Das Bildungswesen sabotieren: Verdummung – Ein Problem, das Pädagogen nicht mehr umgehen können (Teil 3)

"Zum ersten Mal in der Geschichte unseres Landes werden die schulischen Fähigkeiten einer Generation die ihrer Eltern nicht übertreffen, nicht gleichwertig sein und sich ihnen nicht einmal annähern", erklärt der Analyst Paul Copperman. Was ist im Bildungssystem geschehen?

Im Gegensatz zu den rebellischen Studentenführern in den 1960er Jahren, die eloquent sprechen konnten, können die heutigen Jugendlichen, die an Demonstrationen teilnehmen und im Fernsehen interviewt werden, ihre Forderungen selten klar formulieren. Es fehlt ihnen an grundlegendem gesunden Menschenverstand und Vernunft. Wie kommt es dazu?

Nach Jean-Jacques Rousseau werden die Menschen gut und frei geboren – und danach von der Gesellschaft verdorben. Daher sei die beste Erziehungsmethode, Kindern freien Lauf zu lassen. Man sollte Schülern nicht die Werte der Eltern oder der Lehrer aufzwingen, sie sollten ihre eigenen Urteile und Entscheidungen treffen.

Der englische Dichter Samuel Taylor Coleridge gab dieser Idee in einer Geschichte einst elegant folgende Antwort:

Thelwall fand es sehr ungerecht, den Geist eines Kindes zu beeinflussen, indem man ihm irgendwelche Meinungen einflößt, bevor er die Volljährigkeit erreicht hat und in der Lage sein sollte, für sich selbst zu entscheiden. Ich zeigte ihm meinen Garten und sagte ihm, es sei mein botanischer Garten. „Wie denn?“, sagte er, „er ist voller Unkraut.“ – „Oh,“ antwortete ich, „nur weil er noch nicht die Volljährigkeit erreicht hat und noch nicht der Zeitpunkt seiner eigenen Entscheidungen gekommen ist. Das Unkraut, das du siehst, hat sich die Freiheit genommen zu wachsen, und ich fand es ungerecht, das Unkraut gegenüber den Rosen und den Erdbeeren zu benachteiligen.“ [14]

Der Hauptgrund ist nicht, dass die Jugendlichen heute nicht mehr so intelligent sind wie früher. Der Grund ist, dass der Kommunismus in aller Stille einen Krieg gegen die nächste Generation führt – und das Bildungssystem als Waffe benutzt.

Dieser Text zeigt am Beispiel der USA, wie die Bildung in freien Gesellschaften durch den Kommunismus sabotiert wird. In ähnlicher Weise werden andere Staaten untergraben, jeder kann selbst erkennen, wie diese Mechanismen in seinem Land angewandt werden. Die Epoch Times veröffentlicht damit den dritten Teil vom 12. Kapitel des neuen Buches „Wie der Teufel die Welt regiert“.

Inhaltsverzeichnis Teil 3

2. Kommunistische Elemente in der Grund- und Sekundarstufe
a) Verdummung der Schüler
b) Die zerstörerische Natur der Reformpädagogik
Von Rousseau zu Dewey
Schüler verwöhnen
Schülerzentierte Bildung
c) Bildung: Ein Mittel zur Verdummung der Studenten
Atheismus und Evolution
Kommunistische Ideologie

Im ersten Teil „Das Bildungswesen sabotieren: Wie Studenten zu dummen Radikalen umerzogen werden“ wurde nach der Einführung  auf das Gespenst des Kommunismus an westlichen Universitäten eingegangen: a) Die stark linksgerichtete Tendenz der Universitätsfakultäten und b) Umgestaltung der traditionellen Lehrfächer durch kommunistische Ideologie.

Im zweiten Teil „Das Bildungswesen sabotieren: Gefühle als objektive Tatsachen werten“ folgten: c) Die Einrichtung neuer akademischer Bereiche zur Verbreitung des Kommunismus, d) Förderung des linken Radikalismus, e) Die großartigen amerikanischen Traditionen leugnen, f) Kampf gegen die Klassiker der westlichen Zivilisation, g) Lehrbücher und Geisteswissenschaften monopolisieren, h) „Um-Erziehung“ in den Universitäten: Gehirnwäsche und Zerstörung der Moral

In den weiteren Teilen wird eingegangen auf: d) Psychologische Manipulationen (Psychologie und Bildung, Relativierung der Moral, „Death Education“ und Drogenprävention, Pornographische Sexualaufklärung, Selbstwertgefühl und Egozentrismus), e) Die Infiltration der Bildung (Kontrolle über die amerikanische Sekundar- und Grundschulbildung, Rolle der Lehrergewerkschaft, Ausschluss des familiären Einflusses in der Kindererziehung, irreführender und diffuser Bildungsjargon, Änderungen in Schulfächern und Unterrichtsmaterialien, Bildungsreform: Ein dialektischer Kampf), 3. Das Ziel: Zerstörung der Bildung in Ost und West sowie zum Abschluss das Fazit: Rückkehr zur traditionellen Bildung

2. Kommunistische Elemente in der Grund- und Sekundarstufe

Obwohl der Kommunismus auf Hochschulniveau am einflussreichsten ist, beeinflusst er auch die Schulbildung der Grund- und Sekundarstufe. Er verwendet eine Vielzahl von Tricks, um die Reife von Kindern zu untergraben, sie zu verdummen und in der Schule schlechter zu machen. Dadurch werden sie anfälliger für die linken Faktoren im Schulsystem. Es bewirkt, dass Generationen von Schülern immer weniger Kenntnisse und ein geringeres Vermögen zur Meinungsbildung, der Reflexion und zum systematischen Denken haben. Das ist seit über hundert Jahren der Fall. Der amerikanische Philosoph und Pädagoge John Dewey (1859-1952) löste den Trend der Reformpädagogik aus. Die späteren Bildungsreformen folgten in der Regel dieser Richtung.

Neben der Vermittlung von Atheismus, Evolutionstheorie und kommunistischer Ideologie beschäftigt sich die Grund- und Sekundarschule in den Vereinigten Staaten mit psychologischer Manipulation, welche die traditionellen Überzeugungen und Moralvorstellungen der Schüler zerstört. Diese vermittelt moralischen Relativismus und moderne Konzepte, welche eine verdorbene Einstellung zum Leben transportieren. Dies geschieht in allen Bereichen des Bildungssystems. Die ausgeklügelten Maßnahmen machen es den Kindern, den Jugendlichen und der Öffentlichkeit fast unmöglich, sich gegen den Abwärtstrend zu wehren.

a) Die Verdummung der Schüler

Die Vereinigten Staaten sind ein demokratisches Land. Von Präsidenten bis hin zu Gesetzgebern, Bürgermeistern und Vertretern der Ausschüsse der Schulbezirke werden alle von Wählern gewählt. Ob demokratische Politik so durchgeführt werden kann, dass sie für alle wirklich von Vorteil ist, hängt nicht nur von der moralischen Ebene der Menschen ab, sondern auch von ihrem Wissensstand und ihren Fähigkeiten. Wenn Wähler nicht über die notwendigen Kenntnisse in Geschichte, den politischen und ökonomischen Gesetzen sowie den gesellschaftlichen Angelegenheiten verfügen, werden sie es schwer haben, ihre Aufgabe zu erfüllen. Sie müssen vernünftige Vertreter wählen, die ihre Entscheidungen auf der Grundlage der langfristigen und fundamentalen Interessen des Landes und der Gesellschaft treffen. Das bringt das Land in eine gefährliche Situation.

