der wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus am 19. März ausgerufene nationale Notstand wurde am Sonntag aufgehoben. Die Portugiesen sind aber weiterhin aufgefordert, wenn möglich, zuhause zu bleiben. Geschäfte dürfen künftig ab 10.00 Uhr morgens öffnen, sofern sie die Einhaltung der Abstandsregeln sicherstellen. Friseure und Beauty-Salons dürfen Kunden nur nach vorheriger Terminvereinbarung empfangen.

10:53 Uhr: EU genehmigt Milliarden-Staatshilfen für Air France

Die EU-Kommission hat wegen der Corona-Krise staatliche Milliardenhilfen Frankreichs für die Fluggesellschaft Air France genehmigt. Das Paket im Umfang von sieben Milliarden Euro gebe der Airline Finanzmittel, die für die Bewältigung der Folgen der Pandemie dringend benötigt würden, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Montag. Sie lobte, dass die französische Regierung die Fluggesellschaft dabei verpflichte, bestimmte Umweltziele einzuhalten.

Die Hilfen Frankreichs bestehen aus staatlichen Garantien für vier Milliarden Euro Bankkredite sowie einem Darlehen von drei Milliarden Euro, das direkt von der Regierung kommt. Im Gegenzug muss Air France bestimmte Rentabilitätsziele erfüllen und den CO2-Ausstoß senken.

Die Hilfen seien notwendig und verhältnismäßig und entsprächen den EU-Vorgaben für die Beseitigung „einer beträchtlichen Störung im französischen Wirtschaftsleben“, erklärte die Kommission. Ohne staatliche Unterstützung bestehe die Gefahr, dass Air France wegen des Geschäftseinbruchs infolge der Corona-Krise bankrott gehe. „Dies würde der französischen Wirtschaft wahrscheinlich schweren Schaden zufügen.“ Die EU-Kommission hatte Mitte März die Vorgaben für Staatsbeihilfen wegen der Corona-Pandemie deutlich gelockert. Seitdem hat die Behörde alle wegen der Krise beantragten Maßnahmen aus den Mitgliedstaaten genehmigt.

10:43 Uhr: Historisch schlechte Konsumlaune sinkt weiter

Finanzielle Sorgen der Verbraucher in der Corona-Krise haben die historisch schlechte Konsumstimmung weiter gedrückt. Das vom Handelsverband Deutschland (HDE) am Montag veröffentlichte Konsumbarometer fiel im Mai abermals und erreichte einen neuen Tiefststand seit Beginn der Befragungen im Oktober 2016. Gleichzeitig habe sich die Verbraucherstimmung weiter eingetrübt.

Auch nach ersten Lockerungen der Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der Pandemie „nimmt der Pessimismus der Verbraucher weiter zu“, erklärte der Verband. Er führte die Kaufzurückhaltung insbesondere „auf zunehmende Unsicherheiten bei der weiteren Entwicklung des Arbeitsmarktes“ zurück. Da die meisten Konsumenten „offensichtlich davon ausgehen, künftig weniger Einkommen zur Verfügung zu haben“, seien sie bei Neuanschaffungen entsprechend vorsichtiger.

Das Konsumbarometer basiert auf einer Umfrage unter 2000 Verbrauchern; es bildet die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten ab. Aus Sicht des HDE lässt diese sich durch weitere Lockerungen nicht sofort verbessern, der private Konsum werde in jedem Fall „noch eine sehr lange Zeit durch Zurückhaltung geprägt sein“.

9:54 Uhr: NRW-Familienminister droht mit Alleingang bei Kita-Öffnung

Der nordrhein-westfälische Familienminister Joachim Stamp (FDP) hat bei der Öffnung von Kitas mit einem nationalen Alleingang gedroht, sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch keinen einheitlichen Öffnungskurs beschließen. „Ich möchte jetzt gerne unseren Weg gehen. Wir lassen uns nicht noch eine Woche vertrösten“, sagte der stellvertretende NRW-Ministerpräsident im Podcast „Morning Briefing“ von Gabor Steingart. Die Landesregierung plant zudem, Besuche in Pflegeheimen wieder zu erlauben.

Die Situation von Familien und Kindern in der Corona-Krise sei in den vergangenen Tagen und Wochen zu kurz gekommen, kritisierte der FDP-Politiker. „Ich finde, das geht so nicht.“ Die Familienminister der Länder hätten „klare Wege aufgezeigt“ und ein „Konzept der schrittweisen Öffnung“ vorgelegt, hob Stamp hervor.

Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) will auch Besuche in Pflegeheimen wieder zulassen. Er sei überzeugt, „dass man Besuche bei Einhaltung von strikten Sicherheitsstandards wieder möglich machen kann und muss, wohlwissend, dass wir dabei ein zusätzliches Risiko für Bewohner und Pflegekräfte eingehen“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ („FAZ“, Montagsausgabe).

9:49 Uhr: Südkorea: Fälle von Reaktivierung des Virus bei Genesenen waren Analysefehler

Berichte aus Südkorea, wonach man genesene Covid-19 Infizierte erneut positiv auf das neuartige Coronavirus testete, gaben den Wissenschaftlern Rätsel auf. Nun folgte die Erklärung, dass es sich bei den erneut positiv getesteten Fällen, laut koreanischen Forschern des Korea Centers for Disease Control and Prevention  um einen Fehler handle. Lesen Sie mehr…

8:55 Uhr: Naturfilm-Produzent: Atempause für Natur nicht überbewerten

Der Naturfilm-Produzent und Autor Jörn Röver warnt davor, die gegenwärtige Atempause, die die Natur durch die Corona-Pandemie bekommt, überzubewerten. Nötig sei ein grundsätzliches Umdenken, sonst werde in Sachen Umweltverschmutzung alles wieder wie vor der Krise sein – oder noch schlimmer, sagte Röver dem Nachrichtenportal Watson. Die jetzigen Erleichterungen für Natur und Tierwelt seien nur „minimale Einmal-Effekte“.

Mit Blick etwa auf das plötzlich klare Wasser in Venedigs Kanälen sagte er: „Da wird halt der Schlamm, der mit Schadstoffen belastet ist, nicht aufgewirbelt.“ Das sei vorbei, sobald die Schiffe wieder fahren. „Der Dreck ist ja nicht weg“, so Röver. Er sehe sogar die Gefahr, dass viele Staaten nach der Krise „in einen Nachhol-Effekt verfallen und für vermeintliche Luxusdinge wie Umweltschutz kein Geld mehr haben“ werden.

Doch Corona könne auch ein Weckruf für die Menschheit sein. Die Krise sei „ein kleiner Hinweis aus der Natur, wie groß die Kräfte sind, die man entfesseln kann, wenn man glaubt, man sei der Herrscher der Welt“. Die Pandemie zeige, wie schnell alles vorbei sein könne. „Die Menschheit lernt ja am ehesten aus Schockeffekten.“ Die Menschheit könne nicht ständig weiterwachsen und immer mehr verbrauchen, ohne am Ende dafür zu bezahlen. Er hoffe aber, dass viele Politiker und Menschen in der Welt aus dem Schock der Coronakrise ableiteten, mit der Natur künftig anders umzugehen, sagte Röver.

8:51 Uhr: Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (Infizierte / Differenz zum Vortag / Tote):

Bundes­land Elektro­nisch über­mittelte Fälle
An­zahl Dif­fe­renz zum
Vor­tag
Fälle/ 100.000 Einw. Todes­fälle
Baden-Württem­berg 32.411 +120 293 1.421
Bayern 42.997 +205 329 1.926
Berlin 6.010 +34 160 154
Brandenburg 2.914 +9 116 122
Bremen 893 +18 131 30
Hamburg 4.636 +5 252 166
Hessen 8.549 +25 136 372
Mecklenburg-
Vor­pommern
699 +1 43 18
Niedersachsen 10.325 +42 129 456
Nordrhein-West­falen 33.560 +132 187 1.290
Rhein­land-Pfalz 6.150 +17 151 177
Saarland 2.608 +3 263 139
Sachsen 4.702 +6 115 167
Sachsen-Anhalt 1.578 +2 71 45
Schles­wig-Holstein 2.788 +50 96 113
Thüringen 2.355 +10 110 96
Gesamt 163.175 +679 196 6.692

Nicht jeder, der infiziert ist, erkrankt am Virus. 80 Prozent aller Corona-Infektionen verlaufen mild. Nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts werden alle Todesfälle von Patienten, bei denen eine Corona-Infektion nachgewiesen wurde, als „Corona-Tote“ gewertet. Vorerkrankungen werden nicht berücksichtigt. Bei der Influenza ist das anders.

