Ausschreitungen in den USA.Foto: Alex Wong/Getty Images

„Das ist Inlandsterrorismus“: Bürgermeisterin von Olympia erschüttert über Zerstörung bei Demonstrationen

Von 19. Juni 2020 Aktualisiert: 19. Juni 2020 17:46
Auch die Hauptstadt des US-Bundesstaates Washington blieb nicht von den Randalen im Zuge der jüngsten Proteste verschont. Die Bürgermeisterin von Olympia, die die Demonstrationen Anfangs unterstützt hatte, nannte die Ausschreitungen nun "Inlandsterrorismus".

Die Bürgermeisterin von Olympia, Hauptstadt des US-Bundesstaates Washington, hat scharfe Kritik an den Zerstörungen während der jüngsten Demonstrationen geübt. Die Innenstadt von Olympia wurde im Zuge der Proteste nach dem Tod von George Floyd komplett verwüstet – auch das Haus von Bürgermeisterin Cheryl Selby blieb nicht verschont. Selby bezeichnete die Vorfälle als „Inlandsterrorismus“.

„Ich versuche wirklich, das zu verarbeiten“, sagte die Bürgermeisterin. „Es ist wie innerstaatlicher Terrorismus. Es ist unfair“, sagte die Demokratin gegenüber der Zeitung „The Olympian“.

„Es tut weh, wenn man so viel für seine Gemeinde getan hat“, fügte sie hinzu. Dem Bericht zufolge waren Selby und ihre Familie zu dem Zeitpunkt, an dem ihr eigenes Haus zum Ziel von Vandalismus wurde, nicht zu Hause. Ein Nachbar hatte sie über die Lage informiert.

Selby unterstützte die Demonstranten

Anfang des Monats sagte Selby noch: Wegen der Proteste nach Floyds Tod – der Afroamerikaner ist letzten Monat in Polizeigewahrsam in Minneapolis ums Leben gekommen – würde sie keine Ausgangssperren verhängen.

„Lassen sie mich eines klarstellen: Die Stadt Olympia unterstützt die friedlichen Proteste, die die rassischen Ungerechtigkeiten aufzeigen, die Schwarze weiterhin durch die Polizei in den Vereinigten Staaten erdulden müssen“, sagte sie damals in einer Erklärung. Die Bürgermeisterin fügte hinzu, dass Olympia „in dieser Angelegenheit nicht ohne Sünde“ sei.

„Wir sind eine vorwiegend weiße Gemeinde neben Gemeinden, die weitaus vielfältiger sind“, sagte Selby nach der ersten Protestwelle. „Das sagt uns, dass wir nicht so einladend und offen gegenüber schwarzen Gemeinden sind, wie wir gerne glauben würden. Das Licht, das in Amerika durch den Mord an Mr. Floyd eingeschaltet wurde, leuchtet auch in Olympia grell“.

„Black Lives Matter“ auf Haus der Bürgermeisterin gesprüht

Laut US-Medium „KING5“ wurden auf das Haus der Bürgermeisterin unter anderem die Slogans „BLM“ (Black Lives Matter), „rassistisch“, „abschaffen“ gesprüht. Demnach wurde der Vorfall von Überwachungskameras aufgezeichnet.

Die Olympia-Polizeibehörde genieße landesweit einen guten Ruf, sagte Selby dem Nachrichtensender. Dies sei der 2016 eingeführten Abgabe für die öffentliche Sicherheit zu verdanken: „Einschließlich Krisenreaktionseinheiten, wobei ausgebildete Sozialarbeiter auf Menschen reagieren, die einen psychischen Zusammenbruch erleiden. Diese Menschen werden dann nicht von einem Beamten, sondern von jemandem, der keine Uniform trägt, versorgt“, so die Bürgermeisterin.

Selby beklagte, dass ihre Stadt aktuell mit drei Krisen zu kämpfen habe: Obdachlosigkeit, die Viruspandemie und den Bürgerunruhen. Man brauche Geduld, sagte die Demokratin. „Es gibt keine schnelle Lösung für dieses Problem“.

George Floyd starb am 25. Mai während einer Verhaftung. Der ehemalige Polizist Derek Chauvin hielt den Afroamerikaner am Boden fest und drückte ihm sein Knie einige Minuten lang ins Genick. Chauvin wurde verhafte und ist wegen Mordes zweiten und dritten Grades und Totschlags angeklagt.

Drei weitere Beamte wurden wegen Beihilfe zum Mord zweiten Grades und Totschlags angeklagt. Alle vier Beamte wurden aus dem Polizeidienst entlassen. Im Fall einer Verurteilung droht ihnen möglicherweise die gleiche Strafe wie Chauvin: bis zu 40 Jahre Gefängnis.

Das Original erschien zuerst in The Epoch Times USA (deutsche Bearbeitung von so)
Originalartikel: Mayor of Olympia, Washington, Describes Protest Vandalism as ‘Domestic Terrorism’

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