Im Jahr 1983 verfassten Experten nach 18 Monaten Forschung im Auftrag des US-Bildungsministeriums den Bericht „A Nation at Risk“ (Eine Nation in Gefahr). Die Autoren schreiben:

„Damit unser Land funktionieren kann, müssen die Bürger in der Lage sein, sich in komplexen Fragen zu einigen, oft kurzfristig und auf der Grundlage widersprüchlicher oder unvollständiger Erkenntnisse. Bildung hilft, dieses gemeinsame Verständnis zu entwickeln. Dies ist ein Punkt, den Thomas Jefferson vor langer Zeit in seinem zu Recht berühmten Ausspruch formulierte: ‚Ich kenne keinen sichereren Aufbewahrungsort für die höchste Macht der Gesellschaft außer den Menschen selbst; und wenn wir denken, dass sie nicht gebildet genug sind, um ihre Verantwortung mit gesundem Verstand auszuüben, ist das geeignete Mittel, sie ihnen nicht zu entziehen, sondern ihre Urteilskraft zu erhöhen.‘“

Menschen mit geringem Wissen und schlechter Kritikfähigkeit sind nicht in der Lage, Lügen und Betrügereien zu erkennen. Die Bildung spielt eine entscheidende Rolle. Indem kommunistische Denkweisen und Faktoren in alle Ebenen des Bildungssystems eindringen, werden die Schüler dümmer, albern und ignorant und damit anfälliger für Manipulationen.

„A Nation at Risk“ (Eine Nation in Gefahr) erklärt weitere Punkte:

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„Die Bildungsgrundlagen unserer Gesellschaft werden derzeit durch eine wachsende Flut von Mittelmäßigkeit untergraben, was dazu führt, dass unsere Zukunft als Nation und als Volk gefährdet ist.“ „Wenn eine feindliche ausländische Regierung versucht hätte, Amerika die mittelmäßige Bildungsleistung, die heute existiert, aufzuzwingen, hätten wir sie vielleicht als Kriegshandlung betrachten müssen.“ „Wir haben sogar die Erfolge der Schüler, die im Zuge der Sputnik-Herausforderung erzielt wurden, verspielt. Darüber hinaus haben wir wesentliche Förderprogramme abgebaut, die dazu beigetragen hatten, diese Fortschritte zu ermöglichen. Wir haben in der Tat einen Akt der undenkbaren, einseitigen Bildungsabrüstung vollzogen.“ [1]

Der Bericht zitierte den Analysten Paul Copperman:

Zum ersten Mal in der Geschichte unseres Landes werden die schulischen Fähigkeiten einer Generation die ihrer Eltern nicht übertreffen, nicht gleichwertig sein und sich ihnen nicht einmal annähern.“

Der Bericht verweist auf einige schockierende Erkenntnisse: Neben den Zensuren der Schüler der USA, die bei internationalen Prüfungen oft am unteren Ende zu finden sind, sind 23 Millionen amerikanische Erwachsene funktionale Analphabeten – das heißt, sie verfügen nur über die grundlegendsten Lese- und Schreibfähigkeiten und sind nicht in der Lage, die Anforderungen eines komplexen modernen Lebens und Arbeitens zu erfüllen. Der Anteil der funktionalen Analphabeten liegt bei den 17-Jährigen bei 13 Prozent und kann bei den Minderheiten 40 Prozent erreichen. Von 1963 bis 1980 verringerten sich die Noten beim Scholastic Aptitude Test (SAT; Schuleignungstest). Dabei gingen die mittleren sprachlichen Leistungen um mehr als 50 Punkte und die mittleren mathematischen Fähigkeiten um fast 40 Punkte zurück.

Viele 17-Jährige verfügen nicht über die intellektuellen Fähigkeiten höherer Stufe, die wir von ihnen erwarten dürften. Fast 40 Prozent können keine Schlussfolgerungen aus schriftlichem Material ziehen, nur ein Fünftel kann einen überzeugenden Aufsatz schreiben, und nur ein Drittel kann eine Rechenaufgabe lösen, die mehrere Schritte erfordert.“ [2]

In den 1980er Jahren begannen Experten des amerikanischen Bildungswesens die „Back to Basics“ Kampagne – aber hat sie geholfen, den Niedergang der amerikanischen Bildung aufzuhalten? Mark Bauerlein, Professor für Englisch an der Emory University in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia veröffentlichte im Jahr 2008 das Buch „The Dumbest Generation“. Das erste Kapitel des Buches bündelt die Ergebnisse von Untersuchungen und Umfragen des Bildungsministeriums und von Nicht-staatlichen Organisationen. Es fasst die Wissenslücken amerikanischer Studenten in Geschichte, Politik, Mathematik, Naturwissenschaften, Technologie, bildender Kunst und anderen Bereichen zusammen. In der Geschichtsprüfung der „National Education Progress Assessment“ (NEAP) im Jahr 2001 erreichten 57 Prozent der Schüler die Bewertung „unter dem Durchschnitt“ und nur 1 Prozent die Bewertung „Oberstufenniveau“. Überraschenderweise antworteten 52 Prozent der Jugendlichen auf die Frage, welches Land im Zweiten Weltkrieg der Verbündete der USA war, Deutschland, Japan und Italien anstelle der Sowjetunion. Auch die Ergebnisse in anderen Bereichen waren enttäuschend. [3]

Der Rückgang der Qualität der Bildung in den Vereinigten Staaten ist für alle offensichtlich. Seit den 90er Jahren taucht der Begriff „Verdummung“ (dumbing down) in vielen Büchern über die amerikanische Bildung auf. „Verdummung“ ist zu einem Problem geworden, das amerikanische Pädagogen nicht mehr umgehen können. John Taylor Gatto, ein Oberlehrer und Bildungsforscher in New York City, schrieb:

Nimm ein Mathematik- oder Sprachlehrbuch der fünften Klasse von 1850 in die Hand und du wirst sehen, dass die damals verfassten Texte das heutige Hochschulniveau darstellen.“ [4]

Um zu vermeiden, dass das amerikanische Bildungssystem schlecht aussieht, musste der „Educational Testing Service“ (ETS) 1994 die Punktzahl der Aufnahmeprüfungen für Hochschulen, den SAT, neu festlegen. Als die Aufnahmeprüfungen 1941 in der heutigen Form begannen, lag die durchschnittliche Punktzahl der Sprachprüfung bei 500 Punkten (Bestnoten sind 800 Punkte). In den 90er Jahren sank der Durchschnittswert auf 424 Punkte. So legte der „Educational Testing Service“ die Punktzahl 424 neu als 500 Punkte fest. [5]

Der Rückgang der Bildungsqualität spiegelt sich nicht nur in der Abnahme der Lesefähigkeit der Schüler wider. Aufgrund der Lücken bei den Grundkenntnissen ist gerade die Fähigkeit zum kritischen Denken bei amerikanischen Schüler stark zurückgegangen. Der Ökonom Thomas Sowell wies in den 90er Jahren darauf hin:

Es ist nicht nur, dass Johnny nicht lesen kann, oder sogar, dass Johnny nicht denken kann. Johnny weiß nicht, was Denken bedeutet – weil das Denken in vielen Schulen so oft mit Gefühl verwechselt wird.“ [6]

Im Gegensatz zu den rebellischen Studentenführern in den 1960er Jahren, die eloquent sprechen konnten, können die heutigen Jugendlichen, die an Demonstrationen teilnehmen und von Fernsehreportern interviewt werden, ihre Forderungen selten klar formulieren. Es fehlt ihnen an grundlegendem gesunden Menschenverstand und Vernunft.