8:45 Uhr: Italien lockert nach neun Wochen seine strikte Ausgangssperre

In Italien sind am Montag nach neun Wochen erstmals die strikten Beschränkungen in der Corona-Krise landesweit gelockert worden. Die 60 Millionen Italiener durften wieder spazieren gehen und Verwandte besuchen. Auch die Industrie und die Bauwirtschaft nehmen den Betrieb wieder auf. Restaurants dürfen Essen zum Abholen verkaufen und weitere Geschäfte öffnen. Von der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wird weiterhin abgeraten, und in öffentlichen Gebäuden herrscht Maskenpflicht.

In Italien, das mit fast 29.000 Toten die höchste Opferzahl in Europa zu beklagen hat, gilt seit dem 9. März eine strikte Ausgangssperre. „Wir empfinden eine Mischung aus Freude und Angst“, erzählte der 40-jährige Stefano Milano in Rom. Er freue sich darauf, seine Eltern und Schwiegereltern wiederzusehen. „Aber wir sind auch besorgt, weil sie alt sind und mein Schwiegervater Krebs hat und damit zur Risikogruppe gehört.“

Eine einheitliche Rückkehr zur Normalität ist in dem dezentral organisierten Land schwierig, da die 20 Regionen jeweils eigene Regeln festlegen können. Tatsächlich öffnet Ligurien seine Strände, in der Region Emilia-Romagna bleiben sie gesperrt. Die Region Marken wiederum lässt nur Spaziergänge am Strand zu. Und allgemein dürfen die Italiener weiterhin ihre Heimatregion nicht verlassen. Unterdessen sind in Venetien und Kalabrien Bars und Restaurants mit Terrassen bereits wieder geöffnet.

8:36 Uhr: Neuer Schutzschirm für Gesundheitswesen tritt am Dienstag in Kraft

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat wegen der Coronakrise wie angekündigt einen weiteren finanziellen Schutzschirm für das Gesundheitswesen aufgespannt. Wegen einbrechender Patientenzahlen werden nun auch Therapeuten, Zahnärzte und Reha-Einrichtungen für Eltern-Kind-Kuren finanziell unterstützt: Das sieht eine Verordnung des Gesundheitsministeriums vor, die laut eines Berichts des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ (Montagsausgaben) am Montag im Bundesanzeiger veröffentlicht wird und damit am Dienstag in Kraft tritt.

Konkret ist geplant, dass Heilmittelerbringer wie zum Beispiel Physiotherapeuten, Logopäden oder Ergotherapeuten 40 Prozent der Vergütung aus dem vierten Quartal 2019 als Einmalzuschuss erhalten. Die Hilfen haben einen Umfang von rund einer Milliarde Euro. Sie werden aus der Reserve des Gesundheitsfonds bezahlt.

Die Verordnung sieht zudem vor, dass Einrichtungen des Müttergenesungswerks und gleichartige Einrichtungen wie zuvor schon stationäre Rehabilitationseinrichtungen 60 Prozent ihrer Einnahmeausfälle aus Mitteln der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds ersetzt werden. Auch für die Pflege gibt es durch die Verordnung Verbesserungen: So wird der monatliche Pauschalbetrag, den die Pflegeversicherung für sogenannte Pflegehilfsmittel in der häuslichen Pflege zahlt, befristet von 40 auf 60 Euro angehoben. Dabei handelt es sich unter anderem um Einmalhandschuhe, Schutzschürzen oder Desinfektionsmittel.

8:24 Uhr: Wirtschaftsweise Schnitzer lehnt Kaufprämien für alle Neuwagen ab

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer lehnt staatliche Kaufprämien für alle Neuwagen ab. „Das ist purer Lobbyismus, genauso wie die Forderung, nun Abstriche bei Umweltauflagen zu machen“, sagte die Münchner Wirtschaftwissenschaftlerin der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe) im Vorfeld des Autogipfels der Bundesregierung am Dienstag. Durch solche mit der Corona-Krise begründeten Kaufanreize würden „Käufe vorgezogen, die in den Folgejahren fehlen“.

Schnitzer kann sich aber grundsätzlich Hilfen für die Autoindustrie vorstellen. „Eine Kombination von Kaufprämien zum Beispiel für Elektro-Autos, verbunden mit Investitionen in Ladeinfrastrukturen könnte schon sinnvoll sein“, sagte sie der „Rheinischen Post“.

Zugleich warnte sie vor einer Überlastung der künftigen Generationen durch staatliche Corona-Hilfsprogramme. „Die Verschuldung wird durch die Corona-Krise steigen, und wir müssen verhindern, dass sie allein den künftigen Generationen aufgebürdet wird“, sagte sie.

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8:20 Uhr: Trump: USA verfügen bis Jahresende voraussichtlich über Corona-Impfstoff

Die USA werden nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump voraussichtlich bis Jahresende über einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus verfügen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir am Ende des Jahres, bis Ende des Jahres einen Impfstoff haben“, sagte Trump am Sonntag in einer Sendung des US-Fernsehsenders Fox News, die aus dem Lincoln Memorial in Washington gesendet wurde.

An einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus wird derzeit in aller Welt fieberhaft geforscht. Nur mit einer Handvoll Präparaten laufen bereits klinische Tests. Die WHO und große Pharmalabore gehen davon aus, dass die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs bis zur Marktreife mindestens zwölf bis 18 Monate dauert. Lesen Sie mehr…

8:13 Uhr: Kanada investiert wegen Corona in Telemedizin und psychologische Online-Beratung

Wegen der Corona-Krise steckt Kanadas Regierung 240 Millionen kanadische Dollar (155 Millionen Euro) in den Ausbau der Telemedizin und der psychologischen Betreuung via Internet. Wie Premierminister Justin Trudeau am Sonntag in einer Pressekonferenz sagte, soll mit dem Geld insbesondere die Schaffung neuer Plattformen und Apps gefördert werden, die den Menschen „Strategien zur Bewältigung ihres Stresses“ wegen der Corona-Krise vermittelten.

Mit dem Ausbau der Telemedizin, also der medizinischen Diagnostik und Beratung via Internet, soll laut Trudeau die Corona-Pandemie weiter eingedämmt werden. „Wenn wir Apps nutzen können, um ein Essen zu bestellen oder für Video-Konferenzen, um im Kontakt mit der Familie zu bleiben, können wir die neuen Technologien auch nutzen, um uns gegenseitig gesund zu halten“, sagte Trudeau.

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8:06 Uhr: Zahl der Corona-Fälle in Brasilien steigt auf über 100.000

Die Zahl der Corona-Fälle in Brasilien hat die Schwelle von 100.000 überschritten. Es seien 101.147 Infektionen nachgewiesen worden, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit. 7025 Menschen seien nach einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Damit verzeichnet Brasilien inzwischen mehr Sterbefälle als Deutschland und weist die siebthöchste Zahl an Corona-Toten weltweit auf.

Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infizierten in Brasilien deutlich über den offiziellen Angaben liegt, da dort nur schwer erkrankte Menschen auf das Coronavirus getestet werden.

Trotz der angespannten Lage lehnt Präsident Jair Bolsonaro die von den Gouverneuren brasilianischer Bundesstaaten verhängten Ausgangsbeschränkungen weiterhin ab. Am Sonntag bezeichnete er die Maßnahmen mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen als „unverantwortlich und unzulässig“. Das Land werde dafür einen „hohen Preis zahlen“ müssen, sagte der rechtsradikale Staatschef vor tausenden Anhängern in der Hauptstadt Brasília.

8:02 Uhr: Keine Quarantäne in Frankreich bei Einreise aus anderem EU-Land

Die wegen der Corona-Pandemie geplanten Quarantäne-Regeln in Frankreich fallen weniger strikt aus als zunächst angekündigt. Menschen, die aus der EU, dem Schengenraum oder Großbritannien einreisen, seien davon ausgenommen, teilte die Präsidentschaft am Sonntag mit. Dies gelte unabhängig von der Nationalität der Einreisenden. Die Regelungen für Franzosen und andere EU-Bürger, die aus anderen Regionen nach Frankreich reisen oder zurückkehren, sollen den Angaben zufolge in den kommenden Tagen präzisiert werden.

Die französische Regierung hatte am Samstag eine Verlängerung des seit 24. März geltenden Gesundheitsnotstands bis zum 24. Juli beschlossen. Gesundheitsminister Olivier Véran kündigte in diesem Zusammenhang eine zweiwöchige Quarantäne für alle Menschen an, die nach Frankreich einreisen. Der vom Ministerrat verabschiedete Gesetzesentwurf muss noch vom Parlament gebilligt werden, die Beratungen sollen am Montag beginnen.

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(afp/dpa/dts/red)