Der Grund für den Rückgang der Noten ist nicht, dass die Schüler heute nicht mehr so intelligent sind wie früher. Der Grund ist, dass der Kommunismus in aller Stille einen Krieg gegen die nächste Generation führt und das Bildungssystem als Waffe benutzt. Charlotte Thomson Iserbyt, eine hochrangige Beraterin des US-Bildungsministeriums und Autorin von „The Deliberate Dumbing Down of America: A Chronological Paper Trail“, sagte in den 1980er Jahren:

Der Grund, warum die Amerikaner diesen Krieg nicht verstehen, ist, dass er im Geheimen durchgeführt wird – in den Schulen unserer Nation, um unsere Kinder zu erreichen, die in den Klassenzimmern gefangen sind.“ [7]

b) Die zerstörerische Natur der Reformpädagogik

Mit der Reformpädagogik des frühen zwanzigsten Jahrhunderts begann an den amerikanischen Grund- und Mittelschulen die Abkehr von den Traditionen. Die nachfolgenden Generationen von reformorientierten Lehrern haben eine Reihe von Pseudotheorien und Diskussionen erfunden, die dazu dienten, die Lehrpläne zu ändern, die Lehrmaterialien auszudünnen und die akademischen Standards zu senken. Dies hat der traditionellen Bildung erheblichen Schaden zugefügt.

Von Rousseau nach Dewey

John Dewey (1859-1952) ist der Vater der amerikanischen Reformpädagogik, er wurde maßgeblich von den Ideen des französischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau aus dem 18. Jahrhundert beeinflusst.

Rousseau glaubte, dass die Menschen von Natur aus gut seien und dass soziale Widrigkeiten für ihren moralischen Verfall verantwortlich seien. Er sagte, dass alle Menschen bei ihrer Geburt frei und gleich seien und in einem natürlichen Umfeld jeder seine angeborenen Rechte genießen würde. Er behauptete, dass Ungleichheit, Privilegien, Ausbeutung und der Verlust der angeborenen Freundlichkeit des Menschen Ergebnisse der Zivilisation seien. Für Kinder befürwortete Rousseau ein Modell der „natürlichen Erziehung“, bei der die Kinder sich selbst überlassen werden. Diese Art der Bildung sollte frei von religiöser, moralischer oder kultureller Erziehung sein.

Tatsächlich ist jeder Mensch sowohl mit Barmherzigkeit als auch mit Boshaftigkeit ausgestattet. Wenn die Barmherzigkeit nicht gefördert wird, werden die schlechten Aspekte der menschlichen Natur so weit dominieren, dass die Menschen keine Mittel für zu niederträchtig und keine Sünde für zu böse halten. Mit seiner eleganten Rhetorik zog Rousseau viele irregeleitete Mitstreiter an sich. Die verheerenden Auswirkungen seiner pädagogischen Theorie auf die westliche Bildung können kaum überschätzt werden.

Etwa ein Jahrhundert später setzte Dewey dort an, wo Rousseau aufgehört hatte, und setzte sein zerstörerisches Werk fort. Laut Dewey, der von Darwins Evolutionstheorie beeinflusst wurde, sollten Kinder von der traditionellen Vormundschaft der Eltern, der Religion und der Kultur befreit und entwöhnt werden. Die Kinder sollten die Freiheit erhalten, sich auf ihre Weise an die jeweiligen Bedingungen anzupassen. Dewey war ein Pragmatiker und moralischer Relativist. Er glaubte, dass es keine unumstößliche Moral gäbe. Seiner Meinung nach wären Menschen völlig frei, sie könnten tun und lassen, was sie wollten und sich so verhalten, wie sie es für richtig hielten. Das Konzept des moralischen Relativismus ist ein erster maßgeblicher Schritt, um die Menschheit von den durch die Gottheiten festgelegten moralischen Prinzipien wegzuführen.

Dewey war einer von 33 Personen, der das 1933 verfasste „Humanistische Manifest“, namentlich unterzeichnet hat. Im Gegensatz zu den Humanisten der Renaissance ist der Humanismus des 20. Jahrhunderts in seinem Kern eine Art „weltliche Religion“, die im Atheismus verwurzelt ist. Basierend auf modernen Konzepten wie dem Materialismus und der Evolutionstheorie betrachtet dieser den Menschen als eine Maschine oder die Summe der biochemischen Prozesse.

Das Ziel der Bildung in diesem Zusammenhang ist, Menschen nach den Wünschen des Lehrers zu gestalten und zu lenken – was sich nicht grundlegend von dem durch Marx beschriebenen „neuem sozialistischen Menschen“ unterscheidet. Dewey selbst war ein demokratischer Sozialist.

Der amerikanische Philosoph Sidney Hook (1902-1989) sagte:

Dewey versorgte den Marxismus mit der Erkenntnistheorie und Sozialphilosophie, die Marx zur Hälfte von sich aus erkannt und zur Hälfte in seinen frühen Werken skizziert, aber nicht deutlich ausgedrückt hatte.“ [8]

Im Jahr 1921, als der Bürgerkrieg in Russland tobte, fanden die Sowjets die Zeit, eine 62-seitige Broschüre mit Auszügen aus Deweys Schrift „Democracy and Education“ („Demokratie und Erziehung“) zu drucken. Im Jahr 1929 schrieb der Rektor der Zweiten Staatlichen Universität Moskau, Albert P. Pinkerich: „Dewey kommt Marx und den russischen Kommunisten unendlich nahe.“ [9] Der Biograph Alan Ryan schrieb, dass Dewey „die intellektuellen Waffen für einen annehmbaren sozialdemokratischen, nicht-totalitären Marxismus lieferte“. [10]

Reformpädagogen verbergen nicht im geringsten ihr Ziel, die Einstellung der Schüler zum Leben zu verändern. Um dieses Ziel zu erreichen haben sie alle Aspekte des Lernens, einschließlich der Klassenstruktur, der Unterrichtsmaterialien und -methoden sowie die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern auf den Kopf gestellt. Der Schwerpunkt der Erziehung verlagerte sich vom Lehrer auf die Schüler oder die Kinder. Persönliche Erfahrungen werden als qualitativ besser angesehen als das Wissen aus Büchern. Lehrveranstaltungen rückten gegenüber den Projekten und Aktivitäten in den Hintergrund.

Dewey’s Buch „Democracy and Education“ wird auf Platz fünf der zehn schädlichsten Bücher des 19. und 20. Jahrhunderts durch die konservative amerikanische Zeitschrift „Human Events“ gelistet. Es wurde festgestellt, dass Dewey

die Schulbildung, die sich auf die traditionelle Charakterentwicklung konzentrierte und die Kinder mit solidem Wissen ausstattete, herabsetzte. Er förderte stattdessen im Unterricht die ‚Fähigkeiten‘ des Denkens ohne Grundkenntnisse“. [11]

Kluge Kritiker haben es von Anfang an zu ihrer Aufgabe gemacht, die Reformpädagogik zu thematisieren. Das Buch „And Madly Teach: A Layman Looks at Public School Education“ aus dem Jahr 1949 war eine präzise und umfassende Widerlegung der wichtigsten Grundsätze der Reformpädagogik. [12] Reformpädagogen weisen ihre Kritiker als „Reaktionäre“ ab, und nutzen verschiedene Mittel, um sie zu unterdrücken oder sie zu ignorieren.

Dewey war über fünfzig Jahre als fest angestellter Professor an der Universität von Columbia tätig. Während Dewey die Lehrerausbildung leitete, wurde mindestens ein Fünftel aller Studenten, die als Lehrer für Grund- und Mittelschulen oder mit einem höheren Abschluss die Universität von Columbia verließen, durch ihn ausgebildet. [13] Seither hat sich die Reformpädagogik über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus verbreitet.

Im Gegensatz zu Marx, Engels, Lenin, Stalin oder Mao Zedong hatte Dewey nicht den Wunsch, ein revolutionärer Guru zu werden oder die Welt zu beherrschen. Er war lebenslang Akademiker und Professor, aber das von ihm erfundene Bildungssystem wurde zu einem der mächtigsten Werkzeuge des Kommunismus.

Schüler verwöhnen

Nach Rousseaus Erziehungstheorie werden die Menschen gut und frei geboren, aber von der Gesellschaft verdorben. Daher sei die beste Erziehungsmethode, den Kindern freien Lauf zu lassen und sie ihrer launenhaften Entwicklung folgen zu lassen.

Unter dem Einfluss des Konzepts von Rousseau greifen Reformpädagogen seit Dewey oft diese Art von Ideen auf: Man sollte die Werte der Eltern oder der Lehrer den Schülern nicht aufzwingen; beim Heranwachsen sollten die Kinder ihre eigenen Urteile und Entscheidungen treffen. Der englische Dichter Samuel Taylor Coleridge gab dieser Sichtweise in einer Geschichte einst elegant folgende Antwort:

Thelwall fand es sehr ungerecht, den Geist eines Kindes zu beeinflussen, indem man ihm irgendwelche Meinungen einflößt, bevor er die Volljährigkeit erreicht hat und in der Lage sein sollte, für sich selbst zu entscheiden. Ich zeigte ihm meinen Garten und sagte ihm, es sei mein botanischer Garten. „Wie denn?“, sagte er, „er ist voller Unkraut.“ – „Oh,“ antwortete ich, „nur weil er noch nicht die Volljährigkeit erreicht hat und noch nicht der Zeitpunkt seiner eigenen Entscheidungen gekommen ist. Das Unkraut, das du siehst, hat sich die Freiheit genommen zu wachsen, und ich fand es ungerecht, das Unkraut gegenüber den Rosen und den Erdbeeren zu benachteiligen.“ [14]

Der kluge Dichter nutzte eine Analogie, um seinem Freund das Prinzip zu vermitteln: Ethik und Weisheit müssen, wie bei der Gartenarbeit, mühsam gepflegt werden. Wenn man einen Garten nicht beaufsichtigt, verwildert er. Kinder einfach sich selbst zu überlassen, gleicht einer Übergabe an die immerwährenden Kräfte des Bösen. Es handelt sich um extreme Fahrlässigkeit und Verantwortungslosigkeit. Gut und Böse sind in der menschlichen Natur gleichermaßen vorhanden. Obwohl Kinder im Vergleich zu anderen Menschen schlichter und reiner sind, sind sie auch anfällig für Bequemlichkeit und Trägheit, Neid, Streitereien, Kampfgeist, Egoismus und andere schlechte Eigenschaften. Die Gesellschaft ist wie ein großer Farbeimer. Wenn Kinder mit ihren angeborenen schlechten Eigenschaften (neben den Guten) nicht richtig erzogen werden, dann werden sie, wenn sie volljährig geworden sind, längst durch schlechte Gedanken und schlechte Gewohnheiten verdorben sein. Sie dann zu erziehen, kommt zu spät.

Dieses „Verwöhnen“ der Schülern erreichte seinen Höhepunkt in dem 1960 in Summerhill veröffentlichten pädagogischen literarischen Werk „Ein radikaler Ansatz für die Bildung“. Der Autor des Buches, A.S. Neill, gründete 1921 ein englisches Internat, die Summerhill School, welche Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren aufnahm. Die Schule gab den Kindern völlige Autonomie. Die Kinder konnten entscheiden, ob sie überhaupt in den Unterricht gehen wollten oder nicht. Sie konnte auch entscheiden, ob sie in diese oder nicht lieber in eine andere Klasse gehen wollten. Neils Bildungsverständnis wurde stark von Wilhelm Reich, einem Philosophen der Frankfurter Schule, beeinflusst. Dieser war ein energischer Verfechter der sexuellen Freiheit, und die beiden pflegten einen intensiven Briefwechsel.

Neben der wissenschaftlichen Bildung war die Schule auch extrem nachlässig in Bezug auf Ethik, Disziplin sowie den Beziehungen zwischen Mann und Frau. Alle ihre Werte waren antitraditionell. Jungen und Mädchen konnten sich lässig zu einem Date treffen oder zusammen leben, was die Schule geschehen ließ oder sogar förderte. Neil erlaubte Mitarbeitern und Schülern, nackt und gemeinsam in einem Freibad zu schwimmen. Sein 35-jähriger Stiefsohn lehrte Keramische Kunst und brachte oft ältere Mädchen mit nach Hause. [15]

In seinem Buch schreibt Neil: „Jeder ältere Schüler von Summerhill weiß aus meinen Gesprächen und meinen Büchern, dass ich ein erfülltes Sexualleben für alle befürworte, die es sich wünschen, unabhängig von ihrem Alter.“ [16] Er deutete sogar an, dass er, wenn es nicht gesetzlich verboten wäre, Jungen und Mädchen erlaubt hätte, miteinander zu schlafen. [17] Als „Summerhill“ veröffentlicht wurde, wurde es schnell zu einem Bestseller. Allein in den 1960er Jahren verkaufte es sich über drei Millionen Mal und wurde zu einem „Klassiker“, den die Dozenten der Lehrerausbildung alle Studenten lesen lassen mussten.

Ein altes chinesisches Sprichwort besagt: „Ein strenger Lehrer bringt erstklassige Schüler hervor.“ Im Westen haben Menschen mit Fachwissen und Erfahrung auch festgestellt, dass strenge Lehrer bessere Ergebnisse im Unterricht erzielen. Sie haben auch einen positiveren Einfluss auf das Verhalten ihrer Schüler. [18]

Leider wurden in den Vereinigten Staaten und anderen westlichen Ländern unter dem Einfluss von Progressivismus und Bildungsfreiheit Gesetze erlassen, welche den Spielraum der Eltern und Lehrer im Umgang mit Schülern einschränken. Dies hat dazu geführt, dass Lehrer Angst haben, Schüler zu unterrichten. Die schlechten Gewohnheiten der Schüler werden nicht rechtzeitig korrigiert. Dies führt zu einem markanten Rückgang ihres moralischen Verhaltens und ihrer schulischen Leistungen.

Schülerzentrierte Bildung

Die wichtigste Funktion der Bildung ist die Erhaltung und Weitergabe der traditionellen Kultur der Menschheitsgeschichte. Die Lehrer sind die Schlüsselfiguren, welche die Vergangenheit zum Wohle der Zukunft zusammenfügen. „Ein Lehrer soll das Dao weitergeben, die Lehren vermitteln und Unklarheiten beseitigen“, so ein chinesisches Sprichwort. Deweys reformpädagogisches Denken entzog den Lehrern ihre Autorität und entwertete ihre Wichtigkeit. Diese Haltung ist gegen die Vernunft und gegen den gesunden Menschenverstand – im Grunde genommen gegen die Bildung selbst.

Die Befürworter der Reformpädagogik behaupten, dass der Unterricht den Schüler in den Mittelpunkt stellen und ihn selbstständig erkunden und seine eigenen Antworten finden lassen muss. Doch der Inhalt traditioneller Lehrbücher war eine Zusammenstellung von Tausenden von Jahren menschlicher Zivilisation. Wie kann das von jungen und unwissenden Schüler so rasch durchdrungen werden? Die oftmals nicht erkannte Absicht der Reformpädagogik ist es, die Schüler von ihrer Bindung an die traditionelle Kultur zu trennen. Die Nichtakzeptanz der Autorität der Lehrer im Bildungsprozess ist eine Verneinung ihrer Rolle bei der Weiterführung des gesellschaftlichen Wissens. Das ist das hinterhältige Motiv des Kommunismus.

Daisy Christodoulou’s „Seven Myths About Education“ analysierte und widerlegte sieben weit verbreitete Irrtümer, darunter die Behauptungen, dass Fakten das Verständnis verhindern; dass lehrergeführter Unterricht passiv sei; dass der beste Weg zum Lernen Projekte und Aktivitäten seien; dass die Vermittlung von Wissen Indoktrination wäre und anderes. Die meisten dieser Mythen sind Überreste der Reformpädagogik, doch nachdem sie über mehrere Generationen hinweg weitergegeben wurden, wurden sie zu einer Seuche der Bildungsarbeit. Christodoulou ist Engländerin, und die meisten ihrer Werke verwenden Beispiele aus Großbritannien. An Hand dieser kann man sehen, dass die Konzepte der Reformpädagogik die ganze Welt beeinträchtigt haben.

Nehmen wir zum Beispiel das erste Missverständnis. Die moderne amerikanische Bildung hat die traditionellen Methoden des Auswendiglernen, Vorlesen und Üben als „mechanisches Erinnern“, „routinemäßiges Erlernen“ und „Drill zum Töten“ herabgesetzt. Viele kennen diese Argumente. Rousseau attackierte in seinem Roman „Emil“ das Auswendiglernen sowie den Frontalunterricht und die von Dewey ausgebildeten Reformpädagogen unterstützten solche Theorien.

Im Jahre 1955 schlug der amerikanische Schulpsychologe Benjamin Samuel Bloom (1913-1999) die weltweit bekannte Bloom-Taxonomie vor, eine von ihm entwickelte 6-stufige Taxonomie der Lernziele im kognitiven Lernbereich (Wissen und intellektuelle Fähigkeiten). Diese sechs Stufen sind von niedrig bis hoch unterteilt: Wissen (Erinnern), Verstehen, Anwenden, Analysieren, Bewerten (Synthese), Erschaffen (Evaluation). Die letzten drei werden als Denken höherer Ordnung angesehen, da diese Fähigkeiten eine umfassende Analyse erfordern. Wir analysieren nicht die Stärken und Schwächen der Bloom-Klassifikation selbst. Wir weisen lediglich darauf hin, dass seit dem Vorschlag des Klassifizierungssystems Reformpädagogen unter dem Vorwand, das „höherwertige Denken“ zu fördern, den Unterricht in der Schule in Wahrheit schwächen.

Jeder mit gesundem Menschenverstand weiß, dass ein bestimmtes Basiswissen die Grundlage für die Bewältigung jeder intellektuellen Aufgabe ist. Ohne eine solide Wissensgrundlage sind das sogenannte „höherwertige Denken“, das „kritische Denken“ und das „kreative Denken“ nur Selbstbetrug beziehungsweise Irreführung anderer Menschen. Blooms Klassifizierungssystem bietet eine scheinbar wissenschaftliche Plattform für den unergründlichen Ansatz der Reformpädagogen.

Einer der Schwerpunkte der Theorie des schülerzentrierten Unterrichts ist, dass die Schüler jeweils nach ihren eigenen Interessen wählen, was sie lernen wollen und was nicht. Die Theorie besagt auch, dass Lehrer die Schüler nur in dem unterrichten sollten, was sie interessiert. Diese Idee erscheint auf den ersten Blick sinnvoll, es ist aber leider nicht so. Schüler auf unterhaltsame Weise lernen zu lassen, ist das, was sich jeder Lehrer wünscht. Jedoch haben Kinder nur oberflächliches Wissen und eine beschränkte Sichtweise. Sie können nicht beurteilen, was wichtig ist, zu lernen und was nicht. Lehrer müssen die Verantwortung dafür übernehmen, die Schüler so zu führen, dass sie ihre oberflächlichen Befindlichkeiten überwinden und ihre Ansichten und ihr Wissen erweitern können. Die bloße Berücksichtigung der oberflächlichen Interessen der Schüler führt letztlich zu ihrer permanenten Infantilisierung. Indem sie sich für einen schülerzentrierten Unterricht engagieren, betrügen Pädagogen die Schüler und ihre Eltern – was gegenüber der Gesellschaft unverantwortlich ist.

Studien haben ergeben, dass es in der amerikanischen Gesellschaft die Tendenz gibt, dass Erwachsene länger als in anderen Ländern in einer Art Pubertät verbleiben. Die „National Academy of Sciences“ definierte 2002 die Adoleszenz als den Zeitraum zwischen 12 und 30 Jahren. Die „MacArthur-Stiftung“ ging noch weiter und vertrat die Ansicht, dass eine Person mit 34 Jahren als Erwachsener gilt. [20] Das Bildungssystem und die Medien tragen die Verantwortung für diese erweiterte Zeit der Adoleszenz, in der sich viele Erwachsene befinden.

Eine der Ausreden der Reformpädagogik zur Senkung der Anforderungen im Unterricht ist, dass mit der Förderung der Bildung mehr Menschen in Schulen der Mittelstufe und Oberstufe unterrichtet werden und somit das durchschnittliche Leistungsniveau nicht mehr so hoch sein kann wie in der Vergangenheit. Das ist ein falsches Verständnis. Die Anpassung der Pädagogik an eine demokratische Gesellschaft soll es denen, die bisher nicht die Möglichkeit auf Bildung hatten, ermöglichen, eine solche zu erhalten – jedoch nicht, die Standards zu senken oder jeden durch Qualitätsminderung eine minderwertige Ausbildung erhalten zu lassen.

Die Reformpädagogik erhebt den Anspruch, nutzlose klassische Kurse wie Griechisch und Latein durch zeitgemäße Kurse zu ersetzen. Am Ende führen die meisten Schulen jedoch nicht wirklich qualitativ hochwertige Kurse ein, die für das moderne Leben nützlich sind, wie z.B. Vertiefungskurse in Mathematik, Wirtschaft und moderner Geschichte. Stattdessen fördern Reformpädagogen Klassenfahrten, Kochen, Beauty und Unfallverhütung, die nichts mit Wissenschaft zu tun haben. Die von Reformpädagogen geforderten Verbesserungen des Lehrplans und der Unterrichtsmethoden täuschen sowohl Schüler, die nicht gut informiert sind, als auch Eltern, die sich den Schulen beugen, Lehrer und sogenannte Experten.

Wenn man sich in diesem Kontext einige Lehrmethoden ansieht, die von der Reformpädagogik vorgeschlagen werden, so sind sie nicht unnütz, wenn sie auf einige Themengebiete und Lerninhalte angewendet werden. Betrachtet man jedoch die Bewegung der Reformpädagogik und ihre spezifischen Hintergründe und Auswirkungen, so wird deutlich, dass sich die Reformpädagogik in Opposition zur traditionellen Bildung positioniert, wodurch die Bildung verzerrt und am Ende ruiniert wird.

c) Bildung: Ein Mittel zur Verdummung der Schüler und Studenten

Am 20. April 1999 ermordeten zwei Schüler der Columbine High School in Colorado zehn Schüler und einen Lehrer, sie verletzten bei einem sorgfältig geplanten Massaker über zwanzig Menschen. Die Tragödie schockierte nicht nur die Vereinigten Staaten. Die Leute fragen sich, aus welchen Gründen die beiden Schüler einen so kaltblütigen Angriff verübten und ihre Klassenkameraden und einen Lehrer ermordeten, den sie seit Jahren kannten.

Durch den Vergleich sozialer Phänomene in verschiedenen historischen Perioden stellten Pädagogen fest, dass bis in die 1960er Jahre die Probleme im Verhalten der amerikanischen Schüler Dinge wie Unpünktlichkeit, unerlaubtes Reden im Unterricht oder das Kauen von Kaugummi war. Nach den 1980er Jahren gab es schwerwiegende Phänomene wie Alkoholmissbrauch, Drogenprobleme, vorehelichen Sex, Schwangerschaft, Selbstmord, Banden (Gangs) oder Amokläufe. Der Abwärtstrend beunruhigte diejenigen, die sahen, wie sich die Dinge entwickelten. Aber nur wenige kannten die wahren Ursachen des Wandels – und niemand war in der Lage, in angemessener Weise mit den Störungen umzugehen.

Die Deformation und die Abwärtsspirale der moralischen Maßstäbe der amerikanischen Jugend waren kein Zufall.

Atheismus und Evolution

Dr. Frederick Charles Schwarz (1913-2009), Mediziner, Psychologe und Autor des Buches „You Can Still Trust The Communists: To Be Communists“, und ein Pionier der antikommunistischen Kampagnen der USA, analysierte: „Die drei Grundprinzipien des Kommunismus sind Atheismus, Evolution und wirtschaftlicher Determinismus. Die drei Grundprinzipien des öffentlichen amerikanischen Schulsystems sind Atheismus, Evolution und wirtschaftlicher Determinismus.“ [21] Sein Standpunkt war, dass Schlüsselelemente der kommunistischen Ideologie in die amerikanischen öffentlichen Schulen übernommen wurden. Laut dem wirtschaftlichen Determinismus (lat. festlegen, Grenzen setzen, begrenzen) sind alle, insbesondere auch zukünftige, Ereignisse durch ökonomische Vorbedingungen eindeutig festgelegt.

Das Göttliche hat die Menschheit erschaffen und gab die moralischen Werte vor, die das menschliche Leben regeln sollten. Der Glaube an die Gottheiten legt die moralische Grundlage für die Gesellschaft und bildet die Basis für die Existenz unserer Menschheit. Der Kommunismus verbreitete in den Schulen mit Gewalt den Atheismus und die Evolutionstheorie als Mittel zur Zerstörung der Moral. Das ist in kommunistischen Staaten wie China und der ehemaligen Sowjetunion zu erwarten, wurde aber auch in den Vereinigten Staaten konsequent durchgeführt.

Unter dem Deckmantel der Trennung von Kirche und Staat wehrten sich Linke gegen das Unterrichten der Schöpfungslehre in amerikanischen öffentlichen Schulen, auch wenn sie die Theorie der Evolution förderten. Öffentliche Schulen wagen es nicht, solche Grenzen zu überschreiten. Diese Erziehung führt unweigerlich dazu, dass die Zahl der Gläubigen sinkt, da Kinder mit der Vorstellung indoktriniert werden, dass die Evolutionstheorie wissenschaftliche Wahrheit sei und nicht in Frage gestellt werden dürfe.

Seit den 1960er Jahren verboten Gerichte in den Vereinigten Staaten Bibelstunden in öffentlichen Schulen, ebenfalls unter dem Vorwand der Trennung von Kirche und Staat. Ein Gericht entschied, dass Studenten Meinungs- und Pressefreiheit hätten – es sei denn, das Thema war religiös. Ab diesem Zeitpunkt wurde eine solche Meinungsäußerung verfassungswidrig. [22]

Im Jahr 1987 wurde die Schüler in den öffentlichen Schulen Alaskas angewiesen, das Wort „Christmas“ nicht zu verwenden, da es das Wort „Christus“ enthielt. Ebenfalls im Jahr 1987 entschied ein Bundesgericht in Virginia, dass homosexuelle Zeitungen auf dem Schulgelände verteilt werden dürften, doch religiöse Zeitungen wurden verboten. Und 1993 wurde ein Musiklehrer an einer Grundschule in Colorado Springs wegen angeblicher Verstöße gegen die Trennung von Kirche und Staat daran gehindert, Weihnachtslieder zu singen.[23]

Unterrichts- und Prüfungsmaterialien in den Vereinigten Staaten durchliefen aufgrund der anti-theistischen Ausrichtung des Bildungssystems in Kombination mit jahrzehntelanger politischer Korrektheit eine absurd strenge Kontrolle. Im Jahr 1997 nahm Diane Ravitch (geb. 1938), eine Bildungshistorikerin, einmal an der Überprüfung von Prüfungsinhalten in einer Abteilung des US-Bildungsministeriums teil. Zu ihrer Überraschung wurde die Maxime von Benjamin Franklin, eines der Gründerväter der Vereinigten Staaten, „Gott hilft denen, die sich selbst helfen“, wegen des Wortes „Gott“ im ursprünglichen Zitat in „Menschen sollten versuchen, die Dinge nach Möglichkeit selbst zu regeln“ geändert. [24]

Auf der einen Seite hat das amerikanische Bildungssystem den Glauben an Gott unter dem Vorwand der Trennung von Kirche und Staat aus den Schulen verbannt. Andererseits wurde die Evolutionstheorie mit ihren noch immer ungeklärten Lücken als eine selbstverständliche Wahrheit angesehen, und den Kindern, die keine mentale Unterstützung oder Schutz haben, eingeflößt. Kinder neigen dazu, der Autorität ihrer Lehrer zu vertrauen.

Die Eltern mit religiösem Glauben lehren ihre Kinder, andere zu respektieren. Aber Kinder, die mit der Evolutionstheorie vertraut sind, werden wahrscheinlich die religiöse Erziehung durch ihre Eltern in Frage stellen. Zumindest werden sie die fromme Anleitung ihrer Eltern nicht mehr ernst nehmen. Das hat zur Folge, dass die Schulbildung Kinder von Eltern mit religiösen Überzeugungen wegzieht. Dies ist das schwierigste Problem, mit dem Familien mit religiösem Glauben konfrontiert sind, wenn es um die Erziehung ihrer Kinder geht. Es ist der bösartigste Aspekt des anti-theistischen Bildungssystems.

Kommunistische Ideologie

Im Kapitel Fünf dieses Buches wurde auf die Natur der „Politischen Korrektheit“ eingegangen: Diese wirkt wie die Gedankenpolizei des Kommunismus und ersetzt die wahren moralischen Werte durch eine Reihe verzerrter politischer Normen. Seit den 1930er Jahren hat der Kommunismus allmählich in amerikanische Schulen Einzug gehalten. Seitdem ist die „Politischen Korrektheit“ ausschlaggebend im amerikanischen Bildungssystem. In der Praxis kommt sie in verschiedenen Facetten vor, von denen einige äußerst irreführend sind. Hier einige Beispiele.

Edward Merrill Root (1895-1973) war Erzieher und veröffentlichte in den 1950er Jahren das Buch „Brainwashing in the High Schools“. Er forschte an elf verschiedenen Typen von Lehrmaterialien für den Geschichtsunterricht, die zwischen 1950 und 1952 in Illinois verwendet wurden. Dabei fand er heraus, dass diese die amerikanische Geschichte als die Geschichte eines Machtkampfes zwischen Reich und Arm, zwischen Privilegierten und Unterprivilegierten charakterisierten. Das ist die Essenz des marxistischen ökonomischen Determinismus. Ein solches Lehrmaterial fördert die Entwicklung einer globalen Regierung, die die globalen Anliegen über die der einzelnen Menschen stellt und am Ende zum globalen Sozialismus führt. [25]

Im Jahr 2013 beschloss ein Schulbezirk in Minnesota ein Projekt namens „All for All“, welches den Schwerpunkt des Unterrichts auf die Gleichberechtigung der Rassen legt und sich hier auf die Identitätspolitik bezieht. Diese Ideologie schiebt die Verantwortung für die schlechten Leistungen von Studenten in einigen ethnischen Gruppen auf die systematische Rassendiskriminierung ab, was zu Maßnahmen führt, das „weiße Privileg“ zu beseitigen. Das Projekt verlangt, dass alle pädagogischen Aktivitäten auf der Gleichberechtigung der Rassen beruhen und dass nur Lehrer und Angestellte eingesetzt werden, die sich der Problematik der Rassengleichheit in gewünschter Art und Weise angenommen haben.

Das Projekt begann in den Kindergärten. Und im Englischunterricht der zehnten Klasse konzentrierte sich der Lehrplan auf die Themen Kolonisierung und Migration sowie soziale Konstruktionen von Rasse, Klasse und Geschlecht. Der Lehrplan der elften Klasse forderte:

Bis zum Ende des Jahres wirst du … gelernt haben, wie man marxistische [sic], feministische, postkoloniale [und] psychoanalytische … Sichtweisen auf die Literatur anwendet.“ [26]

Im Juli 2016 verabschiedete Kalifornien einen neuen sozialwissenschaftlichen Rahmenplan für Grund- und Mittelschulen. Der ursprüngliche linksgerichtete Rahmenplan wurde so ausgestaltet, dass er noch stärker wie linke Propaganda aussieht. Inhalte, die in geschichtlichen und geisteswissenschaftlichen Kursen hervorgehoben werden sollten – wie der Gründergeist Amerikas und die militärische, politische und diplomatische Geschichte – wurden verwässert oder ignoriert. Im Gegensatz dazu wurde die Gegenkultur der 1960er Jahre leidenschaftlich hervorgehoben, und es scheint, als wäre diese das Fundament der Nation.

Der Lehrplan beinhaltete auch einen klar antitraditionellen Ansatz für Geschlecht und Familie. Nehmen wir zum Beispiel die Inhalte der Kurse der elften Klasse. Der Rahmenplan sah vor, dass der Schwerpunkt auf den Bewegungen lag, die sich für die Rechte von ethnische Minderheiten, Volksstämmen und Religionen sowie von Frauen und lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgender (LGBT) Amerikanern einsetzen. In Wirklichkeit wurden Religionen selten angesprochen, aber es wurde viel über sexuelle Minderheiten geschrieben. Insbesondere wurden LGBT-Gruppen in den Vordergrund gestellt, sie hatten einen signifikanten Anteil an den Geschichtskursen der elften Klassen. Die LGBT-Abschnitte wurden in einem Stil geschrieben, der eindeutig die „sexuelle Befreiung“ unterstützt. Zum Beispiel wurde im Teil über AIDS suggeriert, dass die Angst der Menschen vor AIDS die „sexuelle Befreiung“ verzögert. [27]

Die Inhalte über Sexualität füllten viele Kapitel und verdrängten andere Inhalte, die für junge Menschen viel wichtiger wären. Zum Beispiel lernen die Schüler im Kurs über den Ersten Weltkrieg kaum etwas über die entscheidende Rolle der US-Armee, sondern sie erfahren, dass amerikanische Soldaten die europäischen Sexualgewohnheiten als befriedigend empfunden haben. [28] Dieser linksgerichtete Lehrplan ist voller Verdrehungen und Vorurteile und führt die Schüler dazu, ihr eigenes Land zu hassen. Obwohl der Rahmenplan vom Bundesstaat Kalifornien beschlossen wurde, hatte er Folgen für die gesamte USA. [29]

Quellen

[1] A Nation at Risk, https://www2.ed.gov/pubs/NatAtRisk/risk.html.
[2] Ibid.
[3] Mark Bauerlein, The Dumbest Generation: How the Digital Age Stupefies Young Americans and Jeopardizes Our Future (New York: Jeremy P. Tarcher/Penguin, 2008), Chapter One.
[4] John Taylor Gatto, Dumbing Us Down: The Hidden Curriculum of Compulsory Schooling (Gabriola Island, BC, Candda: New Society Publishers, 2005), 12.
[5] Charles J. Sykes, Dumbing Down Our Kids: Why American Children Feel Good about Themselves but Can’t Read, Write, or Add (New York: St. Martin’s Griffin, 1995), 148–9.
[6] Thomas Sowell, Inside American Education (New York: The Free Press, 1993), 4.
[7] Charlotte Thomson Iserbyt, The Deliberate Dumbing Down of America: A Chronological Paper Trail (Ravenna, Ohio: Conscience Press, 1999), xvii.
[8] Robin S. Eubanks, Credentialed to Destroy: How and Why Education Became a Weapon (invisibleserfscollar.com, 2013), 48.
[9] Ibid., 49.
[10] Ibid., 45–46.
[11] “Ten Most Harmful Books of the 19th and 20th Centuries,” Human Events, May 31, 2005, http://humanevents.com/2005/05/31/ten-most-harmful-books-of-the-19th-and-20th-centuries/.
[12] Mortimer Smith, And Madly Teach: A Layman Looks at Public School Education (Chicago: Henry Regnery Company, 1949). See also: Arthur Bestor, Educational Wastelands: The Retreat from Learning in Our Public Schools, 2nd ed. (Champaign, Illinois: University of Illinois Press, 1985).
[13] John A. Stormer, None Dare Call It Treason (Florissant, Missouri: Liberty Bell Press, 1964), 99.
[14] I. L. Kandel, “Prejudice the Garden toward Roses?” The American Scholar, Vol. 8, No. 1 (Winter 1938–1939), 77.
[15] Christopher Turner, “A Conversation about Happiness, Review – A Childhood at Summerhill,” The Guardian, March 28, 2014, https://www.theguardian.com/books/2014/mar/28/conversation-happiness-summerhill-school-review-mikey-cuddihy.
[16] Alexander Neil, Summerhill School: A Radical Approach to Child Rearing (New York: Hart Publishing Company, 1960), Chapter 3.
[17] Ibid., Chapter 7.
[18] Joanne Lipman, “Why Tough Teachers Get Good Results,” The Wall Street Journal, September 27, 2013, https://www.wsj.com/articles/why-tough-teachers-get-good-results-1380323772.
[19] Daisy Christodoulou, Seven Myths about Education (London: Routledge, 2014).
[20] Diane West, The Death of the Grown-Up: How America’s Arrested Development Is Bringing down Western Civilization (New York: St. Martin’s Press, 2008), 1–2.
[21] Fred Schwartz and David Noebel, You Can Still Trust the Communists… to Be Communists (Socialists and Progressives too) (Manitou Springs, CO: Christian Anti-Communism Crusade, 2010), back cover.
[22] Stein v. Oshinsky, 1965; Collins v. Chandler Unified School District, 1981.
[23] John Taylor Gatto, The Underground History of American Education: A Schoolteacher’s Intimate Investigation into the Problem of Modern Schooling (The Odysseus Group, 2000), Chapter 14.
[24] Diane Ravitch, “Education after the Culture Wars,” Dædalus 131, no. 3 (Summer 2002), 5–21.
[25] Steven Jacobson, Mind Control in the United States (1985), 16, https://archive.org/details/pdfy-6IKtdfWsaYpENGlz.
[26] “Inside a Public School Social Justice Factory,” The Weekly Standard, February 1, 2018, https://www.weeklystandard.com/katherine-kersten/inside-a-public-school-social-justice-factory.
[27] History Social-Science Framework (Adopted by the California State Board of Education, July 2016, published by the California Department of Education, Sacramento, 2017), 431, https://www.cde.ca.gov/ci/hs/cf/documents/hssfwchapter16.pdf.
[28] Ibid., p. 391.
[29] Stanley Kurtz, “Will California’s Leftist K-12 Curriculum Go National?” National Review, June 1, 2016, https://www.nationalreview.com/corner/will-californias-leftist-k-12-curriculum-go-national/.

Chinesisches Original: http://www.epochtimes.com/
Englische Version: https://www.theepochtimes.com/how-the-specter-of-communism-is-ruling-our-world

Hier die Liste der bereits veröffentlichten Kapitel: Wie der Teufel die Welt regiert

Ein kurzer Ausblick auf die Kapitel, die noch nach und nach veröffentlicht werden:
(13) Die Übernahme der Medien, der Filmindustrie (Hollywood) und des Fernsehen, Verantwortung in die Medien zurückbringen
(14) Partykultur, populäre Kultur, Woodstock, Rockmusik, Drogenmissbrauch, Pornographie, sexuelle Befreiung und Promiskuität, Homosexualität, die Hippie-Kultur, Videospiele, Online-Kultur und spirituelle Leere, die Kultur der Gewalt
(15) Islamischer Terrorismus, Ursprünge des Terrorismus, Sayyid Qutb: Der Marx des islamischen Extremismus, Unterstützung des Terrorismus durch die Kommunistische Partei Chinas, wie gewöhnliche Muslime geopfert werden, verborgene Allianz zwischen Terrorismus und der westlichen radikalen Linken
(16) Die kommunistischen Wurzeln des Umweltschutz, Grün ist das neue Rot, Öko-Terrorismus, Der Mythos des Konsenses über den Klimawandel, Das Dogma „Klimawandel“ in der Gesellschaft etablieren, Warum Umweltwissenschaftler Katastrophenszenarien vorantreiben, mediale Unterdrückung von anderen Meinungen, Politische Infiltration: Aufbau einer Weltregierung, Eine neue Religion des Anti-Humanismus
(17) Globalisierung und Kommunismus, Wirtschaftliche Globalisierung, Polarisierung des Reichtums und ermöglicht kommunistische Ideologie, Westliche Kapitalismus und die Kommunistische Partei Chinas, Politische Globalisierung, Eine Weltregierung führt zu Totalitarismus, Kulturelle Globalisierung, Export antitraditioneller Kultur durch westliche Länder, Multinationale Konzeren, Die UNO verbreitet verzerrte Werte
(18) Das Bestreben der Kommunistischen Partei Chinas, die Vereinigten Staaten zu ersetzen und die Welt zu dominieren, Weltherrschaft der KP China, Mehrstufige Strategie, Strategien des kommunistischen China für die Weltherrschaft, One Belt One Road, Great Periphery Strategy (die USA vom asiatisch-pazifischen Raum ausschließen), Teilen und Erobern in Europa um das Verhältnis mit den Vereinigten Staaten zu zerstören, Das „chinesische Modell“ zur Kolonisierung Afrikas, Vormarsch in Lateinamerika, militärische Ambitionen
(19) Zusammenfassung und Fazit